Zweihundert Jahre Geschichte der Biologie am Artland-Gymnasium


Inhaltsangabe

1 Einleitung


Seit etwa 200 Jahren werden die Fächer Naturkunde und Biologie am Artland-Gymnasium unterrichtet. Die Inhalte des Faches Biologie sowie ihre didaktisch-methodischen Umsetzung in der Schule haben in dieser Zeit einen enormen Wandel erfahren. In dieser Ausgabe des ARTLAND FROSCH versuchen wir ein Bild des Naturkunde- und Biologieunterrichts an unserer Schule in den letzten beiden Jahrhunderten zu vermitteln. Im Rahmen der Vorarbeiten untersuchten Saskia Kochanowski, Anke Nehmelmann, Britta Beylage-Haarmann, Stephanie Lorenz, Christina Fröhle, Theresa Ludwig und Friederike Rohn Aspekte dieser Geschichte. Ihre Fach- beziehungsweise Langzeitarbeiten waren eine wichtige Quelle für den vorliegenden ARTLAND FROSCH. Einige Passagen wurden fast unverändert übernommen. Außerdem wurde der umfangreiche Datenbestand aus dem Schularchiv und dem Privatarchiv des Fachobmanns ausgewertet, um anlässlich des Schuljubiläums „650 Jahre Artland-Gymnasium“ im Jahre 2004 erstmals ein ausführliches Bild der Geschichte der Biologie unserer Schule zu präsentieren. Wesentliche Aspekte sind dabei die Lehrer, die Inhalte und die Medien am Artland-Gymnasium sowie die Qualität des Biologieunterrichts aus der Sicht ehemaliger Schüler. Die letzten 10 Jahre sind in dieser Ausgabe des ARTLAND FROSCH unterrepräsentiert, da dem interessierten Leser aus diesem Zeitraum die bisherigen Ausgaben des ARTLAND FROSCH sowie die sehr umfangreichen Informationen im Internet (www.artland-gymnasium.de) zur Verfügung stehen. Es wird außerdem auf den Aufsatz zum selben Thema im Festbuch 2004 verwiesen.

Saskia Kochanowski (rechts) untersuchte 2001 in ihrer Facharbeit die Geschichte der Biologie für den Zeitraum 1937 bis heute. Anke Nehmelmann befasste sich mit dem Thema Evolution unter besonderer Berücksichtigung der Zeit des Nationalsozialismus.

Zum Stellenwert des Faches Biologie am Artland-Gymnasium im Jubiläumsjahr seien noch einige Fakten genannt: Von den 65 Abiturienten des Jahrgangs 2004 absolvierten 34 Schüler ihre Abiturprüfung im Leistungsfach Biologie, sechs Schüler im Grundkurs. In den Jahrgängen 12 und 13 wurden insgesamt 26 Kurswochenstunden erteilt. Weiterhin beruhen die Anerkennungen des Artland-Gymnasiums als „Umweltschule in Europa“ für die Zeiträume 2000 bis 2002 und 2002 bis 2004 sowie die Ernennung zur BLK 21 Programmschule durch das Niedersächsische Kultusministerium überwiegend auf den Aktivitäten der Fachgruppe Biologie.

Heinz-Wilhelm Brockmann (4. v.l.) nimmt als Fachgruppenleiter der Innovativen Gruppe im Niedersächsischen Kultusministerium am 24.9.2003 die ersten Ordner zum BLK-Programm „21“ Niedersachsen vom Landeskoordinator Jürgen Drieling entgegen. Das Artland-Gymnasium lieferte einen Beitrag zum Thema Gewässerökologie.

Philipp Kesse legte im Rahmen seiner Facharbeit 2002 eine wichtige Grundlage für den umfangreichen Teil zur Biologie auf unserer Homepage www.artland-gymnasium.de.

2 Lehrer für Biologie und Naturkunde


Etwa 55 Lehrer haben bisher am Artland-Gymnasium die Fächer Naturkunde und Biologie unterrichtet. Nur wenige davon sind über einen langen Zeitraum hinweg in diesem Fachbereich tätig gewesen und haben somit Inhalte, Methoden und Medien maßgeblich bestimmt. In der Anfangszeit waren dies Theodor Gessner, Prof. Hermann Morgenroth und Prof. Heinrich Laumann. Es folgten Eduard Langenbeck und Hermann Budke in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Sie unterrichteten auch die Fächer Mathematik, Physik und Chemie. Mit Dr. Wilhelm Nawitzki kam 1937 ein promovierter Biologe an das Artland-Gymnasium und prägte für gut 30 Jahre als Fachlehrer, Fachobmann und Sammlungsleiter die Biologie. Es folgte in der Fachobschaft und als Sammlungsleiter Hans Krüger bis 1988. Rolf Wellinghorst hat 1988 diese Aufgaben übernommen und nimmt sie bis heute wahr. Mit Ludger Brokamp seit 1970 sowie Albrecht Düntsch und Paul Gärtner seit 1977 sind drei weitere Kollegen langjährige Mitglieder der Fachgruppe. 2001 ist Jens Bartig als derzeit jüngster Fachkollege hinzugekommen. Besondere Erwähnung verdienen auch Gerhard Hesselbarth, der als Schulleiter und anerkannter Schmetterlingsexperte und Naturschützer maßgeblich die Gestaltung der Fachräume und des Schulgeländes am Deich im Sinne der Biologie beeinflusste und sich auch als Betreuer naturkundlicher Arbeitsgemeinschaften betätigte sowie Günther Kosmann, der mehrere Schüler erfolgreich im Wettbewerb „Jugend forscht“ begleitete. Die Namen aller bekannten Mitglieder des Fachbereichs Biologie / Naturkunde zeigt die Tabelle auf der folgenden Seite.

Die Fachgruppe Biologie im Jubiläumsjahr 2004. Rolf Wellinghorst, Albrecht Düntsch, Jens Bartig, Paul Gärtner und Ludger Brokamp (vlnr.)

Name

Zeitraum

Christoph Schorre

1819

Kantor Strauch

1859

Flemming, J.

1863-1870

Brenneke, H.

1867-1871

Gessner, Theodor

1868-1884

Prof. Fastenrath, August

1870-1908

Cordes, Gerhard

1872-1876

Altenburg, Jul.

1873-1875

Dr. Martin, Karl

1875-1876

Ferber, Hermann

1876-1877

Gröll, Rob.

1877-1882

Prof. Morgenroth, Hermann

1877-1916

Prof. Laumann, Heinrich

1881-1921

Schild, August

1883-1885

Dr. von Lengerke

1885-1888

Grothmann, H.

1891-1897

Roggenkämper, E.

1897-1899

Germar, Karl

1899-1922

Ufferheide, C.

1903

Cordes, Wilhelm

1906-1907

Gersting, Gustav

1907-1908

Wettberg, Karl

1908-1910

Biesterfeld, Heinrich

1908-1910

Dr. Laumann, Theodor

1909-1910

Dr. Renzenbrink, Friedr.

1909-1911

Pfaffendorf, Ernst

1910-1947

Dr. Nolda, Ernst

1910-1911

Dr. Henkel, Hieronymus

1911-1913

Täschner, Paul

1913-1915

Pfeiffer, Karl

1913-1925

Mehliss, Guido

1919-1940

Budke, Hermann

1920/1926-1957

Langenbeck, Eduard

1922-1955

Patalas, Franz

1923-1939

Dr. Nawitzki, Wilhelm

1937-1974

Rademacher, Edith

1940-1941

Linden, Edmund

1944-1955

Hoffmann, Ludwig

1945-1975

Dr. Möller

1955-1956

Hesselbarth, Gerhard

1955-1974

Dr. Hengst

1959-1962

Krüger, Hans

1965-1988

Brokamp, Ludger

seit 1970

Behrens, Anna-Maria

1970-1974

Piltz, Achim

1975-1980

Kohn, Helmuth

1975-1977

Hasemann geb. Wissing, Elisabeth

1971-1988

Düntsch, Albrecht

seit 1977

Gärtner, Paul

seit 1977

Kosmann, Günther

1980-1988

Dullweber, Maria

1980-2000

Wellinghorst, Rolf

seit 1988

Dullweber, Albert (Abordnung)

1994-1995

Kremser, Doris

1998-1999

Horas, Mike

1999-2002

Bartig, Jens

seit 2002

Fachkollegen für Naturkunde und Biologie in den letzten 200 Jahren (langjährige Mitglieder sind durch Fettdruck hervorgehoben)

2.1 Aspekte zur Biografie einiger Naturkundelehrer


Die folgenden Ausführungen in diesem Kapitel basieren im wesentlichen auf den Ergebnissen der Facharbeiten von Theresa Ludwig und Saskia Kochanowski (LUDWIG, 2003 und KOCHANOWSKI, 2001). Fotos verschiedener Kollegen finden sich im Beitrag zur Geschichte der Biologie im Festbuch 2004.

Gessner, Theodor
Theodor Gessner wurde am 6. Juni 1830 in Halberstadt geboren. Dort besuchte er das Domgymnasium und bestand hier 1851 das Abitur. Er studierte in Halle und Berlin die Fächer Mathematik, Physik, Chemie und Biologie und wurde 1856 am Gymnasium in Schleusingen, Kreis Erfurt, als Lehrer eingestellt. 1867 wurde er dort Oberlehrer und beteiligte sich auch reich am öffentlichen Leben, bevor er 1868 zum Direktor der aus der alten Lateinschule hervorgegangenen Höheren Bürgerschule in Quakenbrück berufen wurde. Bereits 1869 erschien das erste „Programm der höheren Bürgerschule zu Quakenbrück“, das in den folgenden Jahrzehnten jährlich erschien und dem wir viele Informationen zur Geschichte der Biologie entnommen haben. Mit großem Engagement trieb Gessner den Aufbau der Schule voran, wobei er sich als Naturwissenschaftler besonders auch für die Entwicklung des Faches Naturkunde einsetzte und damit wesentliche Grundlagen für die bis heute große Bedeutung der Naturwissenschaften am Artland-Gymnasium legte. Ausführliche Informationen über Leben und Werk von Theodor Gessner sind bei BOCKSTIEGEL (1988) nachzulesen. Gessner starb infolge eines Herzschlags bereits im 54. Lebensjahr am 3. Februar 1884.

Fastenrath, August
August Fastenrath wurde am 22. Februar 1844 in Lennep geboren, erhielt dort seine erste Ausbildung auf der höheren Bürgerschule und übernahm sehr früh die Stelle eines Hilfslehrers an der Elementarschule Lüttrighausen. Eifrig arbeitete er hier an seiner Ausbildung und gab jene Stelle freiwillig auf, nachdem er sie fast 3 Jahre verwaltet hatte, um das Gymnasium zu Soest zu besuchen. Nach seinem Abitur studierte er in Berlin neuere Sprachen und wurde nach Abschluss zuerst als wissenschaftlicher Hilfslehrer zurück an die höhere Bürgerschule in Lennep, später nach Quakenbrück berufen. Kurz nach Antritt der Stelle wurde er als Reserveunteroffizier zum Feldzug gegen Frankreich eingezogen und kämpfte bei Mars la Tour, Gravelotte, Orleans, Le Mans und Metz. Durch hervorstechende Soldatentugenden erhielt er das eiserne Kreuz. 1872 kehrte er nach Quakenbrück zurück und unterrichtete hier bis 1908. (Programm der Schule 1871)

Morgenroth, Hermann
Am 28. März 1853 wurde Hermann Morgenroth in Saalfeld (Thüringen) geboren. Er besuchte die Realschulen in Saalfeld und Meiningen sowie die Gymnasien in Landsberg an der Warthe und Meiningen. 1872 bestand er am Gymnasium Bernhardinum die Abiturientenprüfung und studierte in Leipzig vier Jahre lang Naturwissenschaften. Insbesondere war er im chemischen Laboratorium von Wiedemann sowie im mineralogischen Laboratorium von Zirkel tätig und beteiligte sich an den praktischen biologischen Übungen von Credner. Von 1876-1877 war er in Saalfeld mit chemischen Arbeiten beschäftigt. Am 12.2.1878 absolvierte er in Münster/Westfalen das Staatsexamen pro facultate docendi und begann am 12.4. desselben Jahres den Unterricht als wissenschaftlicher Hilfslehrer in Quakenbrück. (Programm der Schule 1878) 1883 rückte er in die „ordentliche Lehrerstelle“ des Kollegen Gröll.(Programm der Schule 1883) Bis 1916 unterrichtete er an unserer Schule.

Laumann, Heinrich
Heinrich Laumann stammt aus Wulften bei Schledehausen. Nach dem Besuch der Realschule Osnabrück und Absolvierung seines Dienstjahres als Einjährig-Freiwilliger studierte er von 1877 bis 1881 in Göttingen Mathematik und Naturwissenschaften. Das Staatsexamen pro facultate docendi erwarb er dort am 9.7.1881 vor der Königlichen Wissenschaftlichen Prüfungskommission. Ab November 1881 unterrichtete er in Quakenbrück und erwies sich als eifriger, treuer und geschickter Lehrer (Programm der Schule 1881). 1881 übernahm der Schulamtskandidat die Vertretung der Hilfslehrerstelle des Herrn Morgenroth und unterrichtete bis 1921.

Mehliss, Guido
Guido Mehliss wurde 1894 in Ostpreußen geboren. Mit 25 Jahren zog er freiwillig mit den „Kulmer Jägern“ in den Krieg. Dieser beeinträchtigte zwar seine Gesundheit, nahm ihm aber nicht den Lebensmut. Seine Fachausbildung erhielt Mehliss am Lehrerseminar in Gumbinnen (ehem. Ostpreußen). In Berlin-Spandau absolvierte er später an der Hochschule für Leibesübungen eine für ihn sehr teure Zusatzausbildung zum Dipl. Turn- und Sportlehrer. Seine Vertretung für diese Zeit hatte er selbst zu bezahlen. Außer dem Hauptfach Sport unterrichtete der „technische Lehrer“ nach seiner Berufung nach Quakenbrück im Jahre 1919 auch die Fächer Mathematik, Erdkunde, Religion, Musik und Naturkunde. Seine freie Zeit widmete er, wenn Vorbereitungen und Korrekturen für den Unterricht erledigt waren, vorwiegend sportlichen Aktivitäten wie dem Schwimmen und der Leichtathletik, und auch im Tennisverein und DLRG war er Mitglied. Die Biologie war für ihn außerhalb der Schule eher unwichtig ( Brief von Herrn Mehliss’ Sohn). Unter Schülern war er als strenger aber gerechter Lehrer sehr beliebt und galt als „Freund und Kamerad der Jugend“, der zwischen den Weltkriegen Heiterkeit verbreitete und für die Teilnahme der Quakenbrücker Schule an diversen Turnfesten sorgte. Sogar in den Ferien hat er mit seinen Schülern beispielsweise Radwanderungen unternommen. 1926 gründete Guido Mehliss die „Arbeitsgemeinschaft für Leibesübungen“, kurz RGQ für Rudergemeinschaft Quakenbrück. Diese Gemeinschaft aus älteren Schülern (ab Untersecunda) setzte ihren Schwerpunkt besonders auf den Paddelsport, aber auch Feldhandballturniere wurden ausgetragen. Am 3. Januar 1940 verstarb Guido Mehliss; er hinterließ seine Freunde, die Schüler, aber auch seine Ehefrau mit drei kleinen Kindern (Zeitungsartikel über Herrn Mehliss).

Nawitzki, Wilhelm
Dr. Willi Nawitzki, geboren am 4.2.1904, war ein leidenschaftlicher Biologe. Seit 1937 war er an der „Städtischen Oberschule“ tätig. Im 2. Weltkrieg geriet er in russische Gefangenschaft und kehrte erst 1947 zurück. Da er zunächst von der Verwaltung der höheren Schule in Hannover nur zu außerunterrichtlichen Tätigkeiten befugt war, verwaltete er die Schulbibliothek und die Chemie- und Biologiesammlung (600 Jahre Alma Mater Quakenbruggensis S.27). Ab Ostern 1948 nahm er seinen Beruf wieder vollständig wahr. Im Schuljahr 1958/59 (Informationen aus den jeweiligen Jahresberichten) gab er seine bibliothekarischen Aufgaben ab, ein Schuljahr später folgte die Abgabe der Verwaltung der chemischen Sammlung und Geräte. Seine Fachobschaft und Sammlungsleitung für die Biologie behielt er aber. Im Jahresbericht 1958/59 wird erstmalig die biologische Arbeitsgemeinschaft (AG) unter der Leitung von Herrn Dr. Nawitzki erwähnt. Diese existierte aber schon einmal vor dem 2. Weltkrieg 1938/39 (Interview mit H. Küst Vehs) als biologisch-chemische Arbeitsgemeinschaft. Die Arbeitsgemeinschaft war damals kein nachmittägiges Treffen von Schülern und einem Lehrer, sondern es wurde eine Unterrichtsstunde während des Vormittags dafür verwendet. Deshalb konnte die AG auch nur im Klassenverband stattfinden. In dieser AG wurden die verschiedensten Themen behandelt. Im Schuljahr 1959/60 (Folgende Informationen sind in den jeweiligen Jahresberichten nachzulesen ) stand eine „Einführung in die mikroskopische Technik“ im Mittelpunkt. Dr. Nawitzki führte mit Akribie die biologische Sammlung, kannte sich sehr gut aus in der Tier- und Pflanzenwelt, mikroskopierte leidenschaftlich gern und interessierte sich besonders für die Galapagos Inseln. In den letzten Jahren seiner Tätigkeit wussten die Schüler seine Vorlieben gut für ihre Interessen zu nutzen. Im Herbst wurden auf dem Schulweg noch schnell diverse Pilze am Wegrand abgepflückt und zu Beginn der Stunde bei ihm auf den Tisch gelegt. Er begann nun mit Begeisterung, diese Pilze zu bestimmen und vorzustellen, sodass schnell die erste Hälfte der Stunde verging. War dieses Thema abgearbeitet, so ließ man noch das Stichwort „Galapagos“ fallen und auch der Rest der Stunde war gesichert. Ein weiteres beliebtes Thema waren die Leistungen seines Studienfreundes Prof. Adolf Butenandt, der als Chemiker wesentlich Kenntnisse zur Chemie der Sexualhormone und Erbfaktoren gewann und hierfür 1939 mit dem Nobelpreis ausgezeichnet wurde. Die Arbeitseinstellung von Dr. Nawitzki lässt sich anhand folgender Begebenheit ermessen. Als er zu Beginn der 60er Jahre für eine Weile schwer erkrankte, kam er dennoch zum Dienst. Da er die Treppe zum Biologieraum nicht mit eigener Kraft hinaufsteigen konnte, fassten ihn jeweils zwei Schüler unter die Arme und trugen ihn die Treppe hinauf. Am 29.4.1967 wurde er zum Oberstudienrat befördert. Am Ende des Schuljahres 1969 trat Dr. Willi Nawitzki in den Ruhestand, wurde jedoch wegen des herrschenden Lehrermangels für 10 Wochenstunden am Artland-Gymnasium weiter beschäftigt. Er übergab seine Aufgabe als Sammlungsleiter und Fachobmann für die Biologie an Hans Krüger. Im Juli 1974 verlässt er endgültig die Schule.

Hesselbarth, Gerhard
Geboren wurde Gerhard Hesselbarth am 2. Februar 1912 in Groß-Garz in der Altmark. Nach dem Abitur in Stendal absolvierte er ein Studium der Fächer Deutsch, Englisch und Religion in Halle und in Heidelberg. Seine gewünschte Fächerkombination Germanistik und Biologie war zu dieser Zeit nicht möglich. Im Juni 1936 legte er das Staatsexamen ab und kam nach Naumburg an der Saale. Hier war er ein Jahr als Referendar am Domgymnasium tätig, welches schon damals auf eine tausendjährige Tradition zurückblickte. In den folgenden Jahren war er an verschiedenen Schulen tätig, wurde 1941 bis 1945 zum Kriegsdienst herangezogen und kam 1946 an die Oberschule in Diepholz. 1955 bis 1974 leitete er dann das Artland-Gymnasium und setzte sich hier als Schulleiter immer wieder für den Fachbereich Biologie ein. Auch die naturnahe Gestaltung des Schulgeländes am Deich und die Anlage der Schulteiche ist ganz besonders sein Verdienst. In Zeiten des Lehrermangels unterrichtete er sogar im Fach Biologie. Seiner Leidenschaft blieb er lebenslang als Mitbegründer der Biologischen Schutzgemeinschaft Hunte Weser-Ems im Jahre 1976 und als engagierter Schmetterlingsforscher mit zahlreichen Publikationen sowie mit mehreren von ihm erstmals beschriebenen und nach ihm benannten Arten treu.

Krüger, Hans
Hans Krüger wurde am 28.8.1922 in Jüterbog südlich von Berlin geboren. Mitten in den Abiturprüfungen wurde er erst zum Arbeitsdienst, später zum Militär eingezogen. Das Abitur wurde ihm zunächst durch einen Reifevermerk zugesprochen. Als er nach 6 1/2 Jahren aus Krieg und Gefangenschaft heimkehrte, wurde der Reifevermerk für ungültig erklärt. Zunächst arbeitete er bei der Familie eines vermissten Kriegskameraden in der Landwirtschaft in Braunschweig. Danach besuchte er ½ Jahr von Herbst 1947 bis Frühjahr 1948 einen Übergangskursus an der Universität Göttingen, um die Hochschulreife zu erlangen. Während dieser Zeit lebte und arbeitete er bei einem Bauern. Etwa 1951 startete Hans Krüger sein Lehramtsstudium in den Fächern Biologie, Erdkunde und Sport, welches er durch Arbeiten im Berg- und Straßenbau finanzierte. Ostern 1965 begann seine Tätigkeit am Artland-Gymnasium Quakenbrück. Im Jahre 1969/70 übernahm er die Fachobschaft und Sammlungsleitung der Biologie von Dr. Nawitzki, die er 1988 an Rolf Wellinghorst weitergab. Medien wie Dias und Filme benutze Herr Krüger gern in seinem Unterricht. Von seinen Schülern wird er als ein Mensch gesehen, der Spaß verstand, dem sie aber auch den nötigen Respekt entgegenbrachten. Hans Krüger lebt heute in Quakenbrück und genießt seinen Ruhestand.( Informationen aus einem Interview mit H. Krüger)

Brokamp, Ludger
Ludger Brokamp, geboren am 02.08.1940 in Aschendorf an der Ems, wohnhaft in Cappeln in Südoldenburg, ist verheiratet und hat fünf erwachsene Kinder. Nach seinem Abitur am Gymnasium in Papenburg im Jahre 1960 studierte er Landwirtschaft in Bonn und Göttingen. Er legte 1968 als Diplomlandwirt nach dem Referendariat sein 2. Staatsexamen als Landwirtschaftsassesssor in Vechta ab. Nach Stationen an der Landwirtschaftsschule in Oldenburg und bei der Firma Schmidt in Ankum kam Ludger Brokamp 1970 als Fachlehrer für Biologie und Chemie an das Artland-Gymnasium, unterrichtete aber auch in den Fächern Physik und Mathematik. Er ist derzeit der dienstälteste Kollege in der Fachgruppe. Im Heimatverein Cappeln und in der Interessengemeinschaft „Altes Gogericht auf dem Desum“ in der Gemeinde Emstek ist er stellvertretender Vorsitzender. Viel Zeit nimmt auch die jährliche Herausgabe der Heimatzeitschrift „Dörp-Echo-För Cappeln un Ümtau“ in Anspruch.

Düntsch, Albrecht
Geboren wurde Albrecht Düntsch am 05.04.1948 in Stumsdorf, einem kleinen Ort im Kreis Bitterfeld. Seine Schulzeit verbrachte er in Wolfenbüttel, wo er 1968 am Theodor-Heuss-Gymnasium sein Abitur ablegte. Anschließend studierte er die Fächer Biologie und Chemie in der schwäbischen Universitätsstadt Tübingen. Die Wahl dieser Fächer erfolgte aus seinem allgemeinen Interesse an den Naturwissenschaften. Nach dem Referendariat in Braunschweig am ehrwürdigen Matino-Katharineum kam er 1977 an das Artland-Gymnasium. Er ist Fachobmann und Sammlungsleiter für Chemie. Seine beiden Hobbys Astronomie und Segelfliegen bietet er auch als Arbeitsgemeinschaften am AGQ an.

Gärtner, Paul
Geboren wurde Paul Gärtner am 27.02.1948 in Hermeskeil im Hunsrück, etwa 30 km von Trier entfernt. Er besuchte dort das Neusprachliche Gymnasium und studierte danach in Mainz die Fächer Biologie und Erdkunde. Zu seinem Biologiestudium wurde er inspiriert durch einen Biologielehrer, der ihn in der Oberstufe unterrichtete. Dieser Lehrer machte Paul Gärtner die Biologie schmackhaft. Seit August 1977 ist er am Artland-Gymnasium tätig und betreut schwerpunktmäßig als Fachobmann und Sammlungsleiter die Fachgruppe Erdkunde. Außerdem ist er als Beratungslehrer tätig.

Wellinghorst, Rolf
Rolf Wellinghorst (Facharbeit Kochanowski) wurde am 06.6.1954 in Borg bei Quakenbrück geboren. Nach dem Besuch der Volksschule Borg kam er zum Artland-Gymnasium, wo er 1974 das Abitur ablegte. Anschließend studierte er Biologie und Chemie für das höhere Lehramt in Hannover. Seit 1981 unterrichtete er zunächst am Gymnasium in Bramsche und übernahm dort die Fachobschaft und Sammlungsleitung für Biologie. Seit 1988 ist Rolf Wellinghorst am Artland-Gymnasium tätig und hier ebenfalls als Fachobmann und Sammlungsleiter für die Biologie zuständig. Neben seinen Unterrichtsfächern betreut Rolf Wellinghorst die Naturkunde AG und engagiert sich als Vertreter der Schule in verschiedenen Umweltprojekten und im Regionalen Umweltbildungszentrum Osnabrücker Nordland. Als Beratungslehrer in Umweltfragen ist er seit 1992 in verschiedenen Fortbildungsaufgaben tätig. Seit 1992 stellt er ausgewählte Ergebnisse der biologischen Arbeit am Artland-Gymnasium im ARTLAND FROSCH zusammen und seit 1995 ist er beim Schroedel Verlag als Schulbuchautor für Biologie tätig.

3 Zweihundert Jahre Biologie am Artland-Gymnasium – Inhalte, Medien, Ergebnisse

3.1 Naturkunde im 19. Jahrhundert


Blicken wir zurück in die entferntere Vergangenheit unserer 650-jährigen Schulgeschichte, so gibt es kaum Informationen über einen naturkundlichen Unterricht. Die Schule befand sich in einem heute nicht mehr vorhandenen Anbau der St. Sylvesterkirche und im 19. Jahrhundert zeitweise in angemieteten Räumen in dem Wohnhaus Große Kirchstraße 4. Immerhin ist aus dem Jahre 1819 bekannt (BERSENBRÜCKER TAGESZEITUNG vom 4.9.1954 und BINDEL, 1904), dass der Lehrer Christoph Schorre 30 Schüler unterrichtete und dass das Fach Naturkunde für zwei Wochenstunden unter Verwendung von Funks Naturgeschichte vermittelt wurde. In den folgenden Jahrzehnten erfolgte der Wandel von der Lateinschule zum Realgymnasium, wobei ab 1849 der zweite Anlauf zur Umwandlung der Schule in ein Progymnasium begann. In diesem Jahr wurden 75 Taler zur Anschaffung von Büchern für die Bibliothek aufgewendet. Möglicherweise wurden auch erste naturkundliche Bücher beschafft. So befindet sich in unserer Bibliothek noch das Werk: „MEYER, GEORG FRIEDRICH WILHELM (1842-1854): Flora des Königreichs Hannover oder Schilderung seiner Vegetation, nach ihrem Gehalte an Gewächsen, deren Verbreitungs- und Vertheilungszustande, und deren geschichtlichem Verhalten, in Anwendung auf die Beförderung des Volkswohlstandes. Erster und dritter Teil –Heinrich Gottfried Voigt Hamburg“. Im Herbst 1859 wurde das Fach Naturkunde von Kantor Strauch unterrichtet. 1868 trat Theodor Gessner an die Spitze der Anstalt und mit ihm begann der Aufstieg zum Realgymnasium, in dem auch die Naturkunde regelmäßig unterrichtet wurde.

Im Jahre 1874 zog die Schule in einen Neubau in der Kleinen Mühlenstraße um, und auch dort gab es zunächst keine speziellen naturwissenschaftlichen Unterrichtsräume. Dies sollte sich 1931/32 ändern, als ein Anbau eigens für den naturwissenschaftlichen Unterricht erfolgte. Doch auch in diesen Räumen war die Ausrüstung eher spärlich und wegen der großen Zahl von Schülern kamen nur die Oberstufenschüler in den Genuss, dort Unterricht zu haben. Grundlegend änderte sich die Situation dann 1966, als der großzügige Neubau an der Straße Am Deich bezogen wurde. Sämtlichen naturwissenschaftlichen Fächern stehen seit diesem Zeitpunkt ein Übungsraum, ein Sammlungs- und ein Vorbereitungsraum sowie ein Hörsaal zur Verfügung. Einer optimalen Entfaltung der Naturwissenschaften steht also räumlich seit dieser Zeit nichts mehr im Wege (BEYLAGE-HAARMANN 2002).

Die genaueren Aufzeichnungen über den Naturkundeunterricht am Artland-Gymnasium reichen bis in das Jahr 1869 zurück. Damals hieß das Artland-Gymnasium noch „Höhere Bürgerschule Quakenbrück“ und das Fach Naturkunde umfasste die Bereiche Botanik und Zoologie. Die Schüler lernten Pflanzen und Tiere zu bestimmen, sie zu beschreiben und zu zeichnen. Anhand von einzelnen Beispielen wurden verschiedenen Gruppen der Pflanzen und Tiere vorgestellt und systematisiert. Auch als sich die Schule 1877 zur Realschule erster Ordnung (Realgymnasium) entwickelte, änderte sich der Naturkundeunterricht nicht wesentlich. Der Unterricht orientierte sich weiterhin an dem, was den Schülern aus ihrer nächsten Umgebung bekannt war und an dem, was man ihnen zeigen konnte.

Als Medien gab es in dieser Anfangszeit Schulbücher, Fachbücher, Wandkarten sowie einige Modelle. Außerdem besaß die Schule zahlreiche zumeist von Schülern gespendete Anschauungsobjekte und Tierpräparate aus der Natur.

Britta Beylage-Haarmann konzipierte eine Ausstellung zur Geschichte der Biologie und befasste sich insbesondere mit den Medien früherer Schülergenerationen. Auf dem Tisch links ein Kasten aus der von Gerhard Hesselbarth zusammengestellten Schmetterlingssammlung und aus der von Baron von Schorlemer 1877 gestifteten Schmetterlingssammlung, die beide in den 90er Jahren von der Naturkunde-AG neu geordnet wurden. In der Mitte des Bildes sind Augenmodelle von 1891 und 1965 sowie ein Kopfdurchschnitt aus Pappmaschee von 1877 zu sehen.

Zahlreiche Stopfpräparate aus der Biologiesammlung sind inzwischen etwa 100 Jahre im Bestand der Schule.

Schulbücher: Als Schulbücher wurden von 1877 bis 1888 die Werke: LEUNIS: Analytischer Leitfaden für den ersten wissenschaftlichen Unterricht in der Naturgeschichte. - Hahnsche Buchhandlung Hannover und LEUNIS: Schulnaturgeschichte - Eine analytische Darstellung der drei Naturreiche zum Selbstbestimmen der Naturkörper. - Hahnsche Buchhandlung Hannover verwendet. 1886 begutachtet Prof Morgenroth das Werk von Leunis und schreibt: „Neben einer kurzen allgemeinen Einleitung Gegenstände der Morphologie, Anatomie und Physiologie betreffend enthalten die genannten Bücher eine systematische Aufzählung sehr zahlreicher Formen nach Art einer Bestimmungstabelle eingerichtet. Das natürliche Pflanzensystem tritt gegen das Linnesche zurück; die neuesten Forschungen sind - insbesondere bei der Systematik des Tierreichs – zu wenig berücksichtigt. Diese Anordnung des Stoffes dürfte dem Ziele des naturwissenschaftlichen Unterrichts kaum entsprechen; denn nicht in der gedächtnismäßig angeeigneten Kenntnis einer möglichst großen Anzahl von Pflanzen- und Tierarten kann dieses bestehen, sondern in der auf Betrachtung und Vergleichung einer kleineren Reihe typischer Formen gegründeten Auffassung der Pflanzen- und Tierwelt als ein organisches Ganzes. Nicht die Pflanzen und die Tiere, sondern die Pflanze und das Tier soll der Schüler kennen lernen. Daß dieses Ziel besser erreicht wird unter Zugrundelegung des natürlichen Systems, welches neben rein äußerlichen Merkmalen die Entwicklung und die Lebensvorgänge der Organismen vorwiegend berücksichtigt, ist wohl zweifellos. Einen großen Übelstand bilden auch die Abweichungen der verschiedenen Ausgaben voneinander, die ein gemeinschaftliches Bestimmen in der Klasse unmöglich machen.“

„LEUNIS, Schulnaturgeschichte“: Titelblatt einer Ausgabe von 1897 (links) und erste Zeilen aus der Beurteilung von Prof Morgenroth (13. Dezember 1886)

Nach diesem äußerst schlechten Urteil wird bereits zwei Jahre später das Werk von LEUNIS abgelöst und es folgten von 1888 bis 1908 die Werke: BAIL: Botanik 1 und 2 und BAIL: Zoologie 1 und 2 sowie von 1909 bis 1915 die Werke: BAIL: Neuer methodischer Leitfaden für den Unterricht in der Botanik. - Reisland Leipzig und BAIL: Neuer methodischer Leitfaden für den Unterricht in der Zoologie. - Reisland Leipzig. Im BAIL konzentriert man sich auf ausgewählte Arten und auch die übrigen Forderungen Morgenroths sind deutlich besser erfüllt, als im Werk von Leunis.

Theresa Ludwig untersuchte die Geschichte der Biologie von 1850 bis 1950. Im Foto präsentiert sie die im Jahre 1878 von Gustav Heye gestiftete Eiersammlung.

Botanische Tafel von KNY 1875 vom Königlichen Provincial Schulcollegium gestiftet.

Rostrum vom Sägefisch aus dem Jahre 1893 (Geschenk von Sextaner Griese).

Fachbücher und Medien: Zu den ersten Medien gehörten einige 1875 angeschaffte botanisch-anatomische Lehrtafeln von Kny, die hervorragenden Zeichnungen mikroskopischer Präparate zeigen und bis heute in der Sammlung vorhanden sind. 1876 wurde dann bereits das erste Mikroskop gekauft. Zu den Anschauungsmaterialien, die noch heute vorhanden sind, gehörten eine wertvolle Käfersammlung, die die Schule 1877 als Geschenk von Herrn Baron von Schorlemer (Gut Vehr) erhielt, sowie vier von der Schule angeschaffte Modelle aus Pappmaschee (Brust, Ohr, Kehlkopf und Kopfdurchschnitt). 1878 erhielt die Schule von Gustav Heye eine Eiersammlung als Geschenk und 1880 von Frau Schreuder verschiedene Präparate in Spiritus. 1881 schenkte der Naturkundelehrer Morgenroth der Schule das Werk: BREHM, A. E. (1864/65): Brehm’s Thierleben, Band 1 und 2. –Verlag des Bibliographischen Instituts Hildburghausen. 1879 bis 1894 wurden 101 zoologische Wandtafeln von Leuckart von der Schule angeschafft, die ebenfalls noch vorhanden sind. 1880 kommt das Buch: JÄGER, GUSTAV (1874): Deutschlands Thierwelt nach ihren Standorten eingetheilt, Zweiter Band. –Verlag von U. Körner Stuttgart in unsere Bibliothek und 1884 das Buch: TASCHENBERG, E.L. (1879): Insektenkunde, Erster Theil. –Verlag von Heinsius Bremen. Als Modell kam 1886 ein menschliches Skelett mit Stativ (Frau), 1889 ein Modell der Baucheingeweide des Menschen aus Papiermaschee und 1891 ein Modell des menschlichen Auges hinzu, die alle von der Schule angeschafft wurden. 1897 und 1898 schenkte Prof. Fastenrath der Schule Bohrkerne und Mineralien und es wurde die Schmetterlingssammlung nach Bail mit 50 Arten aus einer Geldspende angeschafft. 1895 hatte man bereits ein entsprechendes Fachbuch: KORB, MAX (o.J): Die Schmetterlinge Mitteleuropas. –Theo Stroefer’s Kunstverlag, Nürnberg gekauft. In der folgenden Liste sind Lehrmittel, die nach den Angaben in den Jahresberichten bis 1914 angeschafft wurden, aufgelistet (verändert nach LUDWIG, 2003).

Jahr

Herkunft des Lehrmittels

Lehrmittel

1869-1872

 

[Anm.: Nur sehr knappe Angaben, die die Naturwissenschaften nicht erwähnen]

1873

Als Geschenk

Einige Materialien für den naturwissenschaftlichen Unterricht

1874

Geschenkt von Verlagsbuchhandlungen

LEUNIS: Analytischer Leitfaden der Botanik

 

Mehrere Schulfreunde

Einzelne Stücke für die naturw. Sammlung

1875

vom Königlichen Provinzial Schulcollegium

Wandtafeln von Kny für den botanischen Unterricht

1876

Gesch. von Herrn Pastor Lange

Wertvolle Sammlung von Achaten und Bergkristallen

 

Gesch. von verschiedenen Schülern

Einen Feuerstein mit Bryozoen, Fucus vesiculosus, einen missgebildeten Strauch, einen Seestern und das Gehäuse eine Seeigels aus der Nordsee, Korallenbruchstücke, einen Entenschädel und eine Seeschwalbe

 

Von der Schule angeschafft

Ein Mikroskop

1877

Gesch. von Herrn Baron von Schorlemer

Wertvolle Käfersammlung

 

Von der Schule angeschafft

Vier zerlegbare Modelle aus Pappmaschee: Brust, Ohr, Kehlkopf und Kopfquerschnitt

18 Abbildungen aus dem zoologischen Atlas von Leutemann, 2 Mörser mit Pistillen

1878

Von der Schule angeschafft

SCHUBERT: Bilderatlas des Tier- und Pflanzenreiches

   

SACHS: Die Botanik

MASIUS: Naturstudien

 

Gesch. von Herrn Gustav Heye

Eine Eiersammlung

 

Gesch. von Herrn Reichel

fossiler Seeigel (Ananchytes ovatus)

 

Gesch. von Herrn Küster

Einen Koloradokäfer

 

Gesch. von Frl. von Cöllen, Herrn Gröll, Herrn Morgenroth

Verschiedene Mineralien und Petrefakten

Präparate in Spiritus

Schmetterlingspräparate

Eiersammlung – Geschenk von Gustav Heye 1878

Jahr

Herkunft des Lehrmittels

Lehrmittel

1878

Gesch. von Secundaner Heuer

Ein Casuar-Ei und das Modell eines Coloradokäfers

 

Gesch. von Primaner von Lengerken

Menschenschädel

 

Gesch. von Tertianer Bringmann

Ein Seestern

 

Von der Schule angeschafft

Ein optisches Auge; von Leutemann

1879

Von der Schule angeschafft

RECLAM, Der Leib des Menschen

JÄGER: Deutschlands Bäume und Wälder

 

Als Geschenk

Zwei Seeigel, eine ausgestopfte Fledermaus, mehrere Schädel, Bienenwaben, Edelweiß

1880

Gesch. von Frau Dr. Schreuder

Eine Anzahl von Präparaten in Spiritus

 

Von der Schule angeschafft

JÄGER: Deutschlands Tierwelt

1881

Gesch. von Herrn Morgenroth

Brehm’s Tierleben Band 1 und 2

 

Von der Schule angeschafft

ROCKSTROH: Buch der Schmetterlinge und Raupen

1882

Gesch. von Primaner Neumann

Eine Kreuzotter und eine Fleckennatter

 

Gesch. von Quartaner Fillmer

Eine Insektensammlung

1883

Von der Schule angeschafft

BALLMANN: Gefährliche Tiere und gefährliche Jagden

MÜLLER: Tiere der Heimat

 

Gesch. von Herrn Harting

Eine Rohrdommel

1884

Von der Schule angeschafft

TASCHENBERG: Insektenkunde

   

Zoologische Tafeln von Leuckart

1885

Gesch. von verschiedenen Schülern

Diverse Naturalien

 

Von der Schule angeschafft

DARWIN: Entstehung der Arten

MARTIN: Naturgeschichte 1-6

1886

Geschenkt von verschiedenen Schülern

Diverse Naturalien

 

Von der Schule angeschafft

Ein menschliches Skelett mit Stativ

Fortsetzungen der zoologischen Wandtafeln von Leuckart

Wandkarten für Zoologie

DÜRR: Entwicklung der Kurzsichtigkeit

1887

Von der Schule angeschafft

WILDERMANN: Jahrbuch der Naturwissenschaften 1868

SPECHT: Tierstudien (10 Vorlageblätter)

1888

Von der Schule angeschafft

Abhandlungen des naturwissenschaftlichen Vereins in Bremen

Fortsetzung der Wandtafeln von Leuckart

1889

Gesch. von Hegewisch

Einige Muscheln

 

Von der Schule angeschafft

Abhandlungen des naturwissenschaftlichen Vereins in Bremen

Modell der Baucheingeweide des Menschen

Fortsetzung der Wandtafeln von Leuckart

1890

Von der Schule angeschafft

Abhandlungen des naturwissenschaftlichen Vereins in Bremen

SKLAREK: Naturwissenschaftliche Rundschau

Fortsetzung der Wandtafeln von Leuckart

 

Gesch. von Primaner Ullmers

Eine Mineraliensammlung

1891

Von der Schule angeschafft

Modell des menschlichen Auges

Fortsetzung der Wandtafeln von Leuckart

Brehm’s Tierleben 1 und 2

SKLAREK: Naturwissenschaftliche Rundschau; Abhandlungen des naturwissenschaftlichen Vereins in Bremen

1892

Von der Schule angeschafft

Abhandlungen des naturwissenschaftlichen Vereins in Bremen

Fortsetzung der Wandtafeln von Leuckart

Brehm’s Tierleben 3 und 4

SKLAREK: Naturwissenschaftliche Rundschau

1893

Von der Schule angeschafft

Abhandlungen des naturwissenschaftlichen Vereins in Bremen

Fortsetzung der Wandtafeln von Leuckart

SKLAREK: Naturwissenschaftliche Rundschau

 

Gesch. von Sextaner Griese

Säge eines Sägefisches

1894

Von der Schule angeschafft

HÖLZEL: Wandbilder für den geografischen und naturwissenschaftlichen Unterricht

Schluss der zoologischen Karten von Leuckart

RUß: Vögel der Heimat

SKLAREK: Naturwissenschaftliche Rundschau

1895

Von der Schule angeschafft

KORB: Die Schmetterlinge Mitteleuropas

SKLAREK: Naturwissenschaftliche Rundschau

1896

 

[Anm.: Kein Dokument vorhanden]

1897

Gesch. von Herrn Fr. Fastenrath

Mineralien und Bohrkerne

 

Gesch. von Hans Altenburg

Einige Mineralien

 

Von der Schule angeschafft

RUß: Jahrbuch der Natur

SKLAREK: Naturwissenschaftliche Rundschau

1898

Gesch. von Herrn Fr. Fastenrath

Mineralien und Bohrkerne

 

Angeschafft von Geldspende

Schmetterlingssammlung nach Bail; 50 Arten

 

Von der Schule angeschafft

SKLAREK: Naturwissenschaftliche Rundschau

1899

Gesch. von Obertertianer Schwietert

Ein Wespennest

 

Gesch. Obertertianer Hegewisch

Frucht von Cassia fistula

 

Von der Schule angeschafft

SKLAREK: Naturwissenschaftliche Rundschau

1900

Gesch. von Else Morgenroth

Totenkopfschwärmer

 

Von der Schule angeschafft

Band von Naturwissenschaftlichem Verein in Bremen

1901

Gesch. von Tertianer Huchting und Sextaner Hammermann

Einige Mineralien

 

Gesch. vom Kgl. Ministerium

Buch: Lebende Bilder aus dem Reiche der Tiere

 

Von der Schule angeschafft

12 biologische Trockenpräparate, die Metarmorphose der Insekten betreffend

SKLAREK: Naturwissenschaftliche Rundschau

1902

 

[Anm.: Kein Dokument vorhanden]

1903

Gesch. von Prof. Fastenrath

Buch: BÖSENBERG, Die Spinnen Deutschlands 1+2

 

Von der Schule angeschafft

SKLAREK: Naturwissenschaftliche Rundschau

1904

Von der Schule angeschafft

Buch: Die Achten des Vogelfangs

SKLAREK: Naturwissenschaftliche Rundschau

1905

Von der Schule angeschafft

SKLAREK: Naturwissenschaftliche Rundschau

1906

Gesch. von Kgl. Ministerium

DR UHLBORN: Die Mechanik des Vogelflugs

BÖSENBERG: Die Spinnen Deutschlands 3+5

 

Gesch. von Theod. Bindel und einigen Schülern

Verschiedene Beiträge für die naturwissenschaftliche Sammlung

 

Von der Schule angeschafft

MOHR,PETER: Schriften des Waldschulmeisters; Waldheimat

WILDERMANN: Jahrbuch der Naturwissenschaften 20. Jahrgang

MARILAUN/KERNER: Pflanzenleben

SKLAREK: Naturwissenschaftliche Rundschau

1907

Von der Schule angeschafft

Schmeilsche Tafeln

WILDERMANN: Jahrbuch der Naturwissenschaften 1906

SKLAREK: Naturwissenschaftliche Rundschau

 

Gesch. von Untersecundaner Korfhage und auf Anstaltskosten ausgestopft (eigentlich für den Zeichenunterricht)

Ein Kranich, ein Reiher, ein Brachvogel und eine Elster

1908

Von der Schule angeschafft

Biologische Präparate aus der niederen Tierwelt,

Abhandlungen des naturwissenschaftlichen Vereins in Bremen, Jahrbuch der Naturwissenschaften

SKLAREK: Naturwissenschaftliche Rundschau

1909

Gesch.

Eine Sammlung von Lehrmitteln betr. den Kaffee

 

Von der Schule angeschafft

Jahrbuch der Naturwissenschaften

SKLAREK: Naturwissenschaftliche Rundschau

1910

Gesch. von Obersekundaner Mensemeyer, Obertertianer Timphus und Imwalle, Quartaner Budde, Quintaner Grönheim, Sextaner Stöve

(eigentlich für den Zeichenunterricht)

 

Ein Fasan,

Zierkürbisse,

ein Mauersegler,

Teichhühner, Schwarzspecht

Käfersammlung – Geschenk von Baron von Schorlemer 1877

Jahr

Herkunft des Lehrmittels

Lehrmittel

 

Von der Schule angeschafft

Abhandlungen des naturwissenschaftlichen Vereins in Bremen, Jahrbuch der Naturwissenschaften

SKLAREK: Naturwissenschaftliche Rundschau

HARTMANN: Naturwissenschaftliche Plaudereien

1911

Gesch. von Kgl. Provinzial-Schulkollegium in Hannover

DANNEMANN: Der naturwissenschaftliche Unterricht auf praktisch-heuristischer Grundlage

 

Gesch. von Quintaner Fritz Stöve, Obertertianer G. Brockhaus und Untersecundaner Vehslage

(eigentlich für den Zeichenunterricht)

Verschiedene Vögel zum Ausstopfen

 

Von der Schule angeschafft

SKLAREK: Naturwissenschaftliche Rundschau

Abhandlungen des naturwissenschaftlichen Vereins in Bremen,

Zeitschrift für naturwissenschaftlichen und mathematischen Unterricht

Sammlung von Pflanzenpräparaten für den biologischen Unterricht

Schnecken und Muscheln, teilweise geschliffen (eigentlich für den Zeichenunterricht)

1912

Gesch. von der Verlagsbuchhandlung Quelle-Meyer Leipzig

SCHMEIL, Leitfaden der Botanik

SCHMEIL-NORRENBERG: Tierkunde und Pflanzenkunde

SCHMEIL: Einführung in die Tierkunde und Leitfaden der Zoologie

 

Gesch. von der Verlagsbuchhandlung Velhagen und Klasing Bielefeld- Leipzig

HEIMBACH-LEIßNER: Lehrbuch der Botanik

 

Gesch. von Herrn Dentisten E. Kügler

LABES: Unsere Zähne und ihre Pflege

 

Gesch. von Herrn Senator Hensel

(eigentlich für den Zeichenunterricht)

Ein Fuchs

 

Gesch. von Schülern des Realgymnasiums

Eine Möwe, ein Pirol, ein Sumpfvogel

1912

Von der Schule angeschafft

Jahrbuch der Naturwissenschaften 1909/1910

Jahrbuch der Naturwissenschaften 1910/1911

Die Erziehung des Auges

Tiere der Heimat Band 1

SKLAREK: Naturwissenschaftliche Rundschau

Zeitschrift für naturwissenschaftlichen und mathematischen Unterricht,

Mehrere Bildtafeln für den zoologischen Unterricht

Abhandlungen des naturwissenschaftlichen Vereins in Bremen

1913

Herrn Administrator Bindel

2 Flaschen Käfer

 

Von der Schule angeschafft

Abhandlungen des naturwissenschaftlichen Vereins in Bremen

SKLAREK: Naturwissenschaftliche Rundschau

Jahrbuch der Naturwissenschaften (vorhanden bis 1919)

1914

Gesch. von der Verlagsbuchhandlung Franckh in Stuttgart

Volkstümliche Naturwissenschaft

 

Von der Schule angeschafft

GRAMBERG, E.: Die Pilze unserer Heimat Bd. 2

WALTER, E.: Unserer Süßwasserfische

Abhandlungen des naturwissenschaftlichen Vereins in Bremen

Zeitschrift für naturwissenschaftlichen und mathematischen Unterricht

Die Naturwissenschaften

Aus dem Leben eines Wandervogels

Schmetterlinge ( für den Zeichensaal)

1915

 

[Anm.: Keine Geschenke für den biologischen Unterricht,

„Von einer Aufzählung der Anschaffungen aus Anstaltmitteln wird in diesem Jahre abgesehen" (1.Weltkrieg)]

1916-

1924

 

[Anm.: Keine Dokumente vorhanden]

 

1925-

1929

Etat der Schule ist sehr gering,

nur die allernotwendigsten Dinge neu beschafft

Anmerkung: Fettgedruckte Lehrmittel sind noch in der heutigen Sammlung der Biologie bzw. im Archiv des Artland-Gymnasiums vorhanden. Ausgestopfte Tiere sind nicht berücksichtigt.

Unterricht: Der sogenannte Naturkundeunterricht umfasste die Fächer Botanik, Zoologie und Mineralogie. In der Secunda wurde zusätzlich Physik und Chemie unterrichtet. (Die Klassenstufen entsprechen folgenden heutigen Klassen: Prima 12 und 13 (Unter- und Oberprima), Secunda 10 und 11 (Unter- und Obersecunda), Tertia 8 und 9 (Unter- und Obertertia), Quarta 7, Quinta 6 und Sexta 5)
Dadurch, dass die verschiedenen Naturkundebereiche der Secunda teilweise von verschiedenen Lehrern unterrichtet wurden, trat in der Übersicht der Schulstunden im Programm der Schule 1873 erstmals die Trennung der Bereiche Physik/Chemie und Naturkunde auf, sodass die 5 Stunden Naturkunde der Secunda nun auch auf dem Stundenplan in 2 und 3 Stunden gegliedert wurden. In späteren Jahren wurden diese 5 Stunden wieder zusammengelegt und von dem selben Lehrer unterrichtet. Chemische und physikalische Elemente blieben jedoch im Unterricht der Secunda immer vorhanden. Alle weiteren Klassenstufen erhielten 2 Stunden Naturkunde pro Woche bei demselben Lehrer. 1877 wird erstmals auch die Prima unterrichtet, jedoch nie in Naturkunde sondern lediglich in Physik und Chemie.1 (Schulprogramme von 1869-1929)

Die Themenschwerpunkte des Unterrichts, die wir anhand der Jahresberichte ermitteln konnten, variierten in den verschiedenen Klassenstufen nur leicht.
In der Botanik wurde viel Wert auf die Pflanzensysteme von Decandolle und Linné gelegt. Die Bestimmung und der Vergleich von einzelnen Pflanzenarten war ein weiterer wichtiger Aspekt des Unterrichts. Außerdem wurden in- und ausländische Pflanzen behandelt und die Physiologie und Anatomie der Pflanze wurden erarbeitet.
Der zweite Teil des Naturkundeunterrichts, die Zoologie, beschäftigte sich schwerpunktmäßig mit dem Beschreiben verschiedenster Tierarten (Insekten, Gliederfüßler, Weichtiere, Säugetiere, Wirbeltiere). Das natürliche Tiersystem wurde gelehrt und auch die Terminologie geübt.
Gravierende Unterschiede innerhalb der Themen der einzelnen Klassenstufen lassen sich anhand der Jahresberichte nicht feststellen. Auch die Tatsache, dass häufig 2 Klassenstufen zusammen unterrichtet wurden deutet darauf hin.
Ein Unterschied ist in dem Verhältnis von Praxis und Theorie zu sehen. In jüngeren Klassenstufen wurden oft Anschauungsmaterialien erwähnt, die beschrieben und verglichen wurden, wohingegen in höheren Klassenstufen mehr Theorie, wie die Tier- und Pflanzensysteme, gelehrt wurde. Das bedeutet jedoch nicht, dass die jüngeren Klassen keine Theorie und die höheren keine Praxis hatten. Lediglich die Anteile waren verschieden. (Schulprogramme von 1869-1929)

Unterrichtsinhalte in der SECUNDA (ab 1894 Untersecunda)1

____________________

1Die Schüler der Prima wurden von 1869- 1929 nicht in Naturkunde unterrichtet
2Schulprogramme von 1869-1929

Jahr

Stundenanzahl und Lehrer

Inhalt

1869

2 Std

Geßner

Systematik des Thierreiches

Betrachtung einzelner Präsentanten der Gruppen

1870

2 Std.

Geßner

Wärme, Akustik, Optik

1871

5Std.

Geßner

Ergänz. Zoologie, Botanik& Mineralogie, der menschliche Körper

1872

5 Std.

Geßner

Botanik: bestimmen einzelner Pflanzen; die Grundzüge des Decandolle’schen Systems, Kulturpflanzen

Zoologie: Die Säugethiere, Vergleich mit anderen Thierklassen, selbstständiges Beschreiben einzelner Thiere und Klassen [Anm: zusätzlich in den 5 Std: Chemie und Physik]

1873

3 Std.

Cordes

Zoologie: Allgemeine Zoologie mir Hervorhebung physiologischer Momente, die Säugethiere, der Mensch, Übersicht über das ganze Thierreich, Die niederen Thierklassen, Bestimmen einzelner Pflanzen, Vergleich des künstlichen und natürlichen Systems von Linné & Decandolle, Besprechung der aus dem Pflanzenreich gewonnenen für den Menschen bedeutungsvollen Stoffe [Anm: zusätzlich in den 3 Std: Chemie und Physik]

1874

2 Std.

Cordes

Zoologie: allgemeine und vergleichende Zoologie, die Wirbelthiere, selbstständiges Beschreiben einzelner Thiere und Gruppen

Botanik: Bestimmen einzelner Pflanzen nach dem Linnéschen System, Pflanzensysteme, angewandte Botanik, der innere Bau und das Leben der Pflanze, Exkursionen [Anm: Physik und Chemie erstmals einzeln]

1875

2 Std.

Cordes

Zoologie: Die niederen Thierklassen, Geeignetes aus der Anatomie & Physiologie, der Mensch

Botanik: Pflanzensysteme, Bestimmen einzelner Pflanzen mit Hilfe des Lehrbuches von Leunis, Mittheilungen über angewandte Botanik, der innere Bau und das Leben der Pflanze, Exkursionen

1876

5 Std

Martin

Botanik: Geeignete aus der Physiologie des Pflanzenlebens, Kulturpflanzen, Bestimmen von Pflanzen, Exkursionen

Zoologie: Der Bau des Menschen, daran anknüpfend einiges über die wichtigsten anatomischen Verschiedenheiten der höheren Thiere, der innere Bau von Urthieren, Polypen, Echinodermen, Molluscen; die Hauptabtheilung dieser Klassen

1877

3 Std

Ferber

Übungen im Bestimmen der Pflanzen, leichtere Kapitel der Physiologie. Die Typen der niederen Tiere [Anm: zusätzlich in den 3 Std.: Physik]

1878

5 Std.

Morgenroth

Botanik: Systematik und Terminologie fest eingeübt, Pflanzenbestimmung, Besprechung der Kulturpflanzen

Zoologie: Gliederthiere, Überblick über das ganze Gebiet

1879

5 Std.

Morgenroth

Fortsetzung der Mechanik, Akustik, Optik; Die Wechselbeziehungen der Thier- & Pflanzenwelt untereinander und mit der anorganischen Welt, dabei genauer die Vögel, die Amphibien, die Bäume [Anm.: zusätzlich in den 5 Std.: Chemie und Physik]

1880

5 Std.

Morgenroth

Botanik: Die Entwicklung der natürlichen Systeme, Einzelnes aus der Pflanzenphysiologie

Zoologie: Das natürliche System, daran anknüpfend Repetitorisches aus allen Teilen des Gebietes

1881

5 Std. Morgenroth

Botanik: Die Entwicklung der natürlichen Systeme, Einzelnes aus der Pflanzenphysiologie

Zoologie: Die Weichthiere und Gliederfüßler

1882

2 Std.

Morgenroth

Botanik: Repetition der Systeme, Wichtigeres aus der Anatomie, Physiologie der Pflanzen

Zoologie: das natürliche System, die Typen der Weichtiere und Wirbeltiere

1883

2 Std. Morgenroth

Botanik: Bau und Leben der Pflanze, Die natürlichen Systeme

Zoologie: Das Wichtigste aus der Anatomie und Physiologie, Allgemeine Systematik

1884

2 Std.

Morgenroth

Botanik: Bau und Leben der Pflanze, Die natürlichen Systeme

Zoologie: Allgemeine Systematik, Das Wichtigste aus der Anatomie und Physiologie

1885

2 Std

Morgenroth

Botanik: Bau und Leben der Pflanze, Die natürlichen Systeme

Zoologie: Allgemeine Systematik, Das Wichtigste aus der Anatomie und Physiologie

1886

2 Std

im Sommer Morgenroth;

im Winter

von Lengerke

Botanik: Bau und Leben der Pflanze, Natürliche Systeme

Zoologie: das Wichtigste aus der Anatomie und Physiologie der Tiere

1887

2 Std

von Lengerke

Botanik: Bau und Leben der Pflanze, Natürliche Systeme

Zoologie: das Wichtigste aus der Anatomie und Physiologie der Tiere

1888

2 Std

Laumann

Botanik: Bau und Leben der Pflanze, Natürliche Systeme

Zoologie: das Wichtigste aus der Anatomie und Physiologie der Tiere

1889

2 Std.

Laumann

Bau und Leben der Pflanze

Organe des Menschen und der Tiere nach Bau und Tätigkeit

1890

2 Std.

Laumann

Botanik: Bau und Leben der Pflanze, Natürliche Systeme

Zoologie: das Wichtigste aus der Anatomie und Physiologie der Tiere

1891

2 Std.

Laumann

Innerer Bau und Erscheinungen aus dem Leben der Pflanze

Anatomie und Physiologie des Menschen

1892

2 Std.

Laumann

Bau und Leben der Pflanze

Anatomie und Physiologie des Menschen

1893

2 Std.

Laumann

Anatomie und Physiologie des Menschen nebst Unterweisungen über die Gesundheitslehre

Hauptgesetze der Optik und Akustik

1894

2 Std.

Morgenroth

Anatomie und Physiologie des Menschen nebst Unterweisungen über die Gesundheitslehre

Hauptgesetze der Optik und Akustik

1895

2 Std.

Morgenroth

Anatomie und Physiologie des Menschen nebst Unterweisungen über die Gesundheitslehre

1896

 

Heft fehlt

1897

2 Std.

Morgenroth

Anatomie und Physiologie der Pflanzen

Anatomie und Physiologie des Menschen

1898

2 Std

Laumann

Anatomie und Physiologie der Pflanzen

Anatomie und Physiologie des Menschen

1899

2 Std.

Morgenroth

Anatomie und Physiologie der Pflanzen

Anatomie und Physiologie des Menschen

 

1900

2 Std.

Morgenroth

Die verbreitesten Elemente und einige ihrer wichtigsten Verbindungen

Bau und Leben der Pflanze

Ausgewählte Abschnitte aus der Anatomie und Physiologie des Menschen

1901

2 Std. Morgenroth

Anatomie und Physiologie der Pflanzen, als Einleitung zu der Letzteren,

Die verbreitesten Elemente und einige ihrer wichtigsten Verbindungen,

Bau, Leben und Pflege des menschlichen Körpers

1902

 

[Anm. Kein Dokument vorhanden]

1903

2 Std.

Morgenroth

Die verbreitesten Elemente und Mineralien

Anatomie und Physiologie der Pflanzen

Bau, Leben und Pflege des menschlichen Körpers

1904

2 Std.

Morgenroth

Anatomie und Physiologie der Pflanzen

Bau, Leben und Pflege des menschlichen Körpers

Die verbreitesten Elemente und Mineralien und einige ihrer wichtigsten Verbindungen

1905

2 Std Morgenroth

Die verbreitesten Elemente und einige ihrer wichtigsten Verbindungen,

Anatomie und Physiologie der Pflanzen

Bau, Leben und Pflege des menschlichen Körpers

Bau und Ernährung der Pflanze

1906

2 Std

Morgenroth

Die verbreitesten Elemente und Mineralien

Anatomie und Physiologie der Pflanzen

Bau, Leben und Pflege des menschlichen Körpers

1907

2 Std

Morgenroth

Bau und Ernährung der Pflanze

Bau, Leben und Pflege des menschlichen Körpers

Die verbreitesten Elemente und Mineralien

1908

2 Std.

Morgenroth

Bau und Ernährung der Pflanze

Bau, Leben und Pflege des menschlichen Körpers

Die verbreitesten Elemente und Mineralien

1909

2 Std.

Morgenroth

[Anm.: Keine Angaben, aber bei Aufsatzthemen:

Mit welchen Erscheinungen kündigt sich in unserer Heimat der Frühling an?]

1910

2 Std.

im Sommer

Morgenroth,

im Winter

Laumann

[Anm.: Keine Angaben von 1910-1926]

1911

2 Std

im Sommer

Biesterfeld,

im Winter

Nolda

 

1912-

1915

2 Std Morgenroth

 

1916-

1924

 

[Anm.: Keine Dokumente vorhanden]

1925

4 Std.

Budke

 

1926

4 Std.

Langebed

 

1927-

1928

4 Std

Budke

 

1929

4 Std.

Langebed

 

3.2 Naturkunde in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts


Auch in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts änderte sich der Unterricht zunächst nur wenig. Die Finanzmittel waren eher gering und praktische Arbeit und Experimente aufgrund räumlicher Eingeschränktheit und im Vergleich zu heute spärlicher Medienausstattung die Ausnahme. 1903 schenkte Prof. Fastenrath der Schule das Werk: BÖSENBERG, W. (1901): Die Spinnen Deutschlands. Zoologica, Original Abhandlungen aus dem Gesamtgebiete der Zoologie (Hrsg. Carl Chun Leipzig), Erste bis sechste Lieferung, Heft 35 1-5. – Verlag von Erwin Nägele Stuttgart. Neben weiteren Büchern wurden Anfang des Jahrhunderts zahlreiche zoologische und botanische Wandtafeln u.a. von Schmeil gekauft und verschiedene Schüler schenkten der Schule ausgestopfte Tierpräparate. So bekam die Schule 1910 von Obersekundaner Mensemeyer, den Obertertianern Timphus und Imwalle, Quartaner Budde, Quintaner Grönheim und Sextaner Stöve Präparate u.a. von Fasan, Mauersegler, Teichhuhn und Schwarzspecht. 1911 erhielt sie von Quintaner Fritz Stöve, Obertertianer G. Brockhaus und Untersecundaner Vehslage verschiedene Vogelpräparate und Senator Hensel schenkte 1912 einen Fuchs. 1924 stiftete Johann Fokuth aus Wulfenau einen Leguan. Ein im Jahre 1918 gebautes Mikroskop der Firma Leitz befindet sich vermutlich etwa seit dieser Zeit im Besitz der Schule. Auch die ältesten Dias in der Sammlung zur Anatomie der Pflanzen könnten bald darauf gekauft worden sein. Karten und Wandtafeln stellten in dieser Zeit eine der wichtigsten Möglichkeit dar, den Schülern Tiere und Pflanzen vorzustellen, die sie teilweise nicht aus ihrer Heimat kannten. Bereits seit 1884 wurde es der Höheren Bürgerschule zu Quakenbrück durch eine Spende möglich mit der Anlage einer zoologischen Wandtafelsammlung von Leuckard zu beginnen. Diese Sammlung von 101 Wandtafeln konnte im Jahr 1894 vollendet werden. Doch nicht nur der zoologische Unterricht konnte durch Kartenmaterial illustriert werden. Auch im Bereich der Botanik bemühte man sich um eine rasche Ausstattung mit Anschauungsmaterial. So zum Beispiel durch die Anschaffung einer aus 22 Karten bestehenden Kartenserie zu ausländischen Kulturpflanzen von Hermann Zippel aus dem Jahre 1892, die um die Jahrhundertwende an die Schule kam. Aus einem Sammlungsprotokoll von etwa 1930 geht hervor, dass das damalige Realgymnasium über etliches Kartenmaterial sowohl über die heimische als auch über die ausländische Flora und Fauna verfügte. Die Wandkartensammlung wurde nach dem 2. Weltkrieg, insbesondere Ende der 50er und in den 60er Jahren beim Umzug der Schule stark erweitert, wobei überwiegend Wandkarten des Lehrmittelverlags Wilhelm Hagemann Düsseldorf angeschafft wurden. Die folgende Tabelle zeigt einen Auszug aus dem Katalog der naturwissenschaftlichen Sammlung von 1930 (verändert nach BEYLAGE-HAARMANN 2002).

Botanik

Bemerkung

1.

Kny; botanisch-anatomische Wandtafeln

1875 angeschafft; sehr detailgenaue Zeichnungen; Tafeln II bis X sowie vier weitere Tafeln mit Anmerkungen von Dr. von Lengerke sind 2004 vorhanden

2.

Pillig; botanische Wandtafeln

fünf Tafeln 2004 vorhanden

3.

Gerold; botanische Wandtafeln

fünf Tafeln 2004 vorhanden

4.

Zippel; ausländische Kulturgewächse (3. Aufl. 1892)

siehe Liste; 2004 fast komplett vorhanden

5.

Schmeil; botanische Wandtafeln

erwähnt 1907

6.

Sammlung von Kolonialprodukten

7.

Kryptogamen - Herbarium

erwähnt 1904

8.

Gewinnung und Verarbeitung von Kaffeebohnen

9.

Biologische Ausrüstung des Samens und der Frucht

Schaukasten 2004 vorhanden

Pflanzentafeln der deutschen Heimat

(Herbarium, 2004 vorhanden)

P1

Schattenpflanzen des Laubwaldes

P2, P3

Frühjahrespflanzen des Laubwaldes

P4

Kalkliebende Pflanzen

P5

Kalkmeidende Pflanzen

P6, P7

Kalkliebende Unkrautpflanzen

P8, P9

Kalkmeidende Unkrautpflanzen

P10, P11

Ackerunkräuter

P12

Leitpflanzen der Fettwiesen

P13, P14

Futter oder Süßgräser der Wiesen

P15

Leitpflanzen der Bergwiesen

P16

Ölliefernde Pflanzen

Zoologie

1.

Leuckart, zoologische Wandtafeln 1 bis 101

Beginn 1879; Abschluss 1894; 2004 überwiegend noch vorhanden

2.

Pfurtscheller, zoologische Wandtafeln 1 bis 7 und 9

2004 teilweise noch vorhanden, z.B. Zo 14, Zo 18, Zo 25, Zo 58,

3.

Leutemann, zoologische Tafeln 1-23 und 47

seit 1877, 2004 teilweise noch vorhanden

4.

Gerold, zoologische Tafeln 2;10;30;35;37;45;62

2004 noch 3 Tafeln vorhanden

5.

Schmeil, zoologische Wandtafeln 6.

erwähnt 1907 ?

6.

Käfersammlung (Schrank)

2004 vorhanden

7.

Schmetterlingssammlung (Glaskasten)

8.

Mimikry-Sammlung (Glaskasten)

9.

Crustaceen-Sammlung (Glaszylinder)

2004 vorhanden

10.

Insekten - Metarmorphosen (Glaskästen)

11.

Aurelia aurita

12.

Beroe orata

13.

Cysticercus tenuicollis

14.

Echinococus polymorphus

15.

Gastrophilus equi

16.

Unio margaritifera

17.

iverse Fische, Lurche und Kriechtiere in Spiritus

2004 vorhanden

18.

verschiedene Schädel und Schädelteile

19.

menschliches Skelett

2004 vorhanden

20.

Kopfdurchschnitt des Menschen (Modell)

2004 vorhanden

21.

Modell des menschlichen Auges

1891 erworben, 2004 vorhanden

22.

Modell des menschlichen Ohres

2004 vorhanden

23.

Modell des menschlichen Kehlkopfes

24.

Brusthöhle und Bauchhöhle des Menschen (Modell)

2004 vorhanden

25.abcd

4 Wandtafeln zur Vogelkunde von Heubach

25a.abcd

4 Tafeln zur Tuberkulose von Dammann - Seebaum

erwähnt 1914

26.abcdef

6 Tafeln einheimischer Schmetterlinge von M. Ebeling

erwähnt 1914

                       Krautige Baumwolle aus der Wandtafelserie                               Schlüsselblume aus der Kartenserie von
                       Ausländische Kulturpflanzen von ZIPPEL                                    PILLIG

Wandtafeln:

Ausländische Kulturpflanzen (2004 fast vollständig vorhanden)

Friedrich Vieweg und Sohn Verlag Braunschweig 1892

E1

Echter Kaffebaum

E2

Chinesischer Theestrauch

E3

Krautige Baumwolle (Foto)

E4

Virginischer Tabak

E5

Ceylonischer Zimtbaum

E6

Schwarzer Pfeffer

E7

Nelkenpfeffer

E8

Gewürznelkenbaum

E9

Echter Ingwer

E10

Echter Muskatnussbaum

E11

Edler Lorbeer

E12

Limone oder Sauerzitrone

E13

Gemeiner Mandelbaum

E14

Echtes Zuckerrohr

E15

Flachblättrige Vanille

E16

Echter Kakaobaum

E17

Echte Hirse

E18

Maniok oder Cassavestrauch

E19

Kautschukbaum

E20

Guttaperchabaum

E21

Amerikanischer Mahagonibaum

E22

Apotheker Fiberrindenbaum

1931 kaufte die Stadt den neben dem Schulgelände an der Kleinen Mühlenstraße liegenden Garten des 1927 verstorbenen ehemaligen Schülers Hermann Carstens. Er war als Goldgräber in Neuseeland zu Reichtum gelangt und ist bis heute mit der Geschichte des Krankenhauswesens der Stadt Quakenbrück verbunden. Die Situation für die praktische Arbeit in den Naturwissenschaften änderte sich 1932 erheblich, weil für den naturwissenschaftlichen Unterricht ein neues Gebäude im ehemaligen Carsten`schen Garten an der Kleinen Mühlenstraße entstand und die Fächer Biologie und Chemie hier einen eigenen Fachraum mit 82 Quadratmetern Größe erhielten. Seither konnten die Lehrer kleinere Demonstrationsexperimente durchführen und den Unterricht so lebendiger gestalten. Auch die Schüler bekamen erste Möglichkeiten im Fachraum praktisch zu arbeiten. In den 30er Jahren konnte die Schule neun Röhrenmikroskope der Firma Busch in Rathenow bei Berlin anschaffen, sodass seit dieser Zeit mikroskopische Schülerübungen möglich wurden. Zwei bis drei Schüler benutzten in der Regel gemeinsam ein Mikroskop. Das Zubehör wie Rasierklingen mussten sie selbst mitbringen. Untersuchungsmaterial wurde in der Schulumgebung insbesondere aus Gewässern gesammelt. Oft war während der Unterrichtsstunden nur die Zeit, um sich die Präparate genau anzusehen und einzuprägen. Gezeichnet wurde dann zu Hause. Da das Schreibpapier besonders nach dem 2. Weltkrieg knapp war, wurde relativ klein, aber dafür sehr genau gezeichnet. Weil die Beleuchtung der Mikroskope bis in die 60er Jahre über Spiegel erfolgte, war das Mikroskopieren sehr witterungsabhängig und wurde im alten Schulgebäude an der Kleinen Mühlenstraße bevorzugt in den Mittagsstunden durchgeführt. Die Tische standen damals im Biologie/Chemieraum an den Fenstern. Der Fachraum wurde überwiegend von Oberstufenschülern genutzt, während der Biologieunterricht der Mittelstufe bis 1966 im wesentlichen in den Klassenräumen stattfand.

Südansicht des 1932 erstellten naturwissenschaftlichen Neubaus

Der Unterricht war in den 30er Jahren nach Themen gegliedert. So spielten in der Obersekunda das lichtmikroskopische Bild der Zelle, Anatomie, Nährsalzaufnahme und Fotosynthese bei Pflanzen, Anatomie und Physiologie des Menschen sowie einige Aspekte der Genetik, Ahnenforschung und Evolution eine Rolle im Unterricht. Die Tabelle gibt einen Überblick über die genaue Themenfolge im Schuljahr 1937/38.

Kopie aus dem Biologieheft von Marie-Luise Mack (Marlies Rethmeier) etwa 1944

KLASSE:                                       Obersekunda

KLASSENLEITUNG:                     Herr Budke

FACHLEHRER:                              Herr Dr. Nawitzki

WOCHENSTUNDEN:                   2 Stunden

SCHÜLERZAHL:                            9 Mädchen

                                                        28 Jungen

                                                        37 insgesamt

Datum

Aufgabe

Durchgenommen

17.04.37

 

Allgemeine Besprechung über den Arbeitsplan

19.04.37

 

Ausgefallen

24.04.37

 

Unvollständige Hilfsverben

26.04.37

 

Ausgefallen

01.05.37

 

Anatomie, Morphologie

03.05.37

Aufgabenfrei

Die Handhabung des Mikroskops

08.05.37

Himmelfahrt frei

 

10.05.37

 

Betrachtung von Präparaten im Mikroskop

22.05.37

 

Die Bestandteile einer Zelle

31.05.37

 

Die Lebensdauer pflanzlicher und tierischer Zellen

05.06.37

Lebensdauer der Zelle

Die Diatomeae

14.06.37

 

Zusammensetzung der einzelnen Nahrungsstoffe

19.06.37

Bestandteile der agrarischen Stoffe

( Nahrungsstoffe)

Der Mineralstoff-Verbrauch der Pflanzen

21.06.37

 

Die Mineralstoff-Ernährung

26 .06.37

Die Mineralstoff-Ernährung

Die natürliche und künstliche Düngung

28.06.37

 

Osmotische Vorgänge in pflanzlichen Zellen

03.07.37

Osmotische Vorgänge

Bedeutung der künstlichen Düngung

05.07.37

Mineralstoffversorgung der Pflanze

Leben und Wirken: Justus von Liebig

08.07.37

Leben und Wirken des Justus von Liebigs

Allgemeines aus der Pflanzenphysiologie (vorgelesen)

21.08.37

 

Leitgefäße in den Pflanzen

23.08.37

Gefäßbündel in den Pflanzen

Ring-, Spindel- und Tüpfelgefäße

28.08.37

Ring-, Spindel- und Tüpfelgefäße

Querschnitt durch einen Lamium-Stengel

Beobachtung der Gefäßbündel

30.08.37

Anatomie des Pflanzenstengels

Transpiration und Spaltöffnungen

04.09.37

Keine Aufgaben

Nichts durchgenommen

06.09.37

 

Das Blattgrün

11.09.37

Das Blattgrün(+ Zeichnung )

Die Assimilation

13.09.37

 

Parallelen

18.09.37

 

Ausgefallen

20.09.37

 

Verwendung der Assimilationsprodukte

25.09.37

Die Assimilation u. Assimilationsprodukte

Der Mensch

27.09.37

 

Übersicht über das System des Tierreiches

02.10.37

Stellung des Menschen im System

Die Schädelknochen des Menschen

04.10.37

 

Die Wirbelsäule und der Wirbelkörper

08.10.37

Wirbelsäule und Wirbelkörper

Schultergürtel, Brustkasten und Gliedmaßen

16.10.37

 

Bestandteile des Knochens

23.10.37

 

Die Parteien

25.10.37

 

Bestandteile des Knochens und Aufbau der Knochensubstanz

30.10.37

Wiederholung

Rachitische Veränderungen des Skeletts

01.11.37

 

Krankhafte Veränderungen des Rückrates (Formen der Rückratsverkrümmung)

06.11.37

Rückradsverkrümmung

Willkürliche und unwillkürliche Muskulatur

08.11.37

 

Die Körpermuskulatur

13.11.37

Die Körpermuskulatur

Arbeitsweise und Energieverbrauch Muskulatur

15.11.37

 

Organ der Atmung: die Nase

20.11.37

Organe der Atmung

Der Kehlkopf

22.11.37

 

Die Atmung

Vorführung eines Röntgenfilmes

27.11.37

 

Bau der Lunge

29.11.37

 

Rippenfell und Pneumatonreflex

04.12.37

Rippenfell und Pneumatonreflex

Versuche am Spirometer

06.12.37

 

Chemischer Nachweis: der Unterschied zwischen der Ein- u. Ausatmung

11.12.37

Chemischer Nachweis des CO2 in Ausatmungsluft

Atmung und Kampfgase

13.11.37

 

Biologische Übungsarbeit

18.12.37

 

Erklärung eines Sauerstoffapparates

20.12.37

 

Rückgabe der Übungsarbeit

10.01.38

 

Der Blutkreislauf

13.01.38

Der Blutkreislauf

Schädigung des Herzens durch Sport und falsche Ernährung

17.01.38

 

Das Nervensystem des Menschen

22.01.38

Das Nervensystem des Menschen

Leitweg der Nervenreizung und Reflexbewegung

24.01.38

 

Sehtüchtigkeit des Auges

29.01.38

 

Augenkrankheit, äußeres Ohr

31.01.38

 

Mittleres und inneres Ohr

05.02.38

 

Geruchs- und Geschmacksorgane

07.02.38

 

Schülervortrag: die Lebensvorgänge im menschlichen Körper

12.02.38

Lebensvorgänge im menschlichen Körper

Lebensvorgänge bei der Verdauung

14.02.38

 

Drüsen mit innerer Sekretion

18.02.38

Drüsen mit innerer Sekretion

Schilddrüse und Nebennieren

21.02.38

 

Kalorienwert der Nahrung

26.02.38

 

Zeichensprache der erbkundlichen Forschung

28.02.38

 

Lehrfilm (Verdauung)

05.03.38

Zeichensprache der Familienkunde

Die Ahnentafel

07.03.38

 

Ursache des Ahnen-Verlustes

12.03.38

 

Der Lamarckismus

14.03.38

 

Der Darwinismus

19.03.38

Der Darwinismus

Vererbung erworbener Eigenschaften

21.03.38

 

Schriftliche Arbeit

26.03.38

 

Der Mendelismus

28.03.38

Wandertag

 

02.04.38

 

Lehrfilm: Entwicklung der jungen Forelle aus dem Ei

Trotz der Möglichkeiten praktischer Schülertätigkeit waren in dieser Zeit die Schulbücher von SCHMEIL das wichtigste Medium. 1912 hatte die Schule von der Verlagsbuchhandlung Quelle und Meyer in Leipzig die Bücher SCHMEIL, Leitfaden der Botanik, SCHMEIL-NORRENBERG: Tierkunde und Pflanzenkunde und SCHMEIL: Einführung in die Tierkunde und Leitfaden der Zoologie geschenkt bekommen. Sie wurden in diesem Jahr als Lehrbücher eingeführt und blieben bis Ende der 70er Jahre das Unterrichtswerk der Biologie am Artland-Gymnasium. Rassenlehre: Die Rassenlehre spielte nach Aussagen ehemaliger Schüler im Biologieunterricht während des dritten Reiches eine untergeordnete Rolle, obwohl Dr. Nawitzki 1937 beispielsweise eine Arbeitgemeinschaft mit dem Thema „Besondere Themen aus dem Gebiete der Vererbungslehre, Rassenhygiene und Bevölkerungspolitik“ anbieten musste und auch verschiedene Fachbücher zu diesem Themenbereich angeschafft wurden, die noch heute in der Bibliothek vorhanden sind. Hierzu zählen die Werke: CLAUß, FERDINAND (1940): Rasse und Seele. – J. F. Lehmanns Verlag München Berlin, DÜRRE, KONRAD (1933): Erbbiologischer und rassenhygienischer Wegweiser für Jedermann. – Alfred Metzner Verlag Berlin, GRAF, JAKOB (1935): Familienkunde und Rassenbiologie für Schüler. – J. F. Lehmanns Verlag München, LANGE, FRITZ (1937): Die Sprache des menschlichen Antlitzes. – J. F. Lehmanns Verlag München Berlin und SCHENK, PAUL (1942): Krankheit und Kultur im Leben der Völker. – Georg Thieme Verlag Leipzig. Welche Inhalte und Gedanken zum Thema „Abstammungslehre“ in Schulbüchern dieser Zeit vermittelt wurden, können dem am Artland-Gymnasium vorhandenen Schulbuch „Biologie für Oberschulen und Gymnasien“, Band 3, von STECHE-STENGEL-WAGNER (Verlag Quelle und Meyer) aus dem Jahr 1940 entnommen werden (nach NEHMELMANN, 2000).

Gliederung des Kapitels: „Von der Abstammung des Menschen, von seinen Rassen und Völkern“

1. Tier und Mensch

2. Das erste Auftreten der Menschen und seine Entwicklung bis zur heutigen Form

3. Die Lebensweise der ältesten Menschen und die Entwicklung der Kultur

4. Die drei Großrassen der Menschheit und ihre Lebensräume

5. Rassenmischung und Mischlinge
Merksätze

6. Rassen und Völker

7. Die Verschiedenheit der Völker

8. Die führende Stellung der nordisch-germanischen Menschen

9. Andere Rassen im Gefüge des deutschen Volkes

10. Die rassischen Grundlagen der Völker Europas

11. Die Juden

12. Vom Wachsen und Sterben einiger außereuropäischer Rassen und Völker
Merksätze

Inhalt des vorstehenden Kapitels: Das erste Unterkapitel stellt zunächst als eine sehr kurze Hinleitung zum Thema die allgemeine Entwicklung der Wirbeltiere dar und vergleicht Tier und Mensch auf Übereinstimmungen und Unterschiede hin. Mit über zwei Seiten ist die Begründung der Sonderstellung des Menschen doppelt so lang wie der erste Teil des Kapitels. Die Herrenstellung wird vor allem durch seinen aufrechten Gang begründet. Des weiteren werden Vergleiche mit den Verhaltensweisen von Schimpansen angestellt, welche die Möglichkeit auf den Rückschluss auf eine enge Verwandtschaft nahe legen. Im folgenden Kapitel wird über 2 ½ Seiten die Entwicklung der Menschen bis heute dargestellt. Ausbreitung und Aussehen, Vor-, Ur- und Altmensch werden beschrieben. Die Entwicklung bis zum Jetztmenschen wird anhand der Schädelentwicklung verdeutlicht. Das nächste Kapitel behandelt die kulturelle Evolution des Menschen: Zunächst die Lebensgewohnheiten der Neandertaler, die Entdeckung des Feuers, erste Werkzeuge und Anzeichen „menschlichen Seelenlebens“ (Bestattungen, Grabbeigaben), dann der Altmensch mit der höheren Kultur, die sich durch feste Hütten, Siedlungen, eine schnellere Entwicklung und den Besitz von Haustieren äußert, bis schließlich zum Jetztmenschen, der durch die Leistung der Gemeinschaft die Entwicklung bis zur Technik voran getrieben hat, aber auch noch, trotz seiner hiermit verbundenen Loslösung von der Natur, weiterhin stark mit ihr verbunden ist. Im nun anschließenden vierten Unterpunkt werden die drei Großrassen, europide, mongolide und negride Rasse in ihrem unterschiedlichen Aussehen und ihren verschiednen Lebensweisen, die mit der Anpassung an verschiedene Lebensräume zusammen hängt, beschrieben. Zwei Weltkarten veranschaulichen hier die ursprüngliche und die heutige Verbreitung der Großrassen. Das fünfte Kapitel behandelt das Thema „Mischlinge und Rassenmischung“. Folgendes Zitat macht den Inhalt und den Unterton dieses Kapitels deutlich: „Jede Rasse hat ihre eigenen Eigenschaften und Charakterzüge, die gut korrespondieren. Bei der Vermischung entstehen aber Verbindungen von Eigenschaften, die nicht zusammenpassen. Daher findet man bei den Mischlingen oft eine auffällige Zwiespältigkeit in ihrem ganzen Wesen. Das äußert sich besonders in ihrem Charakter. Die Mischlinge gelten fast überall als unzuverlässig, hinterhältig und feige, dabei aber als unbeherrscht und grausam. Deshalb wird Rassenmischung von den gesunden Völkern meist schon gefühlsmäßig abgelehnt.“ Der erste Abschnitt, welcher insgesamt 15 Seiten umfasst, wird an diesem Punkt durch zehn Merksätze zu den vorangegangenen Kapiteln beendet. Der Anfang des ersten Abschnitts ist aus unserer Sichtweise betrachtet noch „normal“. Die letzten beiden Kapitel leiten allerdings schon langsam zur Rassenlehre des Nationalsozialismus über. Die Fokussierung im zweiten Abschnitt auf dieses Thema wird immer stärker. Das sechste Kapitel behandelt nun die Entstehung von Rassen innerhalb der Großrassen und die Bildung von Völkern mit gemeinsamer Kultur und stark verbindender Sprache und Geschichte. Im anschließenden Kapitel wird nun die Verschiedenheit der Völker beschrieben. Dabei wurde auf Soldatentum und Volksfeste ein besonderes Augenmerk gelegt. Entwicklungen in der Technik werden als eine ähnliche Eigenschaft der europäischen Völker dargestellt, da bedeutende technische Erfindungen bis zu jener Zeit nahezu ausschließlich von Engländern, Franzosen und Deutschen gemacht worden sind. Nachfolgendes Unterthema erläutert die führende Stellung der nordisch-germanischen Rasse an einigen Beispielen. Die Klimaauslese habe dafür gesorgt, dass nur besonders Hartnäckige und Intellektuelle überlebt haben, da nur sie durch körperliche und geistige Fähigkeiten die Herausforderungen des Klimas meistern konnten. Auch die Vorfahren der geschichtlich bedeutenden Römer und Griechen stammte von der nordischen Rasse ab. Auch werden die deutsche Geschichte und bedeutende deutsche Persönlichkeiten als ein Indiz für diese Vormachtstellung gesehen. Im anschließenden neunten Kapitel werden die weiteren neben der nordischen Rasse in Deutschland und im umliegenden Europa vorhandenen Rassen vorgestellt. Die westisch-mittelländische, die ostische, die ostbaltische, die fälische und die dinarische Rasse werden in Aussehen und Wesen näher beschrieben. Das folgende zehnte Kapitel behandelt dann die Zusammensetzung der verschiedenen Völker aus den oben genannten sechs Rassen. Es wird die Schlussfolgerung gezogen, dass das Mischungsverhältnis der einzelnen sechs Rassen den „Volkscharakter“ ausmache. Im elften Kapitel erreicht die Rassenlehre ihren Höhepunkt. Mithilfe der Rassenlehre wird nun begründet, warum die Juden für die Deutschen derart abzulehnen sind. Auf die Ideologie der Nationalsozialisten wurde langsam hingearbeitet, so dass ein logischer Kontext entsteht. Die Bedeutung dieses Themas wird durch seinen Umfang (über vier Seiten) noch deutlicher. Die Juden seien eine Mischung aus der vorderasiatischen und der armeniden Rasse, die beide sehr gegensätzlich seien. Mit Mischung dieser beiden Rassen seien „die den Deutschen abstoßenden Eigenschaften (...) wesentlich gesteigert worden. Den Juden wird in diesem Zusammenhang ein kollektiver negativer Charakter zugeschrieben („hinterlistig, zerstörend“ „... ist es nicht verwunderlich, wenn im Verbrechertum aller Zeiten der Jude an der Spitze steht“). Seine Berufswahl (Jurist, Arzt, Künstler) ermögliche ihm einen starken Einfluss auf andere Völker und gefährde jene dadurch. Die Nachteile der Rassenmischung müssten auf jeden Fall vermieden werden, deswegen seien auch die Nürnberger Gesetze 1935 erlassen worden. Als abschließendes Kapitel wird das Thema „Wachsen und Sterben von außereuropäischen Völkern und Rassen behandelt. Als Beispiel dafür, dass Primitivrassen durch Anpassung oder Aussterben in Herrenrassen übergehen bzw. gegen sie verlieren, wird die Verdrängung der Mongolen durch die geistig und militärisch überlegenen Chinesen und Japaner genannt. Abschluss des gesamten Themenkomplexes bilden wieder zehn Merksätze. In ihnen wird die nationalistische Ideologie besonders deutlich, die stark ausgeprägt ist. Mit der heutigen Art der Abstammungslehre hat diese kaum Ähnlichkeiten. Man beschränkt sich lediglich auf den Menschen und die komplette Thematik ist stark von der Rassenideologie und einem nationalsozialistischen Tenor geprägt.

Merksätze aus dem Schulbuch „Biologie für Oberschulen und Gymnasien“, Band 3, von STECHE-STENGEL-WAGNER (Verlag Quelle und Meyer) aus dem Jahr 1940

In den letzten Kriegsmonaten war der Unterricht am Artland-Gymnasium aus verschiedenen Gründen nur noch teilweise aufrechtzuerhalten. Sowohl die durch Einberufungen zum Kriegsdienst verminderte Zahl an Fachkollegen als auch die ständigen Unterbrechungen des Unterrichts durch Fliegeralarme und Angriffe auf den Quakenbrücker Flugplatz waren ein Problem. Die Klassenbuchaufzeichnungen des 5. Jahrgangs im Schuljahr 1944/45 vermitteln einen Eindruck von diesen Störungen. Erst gegen Ende des Jahres 1945 wurde wieder regelmäßiger unterrichtet.

Klasse: 1 (5. Schuljahr)                     Schuljahr: 1944/45

Klassenlehrer:                                       Dr. Otto Ziesenis (StR.)

Biologielehrer:                                       Edmund Linden (StR.)

Schülerzahl: 54               Mädchen: 20                 Jungen: 34

          Unterrichtsverlauf

Datum

Unterrichtsinhalt

Hausaufgabe, Bemerkungen

Do 3.8.

Einführung in die Biologie

 

Di 8.8.

Allgemeine Beschreibung einer Pflanze – Wurzel, Spross, Blütenbiologie

 

Do 10.8.

Sonnenblume, Körbchenblütler

 

Mi 16.8.

ausgefallen wegen Fliegeralarm

 

Fr 18.8.

Sonnenblume und verwandte Pflanzen – Compositen

 

Mi 23.8.

Familie, Sippe

Sippentafel

Fr 25.8.

Fliegeralarm

 

Mi 30.8.

Bau des menschlichen Schädels

 

Fr. 1.9.

Rumpfskelett

 

Mi 6.9.

Verdauungsorgane, Verdauung des Menschen

 

Fr. 8.9.

Arbeit Beschreibung des menschlichen Skeletts

 

Mi 13.9

Fliegeralarm

 

Fr 15.9.

Besprechung der Arbeit

 

Mi 20.9.

Verdauungsorgane

 

Fr 22.9.

Atmungsvorgang

 

Mi 11.10.

Kreislauf

 

Fr 13.10.

Sinnesorgane des Menschen

 

Mi 18.10.

Fliegeralarm

 

Fr 20.10.

Gesunderhaltung und Stählung des Körpers

 

Mi 25.10.

Körperertüchtigung

 

Fr 27.10.

Katze

 

Fr 3.11.

Katze

 

Di 7.11.

Familie: Canis a) Haushund b) Fuchs

 

Fr 10.11.

Hausrind

 

Di 14.11.

Hausrind

 

Fr 17.11.

Rind: Milchbestandteile, Reichsnährstand

 

Di 21.11.

Volkswirtschaftliche Bedeutung der Rindviehzucht

 

Fr 24.11.

Ziege und Ziegenzucht

 

Di 28.11.

Schaf und Schafzucht

 

Fr. 1.12.

Das Pferd

 

Di 5.12.

Das Pferd; Alarm

 

Fr 8.12.

Das Pferd, 9.30 Uhr Voralarm

 

Di 12.12.

Wiederholung

 

Fr 15.12.

Das Pferd und pferdeähnliche Tiere, Schwein

 

Di 19.12.

Orang und Menschenaffen

 

ab 21.12.

Winterferien

 

Dienstag 6. Februar 1945 bis Sonnabend 24. März 1945 häufig Fliegeralarm; danach bis 8. Oktober 1945 keine Eintragungen im Klassenbuch.

Datum

Unterrichtsinhalt

Hausaufgabe, Bemerkungen

Mi 24.10.45

Zähne des Menschen

 

Mo 29.10.

Skelett

 

Mi 31.10.

Reformationsfest

 

Mo 5.11.

Hausaufgaben

 

Mi 7.11.

Knochen, Gelenke

 

Mo 12.11.

?

 

Mi 19.11.

?

 

Mo 18.11.

Sinnesorgane

 

Mi 20.11.

?, Auge

 

Mo 25.11.

Das Reh

Reh

Mi 28.11.

Reh

Reh

Mo 3.12.

Hirsch, Damhirsch

 

Mi 5.12.

Kuh

 

Mo 10.12.

keine Eintragung

 

Mi 12.12.

keine Eintragung

 

Di 17.12.

Katze

 

Di 8.1.46

Körperbau des Menschen

Pferd

Di 15.1.

Pferd, Esel

Pferd

Di 22.1.

Pferd

Esel

Di 29.1.

Schwein

Schwein

Di 5.2.

Wildschwein

Schwein

Di 12.2.

Katze

Katze

Di 19.2.

Haushund

Hund

Di 26.2.

Haushuhn

Haushuhn

Di 5.3.

Taube

Taube

Di 12.3.

Ente, Gans

 

Di 19.3.

keine Eintragung

 

Di 26.3.

keine Eintragung

 

Nach dem 2. Weltkrieg 1945 stand die damalige Oberschule unter polnischer Besatzung. Es konnte zwar Unterricht stattfinden, aber nicht in der Schule, sondern in anderen, von der Stadt angemieteten Räumen. Der Biologieunterricht wurde durch die Beschlagnahme aller Materialien und Sammlungen erschwert. Dennoch wurde auch in dieser Zeit Biologieunterricht erteilt, wie beispielsweise die umfangreichen Aufzeichnungen in den Schulheften von Marlies Rethmeier geb. Mack aus dem 10. Schuljahr (vermutlich 1945/46; vgl. Abbildung Seite 26) belegen. Ausführliche Texte und viele detaillierte Zeichnungen überspannen ein Themenspektrum von der Anatomie der Blütenpflanzen über die Weichtiere und andere Wirbellosengruppen, Einzeller, Parasiten, Pflanzenphysiologie bis zur Physiologie des Menschen und zu Erkrankungen des Menschen. Mikroskopische Zeichnungen haben in diesen Heften eine große Bedeutung. Am 17. Juli 1947 rückte die Besatzung von dem naturwissenschaftlichen Gebäude ab. Ab August 1947 konnte auch im Hauptgebäude wieder unterrichtet werden. Durch den Krieg und die Besatzung waren die Bibliothek und die Sammlungen, so auch die der Biologie, stark beschädigt und teilweise zerstört worden (625 Jahre Alma Mater Quakenbruggensis S.25). Es standen keine finanziellen Mittel zur Verfügung und so klagte Dr. Nawitzki im Jahresbericht von 1955/56 (Jahresbericht 1955/56 S. 17 ) „dass „die Wissenschaft vom Leben“ in Folge der fehlenden Spezialräume und der völlig unzureichenden Lehr- und Unterrichtsmittel besondere Schwierigkeiten hat sich zu entfalten“. In den ersten Nachkriegsjahren setzte ein nahezu kompletter Wandel im Biologieunterricht ein, größtenteils dadurch, dass die nationalistischen Gedanken und Ideologien konsequent beseitigt wurden. Beispielhaft für den Unterricht in den 50er Jahren soll der Unterricht der Klasse 10 des Schuljahres 1954/55 ( Vergleiche hierzu den Klassenbuchauszug des 10. Jahrgangs im Schuljahr 1954/55) vorgestellt werden (nach KOCHANOWSKI, 2001).

Die Klasse 10 im Schuljahr 1954/55 hatte insgesamt 38 Schüler. Eine derart hohe Klassenstärke ist heute unüblich, war damals aber die Regel. Von der Gesamtschülerzahl waren 28 Jungen und lediglich 10 Mädchen. Der hohe Anteil von Jungen weist darauf hin, dass das Artland-Gymnasium, wie nahezu alle Gymnasien, eine überwiegende Jungenschule war und es auch noch zu dieser Zeit nicht üblich war, Mädchen auf ein Gymnasium zu schicken, da oft noch die Meinung vertreten wurde, dass Mädchen keine derartige Ausbildung für ihr späteres Leben benötigten. Bei den Lehrkräften wurde auf die korrekten Anreden großen Wert gelegt. Sowohl Klassenlehrer als auch Fachlehrkraft sind mit Doktortitel in das Klassenbuch eingetragen, beim Klassenlehrer kommt noch der Titel „Studienrat“ hinzu. Das Thema Abstammung wurde bei zwei Unterrichtsstunden pro Woche über neun Schulwochen durchgenommen. Die Stellung des Menschen in der Natur wird als Einstieg in das Thema in zwei Unterrichtsstunden behandelt. In den folgenden Stunden werden die unterschiedlichen Evolutionstheorien von Cuvier, Lamarck und Darwin sowie die Milieutheorie behandelt. An letzterer wird auch Kritik geübt, den Schülern wird somit ein kritisches Hinterfragen von vorgelegten Lösungsansätzen nahe gebracht. Darwins Theorien wird dadurch ein besonderer Stellenwert beigemessen, als dass sie in drei Unterrichtsstunden behandelt werden. Als ein neues Medium tauchen im Unterricht Lehrfilme auf, welche die Unterrichtsstruktur ein wenig auflockern. Allerdings sind die Themen der Lehrfilme nicht unbedingt passend zum übrigen Unterricht gewählt. Hausaufgaben bestanden in der Inhaltsangabe der gezeigten Filme oder in wiederholenden Aufgaben.

Im Schuljahr 1950/51 ist der Unterricht des 12. Schuljahres wie folgt gegliedert. Er beginnt mit der Entwicklungsbiologie. Erst folgt ein allgemeiner Überblick über die Entstehung des Lebens, dann gibt es eine Kurzfassung über das Tierreich vom Einzeller über Weichtiere bis hin zu den Knorpelfischen. Im Anschluss daran wird die Pflanzenwelt mit einigen Gruppen vorgestellt. Es folgt ein kleiner Einblick in den Stoffwechsel der Pflanze. Danach wird ein Teil der Immunbiologie und des Parasitismus gelehrt. Zum Ende des Schuljahres wird, wie auch 1937/38, die Genetik und Evolution behandelt, allerdings fehlt der Teil über die Ahnenforschung.

Eine Biologiearbeit vom Dezember 1950 beinhaltet im 12. Jahrgang folgende Aufgaben:

1.) Welche Arten der Ernährung bei den höheren Pflanzen? (kurz charakterisieren)
2.) Was sind Reptilien?
3) Wie bestimmt man die Zusammensetzung des Chlorophylls? Woraus besteht Chlorophyll? Beschreibe den Versuch, der die Zusammensetzung des Chlorophylls zeigt.
4.) Beschreibe kurz den Entwicklungsgang:
a) des Wurmfarns
b) einer höheren Blütenpflanze
5.) Welche Pflanze vermittelt den Übergang von den kryptogamen Pflanzen zu den Koniferen? (Warum)
6.) Welche Anpassung zeigen die Stickstoffbakterien?
7.) Wesen der Diphterie-Schutzimpfung.
In den Jahren 1952 bis 1961 fand am Artland-Gymnasium eine erste Reihe von schriftlichen Reifeprüfungen im Fach Biologie statt. Im Rahmen dieser Prüfungen arbeiteten die Schüler auch praktisch. So lautete die Aufgabe der schriftlichen Reifeprüfung Ostern 1952:

„Der Parasitismus als Beispiel für die morphologische und physiologische Anpassung der Lebewesen. (Zu erläutern an einigen typischen Vertretern der speziell im Menschen lebenden parasitären Würmer unter besonderer Berücksichtigung der Biologie dieser Tiere.) Untersuchungsmaterial: Gefärbte Längs- und Querschnitte von Taenia saginata, T. solium, Bothricephalus latus, Fasciola hepatica, Ascaris und zwei anatomische Wandkarten von Trichinella spiralis und Distomum. 10 Mikroskope. Zur Bearbeitung hatten die Schüler 4 Stunden Zeit.

Die inhaltliche Strukturierung in der Klasse 12 im Schuljahr 1954/55 ist anders aufgebaut als 1950/51. Es beginnt nicht, wie die Jahre davor, mit Pflanzen-, Tier- bzw. Menschenkunde, sondern mit dem Leben von Tier und Pflanze im Ökosystem. Die verschiedenen Bereiche innerhalb des Themas Ökologie sind allerdings wieder systematisch gegliedert, z.B. in Süßwasser- und Salzwasserpflanzen und -tiere. Mit der Behandlung der abiotischen Umweltfaktoren werden die Bedeutung des Bodens und die des Wassers für die Lebewesen verdeutlicht und im Vergleich zu 1938/39 intensivierer und genauer betrachtet. Danach wird auf die Pflanzenwelt eingegangen, auf Schmarotzerpflanzen und solche, die Symbiosen eingehen.

In der schriftlichen Reifeprüfung Biologie der Klasse 13 m zu Ostern 1961 werden von Dr. Nawitzki zwei Prüfungsthemen gestellt, wobei das zweite Thema lediglich von einem beim Hauptabiturtermin erkrankten Schüler bearbeitet wird.

Thema I:
Auf einer Arbeitstagung der „Deutschen Gesellschaft für Ernährung e.V.“ in Hamburg wurde von den anwesenden Wissenschaftlern die Ansicht vertreten, dass trotz des Fehlens eines materiellen Notstandes die moderne Ernährung des Menschen in gesteigertem Maße zu sogenannten Zivilisationskrankheiten führe. Untersuchen Sie die biologischen Zusammenhänge, die dieser Auffassung zugrunde liegen, und versuchen Sie, Ihre eigene Stellungnahme zu diesem zeitnahen Problem zu begründen.
Hilfsmittel: keine
Zeitdauer. 5 Stunden

Die von Studienassessor Hengst im Februar 1961 vorgenommene zusammenfassende Beurteilung der Abiturarbeiten hat folgenden Wortlaut:
Die Themen – Ve., der die Arbeit nachschreiben mußte, erhielt das zweite - wurden von den Schülern richtig erfaßt und im allgemeinen folgerichtig behandelt. Die Arbeitszeit von fünf Stunden reichte aus. Die 12 Arbeiten über das erste Thema halten in den meisten Fällen ein bestimmtes Gliederungsschema ein:
1. Zivilisationskrankheiten treten an die Stelle von Seuchen, der Geißel früherer Jahrhunderte
2. Die Grundstoffe unserer Nahrung
3. Der Verdauungsvorgang
4. Giftstoffe als Ursachen der Zivilisationskrankheiten
5. Psychische Gründe für die Zeitkrankheiten
6. Persönliche Stellungnahme.
Diese Gliederung liegt besonders nahe, da sie logisch aufgebaut ist und das eigentliche Thema in den Schwerpunkt rückt. - Im einzelnen ergeben sich mancherlei Abweichungen. So enthält die Arbeit bei zwei Schülern einen Vergleich der vorherrschenden Krankheiten in den Notjahren 1940 - 48 mit denjenigen der Jetztzeit. - Die Punkte 2) und.3) verführten manche Schüler (Ro. u.a.) zu langen Abschweifungen, da sie den Stoff, der ihnen durch den Unterricht besonders vertraut ist, nicht auf das Thema beziehen konnten.
Die Ursachen der Zivilisationskrankheiten sind im allgemeinen bekannt. Während eine Reihe von Schülern es mit einer Aufzählung bewenden lassen (G., Th.), gelingt es u.a. Ki., auf selbständigem Wege tiefer zu dringen. Cl. versteht es, an Hand treffend gewählter Beispiele bis in das Forschungsgebiet der Stoffwechselphysiologie zu gelangen. Damit vollbringt er eine für sein Alter hervorragende Leistung. Die persönliche Stellungnahme enthält vielfach eine recht blass wirkende Aufforderung an den Staat, seine Lebensmittelkontrolle bzw. an die Gesellschaft für Ernährung, ihre Aufklärungsarbeit fortzusetzen. Während die Arbeit von Cl. weit aus den anderen hervorragt, zeigt diejenige von Ki. einen fleißigen Arbeiter, und Ve. stellt seine besondere Befähigung unter Beweis, ein Thema von allen Seiten zu durchdringen. Auch Dö. kann mit guten Kenntnissen in eigener Sicht aufwarten. L., M. und besonders G. weisen wesentlich geringere Kenntnisse auf. Bei M. ist jedoch die besonders eigenständige Durchdringung des Themas lobenswert, und die Arbeiten von L. wie G. zeigen eine klare Gedankenführung und einen verhältnismäßig guten Stil. B. und J. vollbrachten nach Inhalt und Form ausreichende Leistungen, während die Ausarbeitungen von R. und G. den Anforderungen, die wir an eine biologische Reifeprüfungsarbeit stellen, gerade noch entsprechen. S. gelang es bei aller Mühe nicht, eine ausreichende Leistung zustande zu bringen. Die Arbeit von T. dringt nirgends in die Tiefe. Die Ausdrucksweise der Reinschrift wirkt nachlässig.


Das Schuljahr 1961/62 beginnt im 12. Jahrgang mit einem kleinen Einblick in die Cytologie der Pflanze. Außerdem werden verschiedene Fortpflanzungsmethoden der Pflanzen durchgenommen. Auf den Stoffwechsel der Pflanze folgt die Betrachtung des Tierreiches. Vom Einzeller geht es zum Vielzeller, von den Weichtieren zu den Insekten. Im letzten Teil des Schuljahres wird das Thema Ethologie behandelt.

SCHULJAHR:                     1961/62

KLASSE:                              12n lat

KLASSENLEITUNG:         Frau Ottenhaus

BIOLOGIELEHRER:         Herr Dr. Hengst

WOCHENSTUNDEN:         2

SCHÜLERZAHL:                 8 Mädchen

                                               11 Jungen

                                               19 insgesamt

Datum

Aufgabe

Durchgenommen

20.04.61

 

Zweikeimblätter, Abwandlung, und Grundtyp

21.04.61

Umformungen des Stengels

Bau des Korpus: Leitbündel

27.04.61

Leitbündel

Engl.: Arbeiten besprochen

28.04.61

Keimesentwicklung der Ein- und Zweikeimblättrigen

Längenwachstum der Blütenpflanze

04.05.61

 

Klassenaufsatz

05.05.61

Bestimmungsübungen an Zweikeimblätter-Familien

Wichtigste Kennzeichen der mittel-

europäischen Zweikeimblätterfamilien

11.05.61

Christi Himmelfahrt – Feiertag -

 

12.05.61

Generationswechsel (S. 145-48) vorher

Angiospermen: Zusammenfassung

16.05.61

Wandertag

 

19.05.61

 

Münchhausen

 

Pfingstferien

 

03..06.61

 

Wiederholung und Zusammenfassung

 

02.06.61

Generationswechsel

Holz der Coniferen, Stofftransport

 

08.06.61

s. Freitag

Kiefer, Fortpflanzung, Vergleichende Darstellung der Fortpflanzung von Farnen

09.06.61

Generationswechsel

Schlauchalge

15.06.61

Grün-, Braun- u. Rotalgen

Geißeltierchen

16.06.61

Augentier

Pathogene Bakterien

22.06.61

Bakterien

Deutschaufsatz geschrieben

23.06.61

Bakterien

Entwicklung der wichtigsten Gruppen des Pflanzenreichs (Phylogenie)

10.08.61

 

Englisch

11.08.61

Ausgefallen (Erkrankung d. Fachlehrers)

 

17.08.61

 

Assimilation

18.08.61

Assimilation

Assimilation: (0 –Verbrauch und –Ersatz)

24.08.61

Wiederholung

Atmung und Gärung

25.08.61

Atmung

Wasserhaushalt der Pflanze

31.08.61

 

Englische Klassenarbeit

01.09.61

 

Vertretung

07.09.61

 

Wechseltierchen

08.09.61

Wechseltierchen

Foraminiferen

14.09.61

 

Klassenaufsatz

15.09.61

 

Sporentierchen Malaria

21.09.61

Malaria

Pantoffeltierchen I

22.09.61

 

Pantoffeltierchen II

28.09.61

 

Wandertag

29.09.61

Pantoffeltierchen

Polyp als Keimblatttier

 

Herbstferien

 

13.10.61

 

Generationswechsel Polyp-Meduse

19.10.61

 

Elternsprechtag

20.10.61

Wiederholung

Meduse: Fortbewegung

26.10.61

Meduse: Fortbewegung

Bandwurm

27.10.61

Wiederholung

Spulwurm

02.11.61

Spülwurm

Regenwurm: Fortbewegung

03.11.61

Fortbewegung des Regenwurms

Reflex und Automatismus

09.11.61

Klassenaufsatz

 

10.11.61

Regenwurm

Maikäufer: Mundwerkzeuge

16.11.61

Mundwerkzeuge der Insekten

Insektenfühler

17.11.61

Honigbiene

Orientierung

23.11.61

Orientierung der Honigbiene

Honigbiene: Lichtsinn

24.11.61

Wiederholung

Honigbiene: Geruchssinn

30.11.61

Biene: Geruchssinn

Biene: Geschmacks- und Zeitsinn

01.12.61

Wiederholung

Weichtiere: Muskulatur

07.12.61

Weichtiere

Englischarbeit

08.12.61

s. Donnerstag

Bindegewebe

14.12.61

Baupläne der Weichtierklassen

Vgl. Anatomie d. Wirbeltiere 1) Haut

15.12.61

 

Wirbeltierklassen: Unterschiedliche Ausbildung der Haut

21.12.61

 

Liv. I/25

 

Weihnachtsferien

 

18.01.62

 

Reflex u. zentralnervöser Automat.

19.01.62

Bewegungsarten

Umwelt. Stimmung

25.01.62

 

Verhaltensweisen des Hundes

26.01.62

 

Instinkt: Hierarchischer Aufbau

01.02.62

Wiederholung

Wolf und Hund: Verhaltensunterschiede

02.02.62

Wiederholung

Vögel: Revierbildung

08.02.62

Wiederholung

Übersprunghandlungen

09.02.62

 

entfiel laut Vertretungsplan

15.02.62

Wiederholung

Mensch: Instinktunsicherheit, Vernunftbegabung

16.02.62

Wiederholung

Verhaltungsweisen von Mensch zu Tier: Vgl.

22.02.62

schulfrei (mündliches Abitur)

 

23.02.62

Englischarbeit

 

01.03.62

 

Der Mensch in der belebten Natur

02.03.62

Bundesjugendspiele

 

08.03.62

Wiederholung

Instinkthierarchie

09.03.62

Mündliches Mathe-Abitur

 

15.03.62

 

Biologie als Mittlerin zwischen den Wissenschaften

16.03.62

 

Filmbetrachtung: Hamsterrevier

Im Zeitraum 1958 bis 1964 konnten durch intensive Unterstützung des Förderervereins 16 hochwertige Schülermikroskope der Firma Hertel und Reuss aus Kassel (Typ C) angeschafft werden, sodass die mikroskopische Praktikumarbeit seit dieser Zeit einen hohen Stellenwert besitzt. Ein 16mm-Filmprojektor ermöglichte die Vorführung naturkundlicher Filme und mittels Diaprojektor konnten Dias gezeigt werden, die vor allen Dingen in den 60er Jahren im Zusammenhang mit dem Umzug in das neue Schulgebäude in großer Zahl angeschafft wurden. Überwiegend wurden Diaserien des Instituts für Film und Bild in Wissenschaft und Unterricht München und der Firma V-Dia-Verlag Heidelberg angeschafft. Die ebenfalls in großer Zahl vorhandenen Wandtafeln, die in dieser Zeit überwiegend vom Lehrmittelverlag Wilhelm Hagemann Düsseldorf bezogen wurden, waren neben dem Buch ein häufig eingesetztes Medium. Mit der Neueinrichtung der Biologie im Schulgebäude am Deich standen ab 1966 aber auch zahlreiche neue Modelle von Tieren, Pflanzen und menschlichen Organen zur Verfügung. Eine wertvolle Schmetterlingssammlung stellte Schulleiter Hesselbarth der Schule aus seiner Privatsammlung zur Verfügung. 1955 stiftete Dr. Rump das wertvolle Pflanzenwerk: SCHLECHTENDAL, D.F.L.; LANGETHAL, L.E.; SCHENK, E. (1880-1887): Flora von Deutschland; 30 Bände und Register. – Verlag von Fr. Eugen Köhler. 1956 stiftet Lehrer Wallrabenstein das Werk: FRANCÈ, R. H. (1906-1912): Das Leben der Pflanze 5 Bände. – Kosmos Gesellschaft für Naturfreunde Stuttgart. Hans Röhrs schenkte der Schule eine wertvolle Versteinerung eines 270 Millionen Jahre alten Siegelbaums „Sigellaria“, die im Eingangsbereich der Schule am Deich einen repräsentativen Standort hat.

Zahlreiche Modelle wurden bald nach dem Umzug in das neue Schulgebäude am Deich für die Biologie angeschafft.

3.3 Die Zeit im Schulgebäude am Deich – 1966 bis heute


Einen wichtigen Einschnitt im Bereich des naturwissenschaftlichen Unterrichts bedeutete der Umzug des Artland-Gymnasiums im Jahre 1966 in den Neubau am Deich. Seither stehen der Biologie zwei Unterrichtsräume sowie ein Sammlungs- und ein Vorbereitungsraum mit einer Fläche von insgesamt 235 Quadratmetern zur Verfügung. Das der Initiative des damaligen Direktors Hesselbarth zu verdankende naturnahe Schulgelände mit zwei Schulteichen, einer Feldhecke, einem Schulgarten und zahlreichen Solitärbäumen verschiedener Arten sowie das Schulumfeld mit der Hase und seit 1973 dem Hasesee in unmittelbarer Nähe bieten hervorragende Bedingungen für die Freilandarbeit. Das Hausmeisterehepaar Edith und Rolf Hanheide engagierten sich in besonderem Maße bei der Pflege der vielfältigen Vegetation im neuen Schulgelände sowie bei der Fütterung mehrerer Schildkröten, die über etwa 30 Jahre von etwa 1965 bis 1995 in den Innenhöfen am Schustertrakt lebten. Leider sind viele dieser wertvollen Strukturen, insbesondere die Vielfalt der Solitärgehölze, seit Mitte der 90er Jahre vernichtet worden und eine monotonere, überwiegend aus Rhododendren bestehende, Vegetation prägt das Bild im Eingangsbereich der Schule und in den Innenhöfen. Lediglich im Umfeld der Teiche und im Bereich des hinteren Pausenhofs ist noch eine gewisse Vielfalt erhalten.

Hausmeister Rolf Hanheide und Schulleiter Gerhard Hesselbarth engagierten sich für ein artenreiches Schulgelände

Bereits in den ersten Jahren nach dem Umzug entstanden Jahresarbeiten zur Ökologie der Schulteiche und die neuen Schulteiche wurden zur Karpfenzucht verwendet. 1971 nahmen Hanno Jürjens und Wolfgang Meyer mit einer Arbeit zur Rädertierfauna der Schulteiche erfolgreich am Wettbewerb „Jugend forscht“ teil. Als ehrenamtlicher Betreuer engagierte sich seit dieser Zeit immer wieder der Rädertierexperte Dr. Walter Koste aus Quakenbrück. 1983 entstand unter der Betreuung von Günther Kosmann eine weitere erfolgreiche Wettbewerbsarbeit. Paul Martin Holterhus, Peter Hesemann und Claudia Jürgens wurden mit ihrer Arbeit „Bestimmung des Phosphatgehalts von Molinia caerulea in Abhängigkeit zur Vegetationsperiode 1983“ dritter Bundessieger beim Wettbewerb „Jugend forscht“ in Augsburg. Seit 1988 arbeiten die Biologen unserer Schule im Freilandlabor Wasserhausen, einer von Rolf Wellinghorst für diesen Zweck bereitgestellten Privatfläche. Hier wurden eine Obstbaumwiese mit alten Sorten, ein Teich und eine Feldhecke angelegt und in ihrer Entwicklung verfolgt. Die Hase, die Quakenbrücker Mersch, der Börsteler Wald sowie viele weitere Gebiete im Osnabrücker Nordland gehören ebenfalls zu den Exkursionszielen und Untersuchungsgebieten unserer Schüler.

Paul Martin Holterhus, Peter Hesemann und Claudia Jürgens präsentieren ihre Arbeit „Bestimmung des Phosphatgehalts von Molinia caerulea in Abhängigkeit zur Vegetationsperiode 1983“ beim Wettbewerb „Jugend forscht“ in Augsburg und werden dritter Bundessieger.

Im Schulgebäude am Deich entwickelte sich die Biologie durch Finanzmittel des Schulträgers und durch die regelmäßige Unterstützung des Förderervereins zu einem gut ausgestatten Fachbereich des Artland-Gymnasiums. Im Zusammenhang mit dem Umzug im Jahre 1966 engagierte sich der Fördererverein mit einem hohen Geldbetrag bei der Anschaffung von Medien für den Biologieunterricht. Es wurden zahlreiche Modellen pflanzlicher, tierischer und menschlicher Organe, verschiedene Skelettpräparate, zahlreiche Wandkarten der Lehrmittelfirma Hagemann Düsseldorf, zahlreiche Diaserien sowie weitere Medien und Geräte gekauft. In den 60er und 70er Jahren kamen dann eine Reihe von Super-8-Filmen hinzu. 1982 folgte eine Investition des Schulträgers im Umfang von etwa 90.000,00 DM, die überwiegend zur Beschaffung von Geräten für Schülerübungen (u.a. Bioga-Geräte) verwendet wurde, aber auch Folien für den Tageslichtprojektor und weitere Einzelgeräte wurden angeschafft. Durch zahlreiche Initiativen der Fachgruppe und Kooperationen mit außerschulischen Partnern wurden seit 1988 verschiedene Sonderprojekte gefördert. Neben der Mikroskopie mit 28 hochwertigen Schülermikroskopen des Typs Hertel und Reuss Typ CN-hFT-Mon, die zwischen 1982 und 2003 angeschafft wurden, sind heute die Ökologie und die Physiologie besonders gut ausgestattet. Viele Geräte und Hilfsmittel für die Freilandarbeit, Videofilme, CD-ROMs und hochwertige Geräte wie ein Spektralfotometer und eine umfangreiche Ausstattung im Bereich der neuen Technologien kamen hinzu. Die neuen Technologien wie Messwerterfassung und -bearbeitung mit dem Computer, Internetnutzung und die Präsentation mittels Computer, Flexkamera und Beamer gehören heute zum Unterrichtsalltag.

Mikroskopie im Jahre 2004: Über Flexkamera und Monitor beziehungsweise Beamer werden Mikropräparate für alle Schüler gut sichtbar präsentiert.

Besonderer Wert wurde ab 1988 auch auf die Anschaffung aktueller Literatur gelegt. Die Einrichtung einer neuen Schülerbibliothek Biologie mit inzwischen mehreren hundert Bänden ermöglicht den Schülern jederzeit den Zugriff auf aktuelle biologische Literatur. Ein Fotokopiergerät in der Bibliothek erlaubt es den Schülern, interessante Seiten sofort für die eigenen Unterrichtsmaterialien zu kopieren. Außerdem stehen in der Bibliothek mehrere Computer zur Internetnutzung bereit. Die Lehrerbibliothek der Biologie sowie der Bestand an Bestimmungsbüchern wurde seit 1988 ebenfalls stark erweitert. Der gesamte Buchbestand wird derzeit zwecks schneller Literaturrecherche in einer Literaturdatenbank erfasst.

Inhaltlich haben die neuen Erkenntnisse besonders in den Bereichen Cytologie, Physiologie, Verhalten, Ökologie und Genetik den Unterricht in den letzten Jahrzehnten enorm verändert. Das über Jahrzehnte verwendete Unterrichtswerk von Schmeil, das in der Mittelstufe entsprechend der Systematik im Tier- und Pflanzenreich aufgebaut war und einen weiteren Band zur Menschenkunde umfasste, wurde in den 70er Jahren zunächst durch das Werk Biologie vom Verlag Cornelsen-Velhagen & Klasing abgelöst, ab 1988 dann durch Biologie heute und ab 2002 durch Netzwerk Biologie, beide vom Schroedel Verlag. Alle Werke sind thematisch strukturiert und durch eine veränderte Konzeption in Richtung Schülerarbeitsbuch gekennzeichnet. Der Anteil an Versuchen, Aufgaben und Arbeitsmaterialien hat in den jüngsten Werken einen großen Anteil und auch die Bildausstattung wurde immer aufwendiger. Netzwerk Biologie ist darüber hinaus mit zahlreichen Seiten ausgestattet, die fächerübergreifende Themen behandeln. Zu den neueren Schulbüchern gibt es umfangreiches Begleitmaterial wie Lehrerbände, Schülerarbeitshefte und einen Werkservice im Internet.
In der Oberstufe wurden statt des als reines Lehrbuch konzipierten Werks „Allgemeine Biologie“ von Schmeil seit den 70er Jahren die Bücher Biologie heute und Linder Biologie verwendet. Ergänzt werden sie durch als Schülerarbeitsbücher konzipierte Themenhefte aus dem Bayerischen Schulbuchverlag und dem Schroedel Verlag.

Beispielseite aus dem aktuellen Biologiebuch Netzwerk Biologie 2. Fächerübergreifender Unterricht wird durch sogenannte Streifzüge gefördert. Der hier gezeigte Steifzug in die Politik greift eine in den 80er Jahren in Nortrup durchgeführte Gewässerunterhaltungsmaßnahme auf.

In den 60er Jahren bestand in der Oberstufe die Wahl zwischen drei verschiedenen Klassentypen: Der altsprachliche (Schwerpunkt Deutsch und Latein) der neusprachliche (Schwerpunkt Englisch und Französisch) und der naturwissenschaftliche Typ. In den beiden sprachlichen Klassen musste eine Naturwissenschaft als zweistündiges Wahlpflichtfach belegt werden.

Als Beispiel zur Darstellung der Unterrichtsinhalte wurde von Anke Nehmelmann (NEHMELMANN 2000) das Klassenbuch der Klasse 13l des Jahrgangs 1967/68 mit dem Wahlpflichtfach Biologie auf die Unterrichtseinheit „Abstammung“ durchgesehen. Mit 17 Schülern hatte diese Klasse eine recht kleine Klassenstärke, das Verhältnis zwischen Mädchen und Jungen war ausgeglichen. Fachlehrkraft für Biologie war Herr Krüger. Betrachtet man den Auszug aus dem Klassenbuch, so kann man erkennen, dass sich nahezu jede Unterrichtsstunde auf das zu dieser Zeit verwendete Schulbuch „Schmeil“ zurückführen lässt. Auch die Abfolge, in der die einzelnen Unterthemen behandelt wurden, entspricht genau der Abfolge, welche die Gliederung des Buches vorgibt. Ebenso beziehen sich die Aufgaben immer auf das Buch, indem zur Unterrichtsvorbereitung bestimmte Abschnitte im Buch gelesen werden sollen. Diesen Eindruck des stark auf das Buch konzentrierten Unterrichts bestätigen auch die Aussagen von damaligen Schülern: Herr S.: „Soweit ich mich erinnern kann, war der Biologieunterricht größtenteils ein Buchunterricht.“
Frau M.: „Die Unterrichtsform war im großen und ganzen Frontalunterricht, der meist aus Abfragen oder der Arbeit mit dem Schulbuch bestand. Allerdings begann man schon von diesen starren Prinzipien abzuweichen und es setzten Diskussionen ein, aber dies war eher in anderen Fächern als in Bio der Fall.“ Das Thema „Abstammung“ wurde über 10 Unterrichtswochen mit jeweils zwei Wochenstunden durchgenommen. Von diesen Stunden sind aber insgesamt sechs aus den verschiedensten Gründen ausgefallen. Als einen weiteren Punkt haben alle interviewten Personen den Lehrermangel, vor allem in den Naturwissenschaften, zu jener Zeit hervorgehoben. Frau M. sagte beispielsweise, dass sie während ihrer gesamten Schulzeit lediglich ein halbes Jahr Chemie gehabt hätte. Im Biologieunterricht wäre es demnach also auch sehr schwierig gewesen, biochemische Zusammenhänge durchzunehmen. Daher sei dieser Bereich ganz ausgelassen worden. Einen kompletten Unterrichtsgang in der Oberstufe aus dieser Zeit vor der 1975 durchgeführten Oberstufenreform vermitteln die folgenden Klassenbuchaufzeichnungen der Klasse 11 mf, 12 mf und 13 mf aus den Jahren 1971 bis 1974 (KOCHANOWSKI, 2001).

SCHULJAHR:                             1971/72

KLASSE:                                      11m(f)

KLASSENLEITUNG:                 Frau Wagner

FACHLEHRER BIOLOGIE:      Herr Krüger

WOCHENSTUNDEN:                 2

SCHÜLERZAHL:                        12 Mädchen

                                                       8 Jungen

                                                      20 insgesamt

Schulbuch: Schmeil Allgemeine Biologie (Quelle u. Meyer) Heidelberg

Datum

Aufgabe

Durchgenommen

13.9.71

 

Pflanze- Tier

15.9.71

Wandertag

 

18.9.71

 

Ausgefallen

22.9.71

Schmeil G1 G3

Aufnahme des CO2

25.9.71

Aufnahme des CO2

Versuche mit Rohchlorophyll

29.9.71

Nachbereitung

Untersuchung von Rohchlorophyll

2.10.71

Nachbereitung

Ausgefallen

6.10.71

Nachbereitung

Blütenfarbstoffe

9.10.71

Nachbereitung

Auf Montag 3. St. vorgezogen

13.10.71

 

Phäophytin

16.10.71

Assimilationsfaktoren

Assimilationsfaktor : Licht

18.10.71

CO2 , Temp. Bedeutung

Assimilationsfaktor: Temperatur

23.10.71

Assimilationsfaktor CO2

Assimilationsfaktor CO2- Konzentration

27.10.71

 

Vitalkapazitätsmessungen

 

Herbstferien

 

3.11.71

Diffusion, Osmose

Osmoseversuch

6.11.71

Osmose

Wasseraufnahme der Pflanze

10.11.71

Plasmolyse

Wasser im Boden

13.11.71

Wassersteigen

Vorgezogen

17.11.71

Buß- und Bettag

 

20.11.71

Wasser im Boden

Wasserhaushalt der Pflanze

24.11.71

Wasserhaushalt der Pflanze

Kohäsion , Adhäsion

27.11.71

Nachbereitung

Gefahren des Rauchens

1.12.71

Und Sie rauchen noch?

Wirkungen des Nikotins

4.12.71

Tabak missbraucht

Folgen des Tabakmissbrauchs

8.12.71

 

Einführung in den Bau des Mikroskops

11.12.71

Nachbereitung Plasmolyse

Mikroskop. Übung : Elodea: Plasmaströmung

15.12.71

Siehe Sam.(11.12.71)

Mikroskop. Übung: Plasmolyse (Rotkohl)

18.12.71

Mineral. Ernährung

Plasmolyse, Grenzplasmolyse

22.12.71

Weihnachtsferien

 

12.1.72

 

Mineralische Ernährung

15.1.72

Schmeil 70-72

Besprechung von Arbeitsaufgaben

17.1.72

 

Bioarbeit

22.1.72

Nachbereitung

Besprechung der Klassenarbeit

24.1.72

 

pH-Wert Bestimmung

29.1.72

Schulfrei wegen Ende

des 1.Halbjahres

 

2.2.72

 

pH-Wert Bestimmung

5.2.72

Schulfrei: Elternsprechtag

 

9.2.72

Weiterverarbeitung des Traubenzuckers

Dreifelderwirtschaft

12.2.72

Siehe Mit. (9.2.)

N-bindende Bakterien

16.2.72

Weiterverarbeitung TZ

Nachweisverfahren für TrZ- Nachfolgen

Datum

Aufgaben

Durchgenommen

19.2.72

Atmung

Oxidative Atmung

23.2.72

Intramolekulare Atmung

Alkoholische Gehrung

26.2.72

Heterotrophie Züchtung

Gehrungsarten

1.3.72

Hetrotrophie

Aerobier, Anaerobier

4.3.72

Infektionen

Gehrungsvorgänge

8.3.72

Infektionen

Infektionen

11.3.72

Chemosynthese

Chemosynthese

15.3.72

Osterferien

 

8.4.72

 

ausgefallen

12.4.72

 

ausgefallen

15.4.72

 

ausgefallen

19.4.72

 

Vorträge und Diskussion im Rahmen der Ostkundenwoche: Erziehung in der DDR

22.4.72

 

Chemosynthese

26.4.72

Kreislauf des Kohlenstoffs

Kreislauf des Stickstoffs

29.4.72

Stickstoff

Priel: Lehrwanderung

3.5.72

 

Mikroorganismen im Boden

6.5.72

Schmeil bis 81

Mikroorganismen im Boden

10.5.72

 

Ausgefallen wegen Abi

13.5.72

Schmeil bis 81

Ausgefallen

17.5.72

Siehe Sam. (13.5.)

Amöbe; Paramecium

20.5.72

Pfingstferien

 

31.5.72

 

Verdauungssysteme

3.6.72

Schmeil bis 85

Fett und Kohlenhydrate; Verdauung

9.6.72

(Bio jetzt Fr. u. Sam.) Schmeil bis 85

Schema zur Verdauung

10.6.72

 

Aufnahme der Nährstoffe, Zuckerkrankheit

16.6.72

Vitamine

Dahmlängen von Tieren

17.6.72

Frei

 

23.6.72

Vitamine

Entdeckungsgeschichte der Vitamine

24.6.72

Vitamine

B, B2, B6, C

30.6.72

Vitamine

C+D

1.7.72

Vitamine

D-Hypovitaminose

7.7.72

 

Nachtrag: B, C, D

8.7.72

Vitamine

Vitamine A, H, K,

14.7.72

Stofftransport bis 90 Mitte

Offenes u. Geschlossenes System

15.7.72

 

Ausgefallen

 

Sommerferien

 

SCHULJAHR: 1972/73

Klasse 12 m(f)

KLASSENLEITUNG:                     Frau Wagner

FACHLEHRER BIOLOGIE:         Herr Krüger

WOCHENSTUNDEN:                    2

SCHÜLERANZAHL:                      14 Mädchen

                                                          7 Jungen

                                                          21 insgesamt

Datum

Aufgabe

Durchgenommen

2.9.72

 

Stofftransport

4.9.72

 

Blutdruck

6.9.72

Blut

Ausgefallen wegen der Trauerfeier für die Opfer des Mordanschlags in München

9.9.72

 

Filmprojektion: Abwehrkampf, das Herz

11.9.72

- 16.9.72 Berlinfahrt

 

18.9.72

 

Bau und Funktion der Erythrozyten

20.9.72

Blutkreislauf

Blutbestandteile

23.9.72

Blutgruppen

Höhenanpassung

25.9.72

 

Höhenrausch Tiefenrausch

27.9.72

Blutgruppen

Blutgruppen

30.9.72

Rhesusfaktor

Vererbung Blutgruppen, Rhesusfaktor

2.10.72

 

Rhesus Unverträglichkeit

4.10.72

Blutgruppen

ABO- Unverträglichkeit

7.10.72

Atmung

Hautatmung Tracheen

9.10.72

 

Kiemen, Tracheenkiemen, Darmatmung

11.10.72

Atmung

Schwimmblase, Vogellunge

14.10.72

Energiewechsel

Grundumsatz: wechselwarm - gleichwarm

16.10.72

 

Winterschlaf- Winterruhe

18.10.72

Kreislaufsysteme

Vom Winterschlaf der Mäuse

21.9.72

 

Fr.-Klassenarbeit

23.10.72

Energiewechsel

Winterschlaf der Tiere

25.10.72

Ausscheidung

Filmprojektion: Ausscheidung

28.10.72

Herbstferien

 

6.11.72

 

Wiederholung: Ausscheidung

8.11.72

Hormone bis 100 oben

Ausscheidung

11.11.72

Hormone

Myxödeme

13.11.72

 

Aufsatz

15.11.72

S. Sam.(13.11.72)

Basedowsche Krankheit

18.11.72

Hormone

Kropf Nebenschilddrüsen (endemischer)

20.11.72

Entfallen

 

22.11.72

Buß- u. Bettag

 

25.11.72

Entfallen

 

27.11.-

2.12.72 Entfallen

 

4.12.72

 

Zuckerkrankheit

6.12.72

Hormone

Adrenalin, Cortin

9.12.72

Hormone

Thymus, Epiphyse

11.12.72

 

Prim. U. sekundäre Geschlechtsmerkmale

13.12.72

Nachbereitung

Geschlechtskrankheiten, Verhütungsmittel

16.12.72

Nachbereitung

Empfängnisverhütung

18.12.72

 

Ein Kind entsteht

20.12.72

Nachbereitung

Ein Kind entsteht

23.12.72

Weihnachtsferien

 

10.1.73

 

Ein Kind entsteht (94)

13.1.73

Nachbereitung

Ein Kind entsteht

15.1.73

 

Hypophyse

17.1.73

Hormone

Hormone( Wiederholung) Reizbarkeit

20.1.73

Reizbarkeit bis 104

Klassenarbeit

22.1.73

 

Aufsatz

24.1.73

s. Samstag (20.1.73)

Ausgefallen

27.1.73

 

Ausgefallen

29.1.73

 

Aufräumungsarbeiten

31.1.73

 

Krankenbewegungen

3.2.73

Ferien

 

5.2.73

? Krankenbewegungen?

Ausgefallen

7.2.73

 

Ausgefallen

10.2.73

Elternsprechtag

Ausgefallen

12.2.73

 

Ausgefallen

14.2.73

 

Krankenbewegungen

17.2.73

Taxien, Tropismen

Tropismen

19.2.73

 

Photo u.- Geotropismus

21.2.73

Nastien

Nastien

24.2.73

Schmeil bis 112

Reizphysiologische Versuche an Paramecien

26.2.73

 

Paramecium

28.2.73

Chem. Sinne

Schmerzsinn

3.3.73

Chem. Sinne

Schmerzsinn der Tiere

5.3.73

 

Schmerzsinn der Tiere

7.3.73

Chem. Sinne

Geschmackssinn

10.3.73

Chem. Sinne

Geschmackssinn

12.3.73

 

Geruchssinn

14.3.73

Chem. Sinne

Geruchssinn

17.3.73

Mech. Sinne

Wärmesinn u. Tastsinn

19.3.73

 

Strömungssinn

21.3.73

Schmeil bis 119

Gehörsinn

24.3.73

Gehörsinn

Gehör der Insekten

26.3.73

 

Hörsinn

28.3.73

Sehsinn

Ausgefallen

31.3.73

 

Fledermäuse

 

Osterferien

 

25.4.73

 

Arten des Sehens

28.4.73

Sehsinn

Lichtkompassorientierung

30.4.73

 

Linsenaugen

2.5.73

Sehsinn

Gelber u. blinder Fleck

5.5.73

Elternsprechtag

 

7.5.73

Sehsinn

Farbensehen

9.5.73

Tierwahrnehmungen

Wiederholung

12.5.73

Tierwahrnehmungen

Optische Täuschung

14.5.73

Frei wegen mündlichem Abi

 

16.5.73

Tierwanderungen

Aal + Lachs

19.5.73

Frei wegen mündlichem Abi

 

21.5.73

Tierwanderungen

Aal + Lachs

23.5.73

 

Vogelzug

26.5.73

Tierwanderungen

Bilder zur Vogelwanderung

28.5.73

 

Vogelwanderung

30.5.73

Nervensystem

Ausgefallen

2.6.73

 

Frei nach Vertretungsplan

4.6.73

 

Wiederholung des Vorabiturs in Französisch

6.6.73

 

Bau von Nervensystemen

9.-12.6.73

Pfingstferien

 

13.6.73

 

Biologiearbeit

16.6.73

 

Reflexe

18.6.73

 

Krankengeschichte

20.6.73

Regelkreise

Wärmeregulation

23.6.73

Regelkreise

Rückgabe der Arbeit

25.6.73

 

Herzschlag u. Atemregulierung

27.6.73

Ausgefallen

 

30.6.73

Ausgefallen

 

2.7.73

Ausgefallen

 

4.7.73

 

Diskussion mit Bundestagsabgeordneten in Aula

7.7.73

 

Innere Rhythmik

9.7.73

 

Symbiose – Parasitismus

11.7.73

Frei nach Zeugnisausgabe

Sommerferien

SCHULJAHR: 1973/74

KLASSE: 13 m(f)

KLASSENLEITUNG:                 Herr Saalfrank

FACHLEHRER BIOLOGIE:     Herr Krüger

WOCHENSTUNDEN:                2

SCHÜLERZAHL:                        13 Mädchen

                                                      7 Jungen

                                                      20 insgesamt

Buch: Schmeil: Allgemeine Biologie

27.8.73

 

Einführung in die Vererbungslehre

29.8.73

Mendelsche Gesetze

1.+ 2. Mendelsche Gesetz

3.9.73

Unabhängigkeitsgesetz

Begriffsbestimmun zur Erblehre

5.9.73

Übungsbeispiele 197

Mendel + sein Werk Übungsbeispiele

10.9.73

Übungsbeispiele 201

Übungsbeispiele zum Unabhängigkeitsgesetz

12.9.73

Übungsbeispiele

Übungsbeispiele Genort- und Genwirkung

17.9.73

Genort- und Genwirkung

Akzeleration Heterosis

19.9.73

Geschlechtsbestimmung

Heterosis

24.9.73

Gen -u. Merkmalsbildung

Gen -u. Merkmalsbildung

26.9.73

Modifikationen

Modifikationen

1.10.73

Mutationen

Mutationen

3.10.73

Mutationen

Mutanten

29.10.73

 

Mutationen bei Mensch u. Tier

31.10.73

Mutationen

Ausgefallen wegen Reformationstag

5.11.73

 

Mutationen bei Mensch u. Tier

7.11.73

Vererbung beim Menschen

Erbkrankheiten

12.11.73

Vererbung beim Menschen

Geschlechtsgekoppelte Vererbung beim Menschen

14.11.73

s. Mon.(12.11.73)

Geschlechtsgebundene Erbgänge beim Menschen

19.11.73

Vererbung beim Menschen

Vererbung krankhafter Merkmale 1-6

21.11.73

Ausgefallen Buß –u. Bettag

 

26.11.73

 

Phenylketonurie

28.11.73

Nachbereitung

Vererbte Krankheiten

3.12.73

Nachbereitung

Geschmackstest

5.12.73

 

Bioarbeit

10.12.73

Aufgabe Geschmackstest

Vererbung normaler Merkmale

12.12.73

 

Chromosomenaberrationen

17.12.73

Chromosomenaberrationen

Rückgabe der Arbeit

19.12.73

 

Übungsbeispiele Trisomien

7.1.74

Weihnachtsferien

 

9.1.74

Ausgefallen

 

14.1.74

Ausgefallen

 

16.1.74

 

Eugenik – Euthanasie

21.1.74

 

Sterilisationsgesetz

Datum

Aufgabe

Durchgenommen

23.1.74

 

Eugenik: nationalsozialistische Rassengesetze

28.1.74

Abstammungslehre

Biol. Fachliteratur

30.1.74

s. Mon.(28.1.74)

Erbgeschichte 1-12

4.2.1974

Erbgeschichte

Erbgeschichte

11.2.74

Erbgeschichte

Ausgefallen

13.2.74

 

Erbgeschlechtliche Tendenzen, Fossilierung

18.2.74

Erbgeschichte

Entwicklungstendenzen der Arten

20.2.74

Erbgeschichte

Stammesgeschichte des Vogels

25.2.74

Stammesgeschichte der Vögel

Stammesgeschichte der Vögel

27.2.74

Stammesgeschichte der Vögel

Stammesgeschichte der Vögel u. Pferde

4.3.74

Geschichte der Evolution

Cuvier und Lyell

6.3.74

Lamarck / Darwin

Lamarck / Darwin

11.3.74

Deutsch- Abitur

 

13.3.74

Schulfrei wegen Abi

 

18.3.74

 

Erasmus / Lamarck / Darwin

20.3.74

Lamarck / Darwin

Lamarck / Darwin

25.3.74

Darwin

Darwin Entstehung der Arten

27.3.74

Beginn der Osterferien

 

17.4.74

 

Auf der Spuren Darwins

22.4.74

Galapagos

Darwins Reisebeschreiung

24.4.74

Galapagos

Tierwelt von Galapagos

29.4.74

Galapagos

Ausgefallen

1.5.74

Frei

 

6.5.74

Schmeil

Beweise zur Stammesgeschichte

13.5.74

Anthropologie

Ursprung des Menschen

15.5.74

Stammesgeschichte des Menschen

Studientag

16.5.74

letzter Schultag für die

Abiturienten

Im Rahmen des über fünf Wochenstunden laufenden Leistungskursunterrichts, der seit der Oberstufenreform im Jahre 1975 in den Jahrgängen 12 und 13 angeboten und sehr gut angewählt wird, erhalten die Schüler heute eine moderne naturwissenschaftliche Ausbildung. 1978 belegen von den 101 Abiturienten 44 das Leistungsfach Biologie, 1994 belegen von 57 Schülern des 12. Jahrgangs 36 das Leistungsfach Biologie und 2003 belegten 24 Schüler des 12. Jahrgangs und 34 Schüler des 13. Jahrgangs Biologie als Leistungsfach.
Im Schuljahr 1990/91 ist das Kursthema des 1. Halbjahres Stoffwechselphysiologie, das des 2. Halbjahres Ökologie. Im Gegensatz zu den Jahrgängen vor der Reform werden die Themen auf Grund der 5-Stunden-Woche intensiver behandelt. Auch der Anteil der praktischen Arbeit vom Schuljahr 1990/91 im Vergleich zu beispielsweise 1954/55 hat deutlich zugenommen. Aus dem älteren Klassenbuch sind zwei Einträge, „botanische Exkursion“ und „praktische Arbeiten im biologisch-chemischen Laboratorium“ vorhanden, die eindeutige Hinweise auf die praktische Arbeit geben. Im Jahrgang 1990/91 sind zehn solcher Einträge, in denen es um Versuche oder mikroskopische Arbeiten geht, zu verzeichnen. Auch die Herangehensweise an die verschiedenen Themen hat sich geändert, ohne dass der Jahrgang eine wesentliche Rolle spielt.
Ein Beispiel für die Veränderung der Schwerpunktsetzung bietet die Neurobiologie. Vergleicht man den beanspruchten Zeitaufwand in Monaten ohne Berücksichtigung von Ferien und ausgefallenen Stunden, so wird 1937/38 bei zweistündigem Unterricht ca. einen Monat für dieses Thema verwendet, in dem einige der Sinnesorgane des Menschen und das menschliche Nervensystem behandelt werden. In drei Monaten wird das Thema 1972/73 ebenfalls über zwei Wochenstunden abgehandelt. Durch neuere Forschungsergebnisse wie z.B. beim Auge die Young-Helmholtzsche Dreifarbentheorie, die 1964 anerkannt wird, ist die Vermittlung der Thematik schon deutlich zeitaufwendiger. Im Gegensatz zu 1937/38 wird die Neurobiologie nicht nur auf den Menschen beschränkt, sondern übergreifend auch bei Tieren und Pflanzen durchgenommen. 1991/92 wird ein Zeitraum von fünf Monaten bei fünf Unterrichtsstunden pro Woche, in dem es überwiegend um detaillierte biochemische und physikalische Vorgänge im Nervensystem geht, in Anspruch genommen. Wie bei den zwei anderen Beispielen wird das Auge von den Sinnenorganen am intensivsten behandelt, aber die Methode, wie der Stoff vermittelt wird, hat sich geändert. So werden die Unterrichtsinhalte 1991/92 vor allen Dingen mit Hilfe von Versuchen und mikroskopischer Arbeit erarbeitet, während es in den Jahrzehnten davor überwiegend eine theoretische Erarbeitung war.
Die folgenden Tabellen zeigen den genauen Unterrichtsverlauf in den vier Semestern des Leistungskurses Biologie im Abiturjahrgang 1992 (KOCHANOWSKI, 2001).

SCHULJAHR: 1990/91

KLASSE: 12 LK

KURSLEITER:                 Herr Wellinghorst

WOCHENSTUNDEN:     5

SCHÜLERZAHL:             7 Mädchen

                                           7 Jungen

                                           14 insgesamt

Datum

Thema der Stunde

Aufgabe

a)        Fehlende Schüler

b)        Bemerkungen

23.8.90

Organisatorisches

 

Hinweise auf: Verbot von Waffen; Laborordnung; Versäumnisfragen, Leistungs- bewertung

24.8.90

Handhabung Mikroskop; Herstellung mikroskopischer Zeichnungen u. Schnitte

Wdh. Bau u. Handhabung Mikroskop

 

28.8.90

Untersuchungen zum Bau des Laubblattes; Was ist Stoffwechsel

Arbeitsblätter

 

30.8.90

Zusammenhänge zwischen Bau u. Funktion eines Laubblattes

Arbeitsblatt

Aufgaben

 

31.8.90

Diffusion u. Osmose – Wdh. und. Anwendung

Zusammenfassung zur Osmose

 

4.9.90

Praktische Arbeiten in der Biologie

Erklärung der Blattbewegung bei der Mimose

 

6.9.90

Spaltöffnungen – Orte des Gasaustausches in der Zelle

 

 

7.9.90

V. Transpiration von Pflanzen verschiedener Standorte

Aufgabe 3 u. 4 vom Arbeitsblatt

 

11.9.90

Anpassung des Blattbaus an die Wasserversorgung; mikroskopische Untersuchung an Alpenrose u. Uferwolfstrapp  

Aufgabe 5-7 vom Arbeitsblatt

 

13.9.90

Einfluss von Licht u. Wasserhaushalt auf die Spaltöffnungsweite

Arbeitsblatt  

Aufgabe 1 u. 2

 

14.9.90

Xerophyten, Hygrophyten, Hydrophyten

Arbeitsblatt

Aufgabe 3

 

18.9.90

Bau der Wurzel u. Langzeitversuch zur Funktion der Wurzel

Erklärung der Anpassungen v. Spross u. Wurzel

 

20.9.90

Klausur Nr. 1

LBS 131 – 133  

 

21.9.90

Bau u. Funktion der Wurzelspitze; Wdh. Mitose

 

 

25.9.90

Versuche zu Transpiration u. Evaporation mit Bioga- Geräten

Arbeitsblatt EM- Bild der Zelle

 

27.9.90

Funktionelle Anatomie der

Wurzel;     Mikroskop: Wurzelquerschnitt v. Hahnenfuß

Versuchsprotokoll

 

28.9.90

Funktionen der verschiedenen Wurzelgewebe

Arbeitsblatt O26

 

2.10.90

Wasser -u. Nährstoffaufnahme durch die Wurzel; Guttation

LBS 133 – 136    lesen

 

4.10.90

Untersuchungen zur Anatomie der Sprossachse bei Kürbis und Pfeifenstrauch  

Wdh.

Nachschreib-

termin der 1. Klausur

5.10.90

Besprechung der Nachschreibklausur; Rückgabe der Klausur  

Wdh.

 

9.10.90

Besprechung der Arbeit; Zellen der Leitgewebe u. ihre Funktion

 

 

11.10.90

Lichtmikroskop u. Elektronenmikroskop; Bau der Chloroplasten

Berichtigung

 

12.10.90

Feinbau der Chloroplasten

Linder   S. 103 – 105

 

16.10.90

Thylakoidmembran; Übersicht über Plastiden; Prinzip der Chromatographie

Wdh. Elementarmembran

und E.- Mikroskop

 

18.10.90

Chromatographie v. Blattpigmenten

Zusammenfassung Chromatographie

 

19.10.90

Aufgaben zur Chromatographie der Blattpigmente

Wdh. Dipol

Elektronennegativität

 

23.10.90

Absorbtionseigenschaften eines Blattpigmentextrakts; Bau der Blattfarbstoffe

Aufgabe:                       2   Arbeitsblatt

 

 6.11.90

Grundlagen der Photometrie; Spektralphotometer

 

 

 8.11.90

Aufnahme eines Absorbtionsspektrums; Abhängigkeit der Photosynthese von Außenfaktoren (SV)

Arbeitsblatt

Photometer

 

 9.11.90

Ausgefallen wegen Klausuren

Deutung zu den Versuchen

 

13.11.90

Absorbtionsspektrum der Blattfarbstoffe; Lichtintensität beeinflusst Photosyntheserate

 

 

15.11.90

Klausur Nr.2

Wiederholung

 

16.11.90

Abhängigkeit der Photosynthese von Licht, Temperatur, COmso-bidi-font-size: 10.0pt">2

 

 

20.11.90

Ausgefallen   laut Plan wegen MNU

Wiederholung

 

22.11.90

Ausgefallen laut Plan wegen HIT

 

 

23.11.90

Kriterien zur Deutung von Referenzen; Nachlese HIT

 

 

27.11.90

Besprechung und Rückgabe der Arbeit

 

 

29.11.90

Mitarbeit im Unterricht; Vorbereitung Facharbeiten

Berichtigung

 

30.11.90

Wiederholung Säure- Base- Reaktion und Redoxreaktion

 

 

 4.12.90

Die Primärreaktion der Photosynthese

Wiederholung: Bestimmung von   Oxidationszahlen

 

 6.12.90

Die Hill- Reaktion

 

 

 7.12.90

Calvins Untersuchungen zur Aufklärung der Dunkelreaktion

Aufgabe 4 nach Linder

 

11.12.90

Sekundärreaktion der Photosynthese; Photosynthese, Umwelt und Energiebilanz

Linder: Dunkelreaktion

 

13.12.90

Herbizide und ihre Wirkung auf die Photosynthese  

 

 

14.12.90

Geschichte der Photosynthese (Referat)

 

 

18.12.90

Untersuchung des CO2 – Verbrauchs bei Mais und Weizen

Wiederholung

 

20.12.90

Der Mais- Blattanatomie und Biochemie dieser C4- Pflanzen

Wiederholung

 

21.12.90

Weihnachtliches Brauchtum im Quakenbrücker Raum

 

 

 

Weihnachtsferien

 

 

 8.1.91

 Hatch-Slak-Weg, Zellatmung im Überblick

 

 

10.1.91

Schritte der Zellatmung: Glycolyse, Zitronensäurezyklus, Atmungsquote; Entwicklungsbiologie: Bau der Zelle

Lindner: Zellatmung lesen

 

11.1.91

Mitose und Meiose (Wiederholung)

Mitose und Meiose (Wiederholung)

 

15.1.91

Hormonale Regulation des weiblichen Zyklus  

Aufgabe

 

17.1.91

Krieg am Golf; Bau der männlichen Gameten

Wiederholung

 

18.1.91

Bildung der männlichen Gameten

 

 

22.1.91

Ausgefallen laut Plan ( Fortbildung)

 

 

24.1.91

Befruchtung und embryonale Entwicklung

 

 

25.1.91

Zygote, Morula, Blastula, Gastrula, Keimblattbildung

Wiederholung

 

29.1.91

Ausgefallen laut Plan; Pädagogische Klausurtagung

Aufgaben zum Arbeitsblatt

 

31.1.91

Embryogenese, Röteln, Geburt

 

 

 1.2.91

Ausgefallen laut Plan

 

 

 5.2.91

Zusammenstellung ökologischer Begriffe

 

 

 5.2.91

Exkursion nach Osnabrück, Naturschutzzentrum, Naturwissenschaftlicher Verein    14.30- 23.00 (statt Freitag 26.2.91)

 

 

 7.2.91

Versuche mit der Temperaturorgel; Umweltfaktor Temperatur

Lernen der Begriffsdefinitionen

 

 8.2.91

Wandertag (Dümmer)

Wiederholung

 

12.2.91

Versuche zum abiotischen Faktor Temperatur/ RGT- Regel

 

 

19.2.91

Stoffwechselaktivität Gleichwarmer und Wechselwarmer im Vergleich

Wiederholung

 

15.2.91

Versuche zur Bergmann` schen   Regel

Wiederholung

 

19.2.91

Versuche zur Bergmann`schen Regel, Allen` schen Regel; Gloger´sche Regel

Aufgaben zum Versuch

 

21.2.91

Winterruhe und Winterschlaf im Vergleich

Wiederholung

 

22.2.91

Vogelzug; Überwinterung am Beispiel Blattlaus

Wiederholung

 

26.2.91

Verlegt auf 5.2.91 Exkursion nach Osnabrück

 

 

28.2.91

Klausur

 

 

 1.3.91

Überwinterung bei Libellen

 

 

 5.3.91

Facharbeiten- Schlussbesprechung zu den Themen; Überwinterung der Amphibien

 

 

 8.3.91

Der Faktor Temperatur und die Pflanze

Facharbeiten: Zielsetzung; Berichtigung

 

12.3.91

Faktor Licht und das Tier

 

 

14.3.91

Photoperiodizität, Phototropismus und Etiolement, Molekülbau des Wassers

 

 

15.3.91

Hydrochemische Untersuchungen der Hase

 

 

 

Osterferien

 

 

 9.4.91

Arbeit an den Facharbeiten

 

 

11.4.91

Wasser- ein ganz besonderer Stoff

 

 

12.4.91

Wiederholung: physikalische Eigenschaften des Wassers

Wiederholung

 

16.4.91

Stagnations- und Zirkulationsphasen im See; pH-Wert

Wiederholung

 

18.4.91

Saurer Regen und pH-Wert

Wiederholung

 

19.4.91

Gesamthärte des Wassers

Wiederholung

 

23.4.91

Kohlenstoffkreislauf

Wiederholung

 

25.4.91

Sauerstoffgehalt

Wiederholung

 

26.4.91

Sauerstoffsättigung- Abhängigkeit von der Wassertemperatur

Wiederholung

 

30.4.91

Wasserkreislauf; Bestimmung von hydrochemischen Werten in der Hase

Wiederholung

 

 2.5.91

BSB5, CSB, Sauerstoffbestimmung

Wiederholung

 

 3.5.91

Phosphorkreislauf

Wiederholung

 

 7.5.91

Stickstoff und Umwelt

Wiederholung

 

10.5.91

Beeinflussung des Nitrateintrages ins Grundwasser

Wiederholung

 

14.5.91

Ausgefallen laut Plan

 

 

16.5.91

Klausur Nr. 2

 

 

17.5.91

Vorbereitung der Fließgewässerexkursion

 

 

21.5.91

Pfingstferien

 

 

22.5.91

Fließgewässerexkursion- Gewässergütebeurteilung

 

 

23.5.91

N min – Methode; Nitratgehalt in Pflanzen

 

 

24.5.91

Nitritbildung und Blausucht

Wiederholung

 

28.5.91

Chemosynthese: Stationen des Stickstoffkreislaufs

Wiederholung

 

31.5.91

Stickstoffkreislauf im Überblick

LB: Chemosynthese

 

 4.6.91

Rückgabe und Besprechung der Klausuren

 

 

 6.6.91

Biologische Gewässergütebeurteilung

Indikatororganismen, Nahrungskette

 

 

 7.6.91

Biozönotische Aspekte eines Fließgewässers

 

 

11.6.91

Verlegt 22.5.91

 

 

13.6.91

Synökologische Aspekte von Fließgewässern  

 

 

14.6.91

Umgang mit Bestimmungsschlüsseln

 

 

18.6.91

Abischerz   

 

 

20.6.91

Anfertigung und Auswertung pflanzensoziologischer Aufnahmen

 

 

21.6.91

Zeigerwerte liefern Informationen über den Pflanzenstandort

 

 

25.6.91

Natur- und Kulturgeschichte des Quakenbrücker Raumes- Pollenanalyse

Linder   Seite 67-74

Lesen; Volterra´sche Gesetze

 

27.6.91

    Projekt-

 

 

28.6.91

                   tage

 

 

 2.7.91

Berufsberatung

 

 

SCHULJAHR: 1991/92

KLASSE:                                              13 LK

KURSLEITER:                                      Herr Wellinghorst

WOCHENSTUNDEN:                         5

SCHÜLERZAHL:                                 9 Mädchen                              

                                                             5 Jungen

                                                            14 insgesamt

 

Datum

Thema der Stunde

Aufgaben

a)        fehlende Schüler

b)        Bemerkungen

16.8.91

Organisatorisches Facharbeiten

 

 

17.8.91

Informationsverarbeitung im Überblick; Bau eines Motoneurons

 

 

19.8.91

Bau der Nervenzelle; wichtige Begriffe

 

 

21.8.91

Geschichte der Neurobiologie; Oszillograph, Ruhepotential

Geschichte der Neurobiologie

 

23.8.91

Die Ionentheorie  des Ruhepotentials

LBS.   194-196

 

26.8.91

Gedankenexperiment zum Ruhepotential

 

 

28.8.91

Nernst´sche Gleichung -  Natrium-Kalium- Pumpe

Wiederholung

 

30.8.91

Erregungsleitung auf neuromuskulären Nervenbahnen

Wiederholung

 

31.8.91

Versuch: Ableitung von Elektromyogrammen; Computer–Simulation, Neuron Teil H

 

 

 

 

 

 

         2.9. - 7.9     Studienfahrt

 

 

 

 9.9.91

Ergebnisse über das Aktionspotential

 

 

11.9.91

Ionentheorie des Aktionspotentials

Wiederholung

 

13.9.91

Spannungsgesteuerte Ionenkanäle,  

Codierung von Informationen

Wiederholung

 

 

16.-21.9.91  Fortbildung:

                    Chemie des Alltags –  

                    Unser Wasser

 

 

23.9.91

Patellarsehnenreflex; saltatorische Erregungsleitung

 

 

25.9.91

Messung von Reizleitungsgeschwindigkeiten mit dem Computer

 

 

27.9.91

Bau des Photorezeptors

Wiederholung

 

30.9.91

Ausgefallen laut Plan

 

 

 2.10.91

 Kollegiumsausflug

 

 

 4.10.91

Transformation von Reiz in Photorezeptor

 

 

 

 

5.10.91

 

 

Antwortverhalten von Rezeptoren; Rezeptortypen; Codierung von Informationen

 

 

Wiederholung

 

 7.10.91

Bau der Synapse

Wiederholung

 

 9.10.91

Funktion der Synapse; EPSP, IPSP, Facharbeiten

 

 

 

             Herbstferien

 

 

 

21.10.91

Neurotransmitter; hemmende Synapsen

 

 

23.10.91

Ausgefallen laut Plan – Schülervollversammlung

 

 

25.10.91

Wiederholung zur Klausur

 

 

26.10.91

Klausur Nr. 1 

 

 

28.10.91

Fachwissenschaftliche Arbeitsmethoden

 

 

30.10.91

Ausgefallen wegen Klausur

 

 

 1.11.91

Allerheiligen

 

 

 4.11.91

Rückgabe und Besprechung der Klausur

 

 

 6.11.91

Besprechung und Rückgabe der Facharbeiten

 

 

 8.11.91

Curare - Gift und Medizin

 

 

11.11.91

Wirkungsmechanismus von Curare und anderen Drogen auf die Synapsen

Berichtigung

 

 

 

13.11.91

Auge: Bau, Strahlengang, Lochkamera, Akkommodation, Nahpunkt 

Wiederholung

 

15.11.91

Astigmatismus, Adaptation, Pupillenregelkreis

Wiederholung

 

16.11.91

Bau der Netzhaut; Versuche: Blinder Fleck, Kinoeffekt,

Verteilung: Stäbchen/ Zapfen

 

 

18.11.91

Ausgefallen laut Plan

 

 

20.11.91

Buß –und  Bettag

 

 

22.11.91

Mikroskopische Untersuchung der Netzhaut

 

 

25.11.91

Versuch von Hartline zur lateralen Inhibition 

Bau der Netzhaut

 

27.11.91

Schaltprinzip zur lateralen Inhibition; Simulation am Computer

Wiederholung

 

29.11.91

Rezeptives Feld als Bewegungsrichtungsdetektor

Aufgaben

 

30.11.91

Klausur unter Abiturbedingungen   (300 min.)

 

 

 2.12.91

Das Gehirn sieht, was es sehen will

 

 

 4.12.91

Ausgefallen laut Plan (Klausuren)

 

 

 6.12.91

Ausgefallen laut Plan (Klausuren)

 

 

 9.12.91

Versuche zum räumlichen Sehen

 

 

11.12.91

Rückgabe und Besprechung der Arbeiten

 

 

13.12.91

Zweidimensionale Bilder dreidimensional gesehen

Berichtigung

 

16.12.91

Optische Täuschungen

Wiederholung

 

18.12.91

Pulfrich-Effekt; Weihnachtliche Bräuche im Artland

Wiederholung

 

20.12.91

Weihnachtsfeier in der Aula

 

 

 

Weihnachtsferien

 

 

 8.1.92

Einführung in die Ethologie

Beobachtungen am Meerschweinchen

Ethogramm

 

 

10.1.92

Signale steuern unser Verhalten

Versuch zum Kindchen-Schema

Überarbeitung des

Ethogramms

 

13.1.92

Schlüsselreize steuern unser Verhalten

Wiederholung

 

15.1.91

Sexuelle Schlüsselreize; Attrappenversuche an Heuschrecken (Film)

Auswertung von Werbeanzeigen

 

17.1.92

Auswertung der Attrappenversuche; Reizspezifische Gewöhnung 

Aufgaben zum Arbeitsblatt

 

18.1.92

Versuch zum Beutefangverhalten von Libellenlarven; Instinktverhalten

Wiederholung

 

20.1.91

Instinktverhalten: Interpretation des Beutefangs der Libellenlarve unter Verwendung der Fachsprache

 

 

22.1.92

Ausgefallen laut Plan

 

 

24.1.92

Prinzip der doppelten Quantifizierung

 

 

27.1.92

Instinktverhalten des Stichlings; Handlungskette d. Balz; Verhaltenskreise

 

 

29.1.92

Wiederholung und Übung zum. Abitur

 

 

31.1.92

Ausgabe der Halbjahres Zeugnisse

 

 

 

3.-7.2.  Schriftliches Abitur

 

 

10.2.92

Vollwerternährung

 

 

12.2.92

Grundfragen und zentrale Stellung der Evolutionsforschung; Linné, Lamarck

 

 

14.2.92

Linné, Cuvier, Lamarck,

Stufenleitertheorie

Wiederholung

 

17.2.92

Annäherung an Darwin 

Arbeitsblatt

 

19.2.92

Von Darwins Theorie zur synthetischen Evolutionstheorie

Arbeitsblatt

 

21.2.92

Fabeltierstammbaum

 

 

24.2.92

Studium der Biologie: Probleme, Ablauf, Perspektiven

Aufgaben

 

26.2.92

Homologiekriterien; Vergleich von Wirbeltierextremitäten

 

 

28.2.92

Homologiekriterium der Lage; Rudimente

Aufgaben

 

29.2.92

Phylogenese bei Pflanzen – Hinweise aus der Untersuchung von Rosenblättern;

Kriterium der Kontinuität

 

 

 2.3.92

Rosenmontag

Wiederholung

 

 4.3.92

Blattmetamorphosen; Blattphylogenese bei Zierpfeffer

 

 

 6.3.92

Konvergente Entwicklung - Analogien

Aufgabe: Linder

Verhaltenshomologien und biochemisch-physiologi-sche Homologien

 

 7.3.92

Klausur

Wiederholung

 

 9.3.92

Auswertung – Phylogenese beim Zierpfeffer

 

 

11.3.92

Phylogenese der Wirbeltiere: Unternehmungen zur Anpassung an das Wasser, Blutkreisläufe und Gehirne 

Wiederholung

 

13.3.92

Wirkung von Selektions- und Mutationsdruck 

Wiederholung

 

16.3.92

Das Wirken von Mutationen und Selektion am Beispiel der Sichelzellenanämie

Wiederholung

 

18.3.92

Wirkung von Selektionsfunktionen auf Populationen

Aufgaben

 

20.3.92

Weitere Beispiele zum Wirken der Selektion

Linder

 

21.3.92

Ökologie und Evolution der Darwinfinken: Ökologische Isolation Wiederholung

Arbeitsblatt

 

23.3.92

Geografische Isolation am Beispiel der Beuteltiere 

 

 

25.3.92

Vorbereitung der Exkursion Rieselfelder Münster: Europareservat für Wat- und Wasservögel

Wiederholung

 

26.3.92

Tagesexkursion: Museum für Naturkunde Münster (Evolution) und     Rieselfelder Münster

 

 

27.3.92

Im Land der Kängurus   

 

 

30.3.92

 

 

 

 

Osterferien

1.4.-21.4.92

 

 

22.4.92

Physikalische Evolution –

Der Naturforscher und das Weltall

 

 

24.4.92

Chemische Evolution (Miller, Fox, Schramm)

Berichtigung;

Arbeitsblatt

 

27.4.92

Mitarbeit im Unterricht; Der Untergrund im Quakenbrücker Raum

 

 

29.4.92

Primatenevolution – Evolution im Zeitraffer

 

 

 4.5.92

Stammbaum des Menschen

 

 

 6.2.92

Rückblick auf 2 Jahre Bio LK, Feedback, Dias

 

 

Das Biologiebuch „Biologie heute S II“ aus dem Schroedel Schulbuchverlag, Stand 1988 ist das 2004 noch am AGQ verwendete Lehrbuch im Biologieunterricht der Klasse 13. Vergleicht man es mit dem „Schmeil“ (nach NEHMELMANN, 2000), so fällt sofort auf, wie stark sich Biologiebücher verändert haben. Der Haupttext ist nicht mehr im einspaltigen Blocksatz sondern in Zweispaltenschreibweise geschrieben und macht gut 50% des gesamten Buches aus. Die übrigen 50% werden durch Bildmaterial, Abbildungen, Sonderinformationstexte unter dem Titel „Exkurs“ (Ergänzung zum Haupttext, liefern Zusatzinformation), Tabellen, Fotos, Graphiken und Zeittafeln eingenommen, alles im für uns heute selbstverständlichen Farbdruck. Mit insgesamt 64 Seiten nimmt das im letzten Semester (13.2) unterrichtete Thema „Evolution“ mehr als doppelt so viele Seiten ein.

Wie auch im „Linder“ wird die Geschichte des Evolutionsgedankens als kurze Einleitung herangezogen. Kapitel 2.1. leitet dann in die Thematik „Argumente für die Evolutionstheorie“ ein, indem es Ähnlichkeiten heutiger Lebewesen kurz darstellt und die verschiedenen Beweismöglichkeiten namentlich nennt. Der anschließende Punkt behandelt zunächst die anatomischen und morphologischen Beweise. Zunächst wird die Homologie anhand von verschiedenen Wirbeltierextremitäten erläutert und Homologiekriterien werden aufgeführt. Des Weiteren werden Analogien aufgrund konvergenter Entwicklung sowie rudimentäre Organe vorgestellt. Dieses Kapitel entspricht inhaltlich dem Kapitel 2.2.1. im „Schmeil“. Das nachfolgende Kapitel 2.3. behandelt die biogenetische Grundregel und entspricht somit Kapitel 2.2.2. im „Schmeil“.

Im nächsten Kapitel (entspricht 1.2. „Schmeil“) werden dann Fossilien und deren Entstehung, die Altersbestimmung unter anderem durch die Radiocarbonmethode, Leitfossilien und Brückentiere behandelt. Ergänzt wird die Thematik durch zwei große Tabellen über die Erdzeitalter: die erste Tabelle mit Zeitpunkt und Dauer der einzelnen Zeitalter, die zweite Tabelle mit den hauptsächlichen Lebensformen als Schwerpunkt. Das Thema „Brückentiere“ wird klassisch am Archaeopteryx dargestellt. Außerdem wird das Schnabeltier als ein heute noch lebendes Brückentier behandelt.

Die Anpassung von Organismen an ihre Lebensräume, Isolation und die Besetzung ökologischer Planstellen wird im anschließenden Kapitel anhand der Tier- und Pflanzengeographie aufgezeigt (Thema „Isolationsräume“ auch im „Schmeil“). Als ein neues Argument für die Evolution wird im folgenden Unterpunkt die Verhaltenslehre angeführt, die aufgrund von ähnlichen Verhaltensweisen z.B. bei Paarungs- und Balzritualen auf Verwandtschaft schließt. Das nächste Kapitel befasst sich dann mit der Parasitologie. In ähnlicher Form ist dieses Thema auch in vorangehend behandelten Büchern behandelt worden.

Einen weiteren neuen Themenpunkt stellt die Cytologie dar. Zellaufbau von Prokaryont sowie Tier- und Pflanzenzelle werden mit Hilfe eines Schaubildes verglichen. Die festgestellten „Gemeinsamkeiten im Zellaufbau lassen einen gemeinsamen Ursprung alles Lebewesen möglich erscheinen. Aus den gemeinsamen Wurzeln entstanden unterschiedliche Formen, die ihre speziellen Eigenschaften entwickelten.“

Diesem Kapitel schließt sich ein weiteres neu aufgenommenes Kapitel zur Biochemie an. Es umfasst drei Seiten und nimmt somit nach den paläontologischen Beweisen den größten Seitenumfang ein. Man erkennt, welchen Stellenwert die Biochemie inzwischen gewonnen hat. Mit dem Anhang zur Biochemie im „Schmeil“ war bereits ein Ansatz zu dieser Entwicklung vorhanden, das Thema war aber noch nicht in dieser Form in das Großkapitel „Abstammung“ integriert, wurde aber schon im Kapitel „Eiweißforschung“ mit einbezogen. Zunächst beschäftigt sich das Kapitel mit den Auswirkungen, die Veränderungen der Geninformation (Grundstein zum Entstehen von neuen Lebewesen) haben können. Je nachdem wie sich diese Mutationen auf die Eiweiße auswirken, bezeichnet man sie als wirkungslose, tödliche oder weiterführende Mutationen. Auch werden neue Möglichkeiten zur Aufstellung von Stammbäumen (Cytochrom-c-Stammbaum) beschrieben. Als ein weiteres Indiz für die gemeinsame Abstammung von einem „Urlebewesen“ werden die allen Lebewesen gemeinsamen chemischen Strukturen und Prozesse angeführt, die durch jenes „Urlebewesen“ entwickelt worden seien.

Das nächste Kapitel 3.1. gehört nun bereits zum Themenblock „Mechanismen und Gesetzmäßigkeiten der Evolution“ und stellt die Evolutionstheorien von Darwin und Lamarck vor. Diese werden durch Exkurse weitergehend erläutert. Inhaltlich entspricht dieser Teil dem Kapitel 2.4. im „Schmeil.“ Im nachfolgenden Kapitel wird das Thema „Selektion und Mutation“ genauer behandelt und die Theorie Darwins so vertieft. Neu auftauchende Schlagworte sind Mutationsrate, Genpool und natürlicher Gentransfer. In 3.4. werden dann Isolation als Faktor für entstehende Rassen und verschiedene Formen von Isolation vorgestellt. Kapitel 3.5. umfasst wieder eine komplett neue Thematik, die Populationsgenetik. Sie beschäftigt sich mit den Allelhäufigkeiten in Populationen, welche in einem stabilen Gleichgewicht stehen, das allerdings durch Selektion verändert werden kann.

Das sechsseitige Großkapitel „Chemische Evolution und Anfänge des Lebens“ wurde neu aufgenommen. Hier werden die Merkmale des Lebendigen, die Entwicklung der Uratmosphäre, die in der reduzierenden Atmosphäre entstehende Ursuppe und die Bildung von Makromolekülen in der Ursuppe behandelt. Mit den ersten Organismen änderte sich die Atmosphäre dann in eine oxidierende, in der die Prozesse der chemischen Evolution nicht mehr stattfinden konnten (4.1.). Außerdem werden Hypothesen über die Membranbildung (Mikrosphären entstehen) sowie die Entstehung von Photosynthese, Atmung und Zellorganellen und die Endosymbiose als möglicher Ursprung für die heutigen Zellen vorgestellt.

5.1. beschäftigt sich mit dem Problem der Einordnung von Lebewesen in ein System. Dabei seien die Fragen nach dem wie und der Art des Systems die hauptsächlichen Probleme. In 5.2. wird der Ablauf der Entwicklung nochmals aufgezeigt. Die Entwicklung der Pflanzen wird am Beispiel der Entwicklung des Generationswechsels erörtert. Die Entwicklung der Tiere wird in diesem Zusammenhang stark an die Entwicklung der Pflanzen gekoppelt, da „Innovationen“ aus der Pflanzenwelt stets einen Evolutionsschub bei den Tieren nach sich zöge. Auch diese beiden Kapitel kommen nicht im „Schmeil“ vor und stellen somit eine weitere Neuerung dar.

Das vorletzte Kapitel befasst sich mit der Entwicklung des Menschen. Dies erfolgt nach dem gleichen Grundprinzip wie in den bereits erörterten Büchern. Der Inhalt ist größtenteils gleich und wurde lediglich durch mehr Anschauungsmaterial ergänzt. Des weiteren wird der Verhaltensvergleich mit dem Affen umfangreicher gestaltet. Die Sonderstellung wird besonders mit der Sprache, der kulturellen Evolution und dem damit verbundenen Kulturgut begründet. Die Entwicklung des Menschen erfährt durch einen einseitigen Stammbaum eine besonders gute Veranschaulichung.

Abschluss der Einheit Evolution bildet eine umfassende Kritik an den momentan bestehenden Theorien. In diesem neuen Kapitel werden Lücken aufgedeckt sowie die Probleme, die sich durch Interpretationen ergeben. Oppositionelle Meinungen, darunter führend der Kreationismus, werden hier aufgeführt und in ihrer gegensätzlichen Position dargestellt. Beide Theorien, sowohl die Evolutionstheorie als auch der Kreationismus, stützen sich auf Axiome (Sätze, die unmittelbar einsichtig, aber nicht beweisbar sind): Erste auf das Aktualitätsprinzip, auf dem die Alterbestimmung der Geologen beruht, letztere auf der Schöpfungsgeschichte.

Die neueste im Jahre 2004 erschienene Ausgabe von Biologie heute S II entdecken unterscheidet sich erneut in wesentlichen Aspekten inhaltlich und methodisch von der beschriebenen Ausgabe. Die Themen Evolution und Verhaltenslehre wurden beispielsweise inhaltlich völlig verändert und es wurden Praktikumseiten, Aufgabenseiten, Exkurse und Rückblicke aufgenommen.

Zwangsläufig mussten sich mit dem Aufstieg des Faches Biologie zum Leistungsfach auch die Anforderungen in Klausuren und in der Abiturprüfung deutlich verändern. Die Abiturprüfungsarbeiten in den Leistungskursen umfassen einen Zeitraum von 300 Minuten. Die Aufgaben sind materialbezogen und es können auch praktische Anteile vorhanden sein. Im folgenden wird der Abiturprüfungsvorschlag des Leistungskurses aus dem Abitur 2002 vorgestellt.

Artland-Gymnasium
Abiturprüfung Frühjahr 2002
Leistungskurs Biologie
Fachlehrer Wellinghorst

Prüfungsvorschlag A


Thema: Gewässerökologie im Osnabrücker Nordland

1.1. Aufgabenstellung

1.1. Stellen Sie sich vor, Sie stehen im Sommer 2001 am Ufer der Kleinen Hase im Bereich des Artland-Gymnasiums. Beschreiben Sie das sich Ihnen darstellende Ökosystem in knapper Form unter Verwendung folgender Begriffe: Biotop, Ökosystem, Biozönose, Plötze, Hecht, Teichrose, Wasserfloh, Grünalge, Ammonium, Nitrat, Phosphat, Sauerstoff, pH-Wert, Standort, Fließgeschwindigkeit, Gewässerunterlauf, Schlamm, eurytherm, stenotherm und Wassertemperatur.

1.2. Bestimmen Sie die Ihnen vorliegenden Tiere aus einem Sei-tengewässer der Kleinen Hase unter Verwendung des vorliegenden Bestimmungsschlüssels.

1.3. Erläutern Sie den Begriff Zeigerorganismus am Beispiel der im Bestimmungsschlüssel abgebildeten Großen Spitzschlammschnecke und berechnen Sie die biologische Gewässergüte für den Fließgewässerbereich, in dem die in Mat. 1 genannten Arten gefunden wurden.

2.1. Informieren Sie sich anhand von Mat. 2 über die Bestimmung der chemischen Gewässergüte nach Bach. Stellen Sie die Tabellenwerte aus Mat. 2 grafisch dar. Sie erhalten sogenannte Transformationskurven.

2.2. Geben Sie für jede der acht Ihnen jetzt vorliegenden Transformationskurven eine detaillierte Erläuterung des Kurvenverlaufs, indem Sie die Zusammenhänge zwischen Indexzahlen und zugeordneten Größen für jeden Parameter erklären.

2.3. Bei einer physikalisch-chemischen Gewässeruntersuchung wurden folgende Parameter bestimmt: Sauerstoffsättigung 92 %, BSB5 7,9 mg/l, Wassertemperatur 10 °C, Ammoniumgehalt 0,4 mg/l, Nitratgehalt 5,0 mg/l, Phosphatgehalt 0,18 mg/l, pH-Wert 7,9, Elektrische Leitfähigkeit 820 µS/cm. Ermitteln Sie unter Verwendung der Transformationskurven die zugehörigen Indexzahlen.

2.4. Multiplizieren Sie die Indexzahlen mit den zugehörigen Wichtungen und addieren Sie die Ergebnisse. Die sich ergebende Summe ist der Chemische Index. Beurteilen Sie jetzt die chemische Gewässergüte.

Chem. Index       100     83     73    56     44      27     17      1

Gewässergüte             I     I-II     II    II-III    III   III-IV   IV

3.1. Beschreiben Sie anhand von Mat. 3 erläuternd die Stationen des Phosphats in Ökosystemen.

3.2. Stellen Sie die Werte aus Mat. 4 grafisch dar und erläutern Sie die Grafiken.

1.2. Material

Mat. 1: Wirbellose Tiere aus einem Bach bei Quakenbrück

Mat. 2: Chemischer Index nach Bach

Physikalisch-chemische Parameter geben nur den Augenblickszustand eines Gewässers wieder. Dennoch kann man aus ihnen Rückschlüsse auf die Gewässergüte ziehen, wenn man sie im Zusammenhang betrachtet. Dies geschieht unter Berücksichtigung von 8 Parametern bei der Berechnung des Chemischen Index nach Bach.
Jedem Parameter wird dabei zunächst eine Indexzahl zwischen 0 und 100 zugeordnet. Die dimensionslose Indexzahl 0 steht dabei für den denkbar schlechtesten Wert, die Zahl 100 für den besten Wert. Die folgenden Tabellen und Grafiken geben für acht in Gewässern anzutreffende Parameter die zugehörigen Indexzahlen an.
Weiterhin werden alle Parameter mit einer Wichtung versehen, die ihrer Bedeutung im Ökosystem entspricht. Diese Wichtung ist eine Zahl zwischen 0 und 1, wobei die Wichtungen aller Parameter zusammengerechnet genau 1 ergeben.

Parameter                           Wichtung

Sauerstoffgehalt (%)                 0,20

BSB5 (mg/l)                             0,20

Wassertemperatur (oC)            0,08

Ammonium (mg/l)                     0,15

Nitrat (mg/l)                             0,10

Phosphat (mg/l)                        0,10

pH-Wert                                  0,10

Elektr. Leitfähigkeit (mS/cm)     0,07

     n = 8                                   å= 1,0

Mat. 3: Phosphatkreislauf

Mat. 4: Phosphatkonzentrationen in einem See

a) Jahresentwicklung an der Oberfläche

Januar34 µg
März58 µg
Juil1 µg
September2 µg
November21 µg
Januar35 µg

b) Tiefenprofil

April September
0m68µg2µg
10m66µg79µg
30m68µg67µg
50m72µg74µg
100m75µg79µg

1.3. Erlaubte Hilfsmittel

Taschenrechner; Bestimmungsschlüssel: Wellinghorst, R.: Wirbellose Tiere des Süßwassers. -Friedrich Verlag Seelze (3. Auflage)

Literatur

PRIGGE, S. (1992): Gewässer in einem Stadteil - Das Umwelt-

projekt G.R.E.E.N.. - Zentrum für schulbiologie und Umwelterziehung

Hamburg S. 64-65

SCHUSTER, M.: Ökologie und umweltschutz. - Bayerischer Schul-

Buchverlag München S. 124-125

Wellinghorst, R. (1993): Wirbellose TIere des Süßwassers. -

Friedrich Verlag Velber S. 9

Arbeitsgemainschaften: Von einer biologisch-chemischen Arbeitgemeinschaft wird erstmals 1937 unter der Leitung von Dr. Nawitzki berichtet. Themen sind Pflanzenanatomie und physiologische Untersuchungen, Vererbungslehre, Rassenhygiene und Bevölkerungspolitik sowie Anatomie und Physiologie des Menschen. 1968 begründet die Schule auf Initiative des Schülers Frank Redeker eine biologische Arbeitsgemeinschaft,die sich 1968 und 1969 insbesondere mit der Mikroskopie und der Untersuchung der Schulteiche beschäftigt. Als Aufsichtspersonen und Ratgeber standen in der Folgezeit Herr Hesselbarth, Herr Krüger, Herr Hoffmann und Dr. Nawitzki zur Verfügung. Die folgende Liste gibt einen Überblick über die in der AG 1968/69 behandelten Themen (nach FRÖHLE, 2002)

Biologie - Arbeitsgemeinschaft 1968/69
Fachlehrer: Dr. NawitzkiWochenstunden :1
Anzahl der Schüler: 7davonJungen:6
Mädchen: 1
Datum
Inhalt der Stunde
23.09.1968Verteilung der Aufgaben; Referat über den Karpfen; Angaben über einige Fische unserer Teiche: Schleie, Rotfeder, Rotauge, Aal
30.09.1968Einführung in die Technik des Mikroskopierens; mikroskopische Übungen am Li-guster: Spaltöffnungen der Unterseite, Flächenquerschnitt und Querschnitt eines Blattes
07.10.1968Herstellung des Nahrungsbreies für Drosophila (Taufliegen); Zuchten; Versuch zur Feststellung des pH-Wertes des Polar- und Sonnenteiches
Herbstferien
28.10.1968Mikroskopische Versuche an der „Großen Brennnessel“; Versuch Brennhaare mit Köpfchen unter dem Mikroskop zu sehen; Besprechung über Erlös und Ertrag und über eventuellen Neubesatz der Teiche
04.11.1968Mikroskopische Übungen an der Konifere (Tannennadeln, Kiefern)
11.11.1968Mikroskopische Beobachtungen an Mikroorganismen und Kleinlebewesen unserer Gewässer; Wassertropfen aus Aquarien genommen, in denen das Wasser schon länger stand und in denen sich keine Fische oder Pflanzen befanden
18.11.1968Arbeiten an den Fischteichen; Fertigstellung eines Fasanenhauses;
25.11.1968Arbeiten an den Fischteichen
02.12.1968Bio – AG ausgefallen, da kein Lehrer anwesend war.
09.12.1968Arbeiten an den Fischteichen
16.12.1968Mikroskopische Beobachtungen an Kartoffeln (Stärkenachweis mit Jod-Jodkalium) und an Blättern einer tropischen Pflanze. (Beobachtung von Chlorophyllkörnern)
13.01.1969Stärkenachweis bei der Kartoffel; Plasmolyse bei Zwiebel mit Glycerin
20.01.1969Mikroskopische Untersuchungen am Blut des Menschen; Ausstrichpräparat
27.01.1969Bio – AG ausgefallen wegen Zeugniskonferenz
03.02.1969Mikroskopische Untersuchungen an Wasserflöhen und Cyclops
10.02.1969Kork und Objektträger in beide Teiche gelassen, Temperatur gemessen; mikrosko-pische Beobachtungen an Mikroorganismen aus einer Infusorienzucht.
17.02.1969Bakterium
25.02.1969Drosophila – Nährboden hergestellt; im Teich versenkte Objektträger herausgeholt und untersucht;
03.03.1969Mikroskopische Untersuchung der Bdelloidea
10.03.1969Korkenobjektträger aus dem Südteich untersucht; sehr häufig: Glockentierchen, Diatomeen; Terrarium neu bepflanzt
17.03.1969ausgefallen
24.03.1969verschoben auf den 25.03.1969 wegen Geburtstagsempfang M. Möller
25.03.1969mikroskopische Untersuchungen an Wasserprobe aus dem Polarteich
21.04.1969Fasanen-Futter-Häuschen abgebaut; Schildkrötenhof neu bepflanzt; Untersuchun-gen an Teichproben Sonnenteich
19.04.1969Vollglasbecken für Haseflora und -fauna: Stichlinge (3 St.), Muscheln, Sumpfde-ckelschnecken, Köcherfliegenlarven. Außerdem Vollglasbecken für Goldfisch und kleiner Zwergwels 10 cm lang;
28.04.1969Teichproben entnommen; im Schlangenhof Salatbeet ausgehoben, Umrandung ge-zimmert; brauner Trotzkopf gesät (Salat);“Zwerg“wels bekommen: cirka 20 cm! neues Vollglasbecken eingerichtet für Grasfroschkaulquappen;
05.05.1969Tabletten gegen Flossenfäule gekauft und ins Kalt-Warmwasseraquarium getan
12.05.1969Umgebung der Teiche gesäubert;Wassertemp.23° C Südteich
02.06.1969Wasserproben von beiden Teichen
09.06.1969ausgefallen
16.06.1969ausgefallen

1971 wird die Biologie-Arbeitsgemeinschaft unter der Leitung von Frau Behrens als normale Schulveranstaltung angeboten. Im Vordergrund der Untersuchungen standen das Plankton der Schulteiche, genetische Studien an Drosophila-Zuchten sowie verschiedene Exkursionen zur Untersuchung der heimischen Flora und Fauna. Hanno Jürjens und Wolfgang Meyer wurden 1971 mit Unterstützung des Rädertierexperten Dr. Walter Koste Landessieger im Wettbewerb „Jugend forscht“, worauf die Schule einen Betrag von 1000 DM zur Beschaffung naturwissenschaftlicher Geräte erhält. 1972 übernimmt Herr Brokamp die Biologie-Arbeitsgemeinschaft, die sich mit der Bodenkunde und der Mikrobiologie beschäftigt. Unter anderem sollen für die Molkerei Bottorf Bestimmungen von Keimzahlen in der Milch durchgeführt werden. Dieses Projekt kommt allerdings nach umfangreichen Vorüberlegungen nicht zustande.

Zwischen 1975 und 1988 gab es am AGQ keine regelmäßigen Aktivitäten in Form einer Naturkunde AG, bevor sie 1988 eine wahre Renaissance erlebte. Der Fachleiter für Biologie Rolf Wellinghorst reaktivierte sie, nachdem er an die Schule kam. Seit dieser Zeit beschäftigen sich Schüler vornehmlich aus der Oberstufe alle zwei Wochen mit den verschiedensten naturkundlichen Themen. Parallel dazu lief für kürzere Zeit noch eine von Paul Gärtner geleitete Schulgarten-AG. Im ersten Heft des Artland Frosches, dem Mitteilungsheft der Fachgruppe Biologie von 1992, sind einige Projekte aus der Anfangszeit der neuen Arbeitsgemeinschaft dargestellt. So beschäftigten sich die Schüler einige Zeit mit alten Obstbaumwiesen im Artland. Die jungen Biologen lernten nicht nur viele alte Sorten kennen, sondern sie bemühten sich auch darum, diese im Freilandlabor Wasserhausen auszupflanzen. Eine weitere Aktivität war die Beteiligung an der Planung eines Feuchtbiotops und einer Feldhecke. Auch geschichtliche Themen stießen auf das Interesse der Schüler. So befassten sie sich einige Zeit mit dem alten Mikroskopbestand und der alten Käfersammlung der Schule. Ebenso wurde die alte Schmetterlingssammlung teilweise wieder hergerichtet. Neben diesen Projekten wurden verschiedene Gewässeruntersuchungen durchgeführt, deren Ergebnisse seit einigen Jahren im Rahmen des Projektes zur Revitalisierung der Haseauen zusammen mit den Ergebnissen von 15 weiteren Schulen erfasst werden und im Internet abrufbar sind. Ein aus 22 Tafeln bestehender Lehrpfad zur Geschichte der Haseaue wurde erarbeitet und im Schulumfeld aufgestellt.

Der Gewässerlehrpfad im Bereich Artland-Gymnasium / Schützenhof wurde von der Naturkunde-Arbeitsgemeinschaft 1996 erstellt und in den Folgejahren regelmäßig betreut.

Mitglieder der Naturkunde-Arbeitsgemeinschaft retten wirbellose Wassertiere, die bei der Räumung der Quakenbrücker Hasearme auf dem Ufer abgelegt wurden.

Umweltausschuss: Engagierte Schüler, Eltern und Lehrer begründeten 1992 einen Umweltausschuss. Man entwickelte Ideen in den Bereichen Müllvermeidung (Aktion total tote Dose) und Mülltrennung, Energie- und Wassereinsparung, Verwendung umweltfreundlicher Ausstattungsgegenstände, umweltfreundliche Schultasche und umweltfreundliches Büro, ökologisch verträgliche Reinigungsmittel, gesunde Ernährung (Kontext: Müsli-Erlass) und naturnahes Schulgelände (vgl. ARTLAND FROSCH Heft 1). Ökologische Gesichtspunkte wurden in die Hausordnung aufgenommen und bei den Beteiligten bestand ein großes Bemühen zur Umsetzung des ökologischen Umbaus. Global denken, lokal handeln war auch am Artland-Gymnasium ein wichtiges Motto. 1993 stand sogar eine komplette Projektwoche unter dem Oberthema „Natur und Umwelt“ (vgl. ARTLAND FROSCH Heft 2). Leider wurden die vielfältigen Initiativen im Schulgelände und Schulgebäude seit Mitte der 90er Jahre so stark behindert, dass sie aufgegeben wurden und derzeit kaum eine ernst zu nehmende Rolle in den Umweltaktivitäten der Schule spielen. Am 4.2.1997 fand die letzte Umweltausschusssitzung statt. Darüber hinaus hat der Schulträger in den letzten Jahren durch technisch begründete Gehölzbeseitigungen und Ersatz der Pflanzen durch wenige nicht heimische Arten (Lieblingspflanzen Rhododendron und Bodendecker) einen Marsch in die Monotonie der Gehölzflora des Schulgeländes initiiert. Der vordere Pausenhof bietet heute eher das Bild eines Rhododendrenparks als das Bild eines ökologisch vielfältigen Schulgeländes, wie man es sich gerade von einer Umweltschule wünschen würde.

Patrick Bahl (links) und Daniela Zinn (rechts) nahmen mit Jahresarbeiten am Hörlein-Wettbewerb 2000 teil. Dr. Walter Koste unterstützte die Schüler bei der Erforschung von Rädertieren.

Facharbeiten: Über 160 Fach- und Jahresarbeiten sind seit 1991 in den Leistungskursen entstanden. Es hat sich gezeigt, dass unsere Schüler mit ihrer Ausbildung in Studium und Beruf hervorragend mit ihren Mitbewerbern mithalten können. In zahlreichen Fällen haben sie während der Schulzeit oder im anschließenden Berufsleben besondere Anerkennungen erhalten. So konnten Schüler in Wettbewerben wie „Jugend forscht“, „Hörlein Wettbewerb“ und „Sparkassenwerb“ überregional Erfolge erzielen. Silke Poesthorst aus Groß Mimmelage wurde mit ihrer Jahresarbeit zum Thema: Landschaftsveränderungen in Groß Mimmelage unter besonderer Berücksichtigung der Wallhecken zweite Bundessiegerin im Spakassenwettbewerb 1995 und erhielt als Anerkennung eine Studienreise mit Heinz Sielmann nach Ungarn. Sandra Riedel und Philipp Mall erreichten mit ihren Jahresarbeiten im Wettbewerb „Jugend forscht“ den Landeswettbewerb. Saskia Kochanowski erhielt für ihr Engagement in der Biologie 2001 den Förderpreis des Artland-Gymnasiums.

Bericht über die Auszeichnung von Saskia Kochanowski (ON vom 11. November 2001)

Titel und Autoren der Facharbeiten und Langzeitarbeiten im Fachbereich Biologie von 1991 bis 2004

Nr.

Jahr

Thema

Verfasser

1

1991

Hydrochemische Untersuchungen eines Grabens in Quakenbrück

Jens Ahlers

2

1991

Hydrochemische Untersuchungen an der Essener Hase

Ansgar Wille

3

1991

Hydrochemische Untersuchungen an der Kläranlage Groß Mimmelage

Helge Poesthorst

4

1991

Hummelsterben unter Linden (4 Arbeiten)

Heike Hengehold, Anja Middelkampf, Martina Stutte, Ariane Rausch

5

1991

Tierspuren unter Rinden

Silke Langetepe

6

1991

Greifvögel in Groß Mimmelage

Maike Hamke

7

1991

Vögel im Garten (drei Arbeiten)

Marion Leimkühler, Daniela Lux,  Petra Wendt

8

1991

Untersuchungen zur Aktivität des Maulwurfes

Juliana Franke

9

1991

Untersuchungen in einer Feldscheune

Dirk Oldenhage

10

1991

Dohlen in Quakenbrück

Syster Feddersen

11

1991

Flechten in Quakenbrück

Annette Wiese

12

1991

Vegetation an Wegrändern bei Badbergen

Martin Brunneke

13

1991

Pflanzen und Tiere auf einem Friedhof

Silke Schöne

14

1991

Untersuchungen an Pollen

Sandra Roßmann

15

1991

Umweltschutz in Quakenbrück

Markus Böning

16

1991

Umweltschutz in der Schule

Joachim Eiser

17

1993

Untersuchung von Eulengewöllen aus Klein Mimmelage

Hanno Brunke

18

1993

Hydrochemische und hydrobiologische Gewässeruntersuchungen am Grother Kanal bei Badbergen

Karsten Brunneke

19

1993

Hydrochemische Untersuchungen an der kleinen Mühlenhase in Quakenbrück

Helene Buba

20

1993

Vogelwelt eines Waldes bei Quakenbrück

Daniela Diekmann

21

1993

Untersuchungen an einem Hochbeet

Miriam Forster

22

1993

Qualitative und quantitative Untersuchungen des Planktons eines Gartenteiches

Judith Gärtner

23

1993

Frösche und Kröten in Quakenbrück

Simone Grasemann

24

1993

Biologische Gewässergütebeurteilung eines Feuchtbiotops in Wasserhausen

Sandra Grühs

25

1993

Untersuchung der Vogelwelt eines Gartens in Essen

Britta Häßler

26

1993

Untersuchungen an Fledermauspopulationen im Osnabrücker Nordland

Anja Höhr

27

1993

Baumsterben, untersucht an Eichen in Quakenbrück

Katrin Imholte

28

1993

Landschaftsveränderungen in der Gemeinde Essen

Stefan Nieman

29

1993

Die Vogelwelt eines Saumbiotops Wald-Acker

Nicole Ovelgönne

30

1993

Untersuchungen an einem Feuchtbiotop in Groß Mimmelage

Imke Poesthorst

31

1993

Staubgehalt in der Luft in Essen

Markus Rensen

32

1993

Bodenuntersuchungen verschieden genutzter Flächen in Badbergen

Sandra Riedel

33

1993

Beobachtungen zum Verhalten von Rehwild in Langen

Heinke Röbken

34

1993

Bakteriologische Untersuchungen im Grother Kanal mit dem Membranenfilterverfahren

Maice Sandmann

35

1993

Hydrochemische und hydrobiologische Untersuchungen eines Teiches im Bürgerpark Menslage

Patra Thuel

36

1993

Hydrochemische Untersuchungen an der Kläranlage Menslage

Katja Uphaus

37

1993

Pflanzen eines Feuchtgrünlandstandortes in Wulften

Antje Welz

38

1995

Pflanzensoziologische Untersuchungen im Teichgelände des AGQ

Roswitha Cramer

39

1995

Pollenanalyse

Sonja Abeling

40

1995

Landschaftsgeschichte in Grafeld anhand topographischer Karten

Gila Marali

41

1995

Chemische Bodenanalyse

Ina Brackmann

42

1995

Hydrochemie der Schulteiche und der Kleinen Hase am AGQ

Ulrike Sokoll

43

1995

Die Schwarzbraune Wegameise

Stefanie Mömke

44

1995

Landschaftsveränderungen in Groß Mimmelage unter besonderer Berücksichtigung der Wallhecken

Silke Poesthorst

45

1997

Biologische Bestimmung der Wassergüte des Schulteiches anhand von Leitorganismen

Isabella Strzelecki

46

1997

Der Dianenwald am Schützenhof Quakenbrück

Nils Wielage

47

1997

Untersuchung eines Tansekts im Schulgelände

Melanie Thomann

48

1997

Vergleich einer konventionell genutzten mit einer ökologisch genutzten Ackerfläche

Nils Koch

49

1997

Planktonorganismen im Deichsee

Phillip Mall

50

1997

Pilze auf dem Schulgelände

Annika Sandhaus

51

1997

Moose auf dem Schulgelände

Mareike Sandhaus

52

1997

Der Energiehaushalt der Schule

Sandra Moormann

53

1997

Hydrochemische Untersuchungen am Deichsee

Sebastian Gärtner

54

1997

Flugintensität von Insekten

Tobias Maiwald

55

1997

Die Rotatorien im Schulteich des Artland-Gymnasiums

Lutz Fischer

56

1997

Untersuchungen an Aufwuchsorganismen in einem stehenden und einem fließenden Gewässer

Irini Spyropoulou

57

1999

Das Plankton der Kleinen Hase im Bereich des Artland-Gymnasiums

Daniela Zinn

58

1999

Makroskopische Wirbellose in der Kleinen Hase am Artland Gymnasium Quakenbrück und im Börsteler Mühlenbach

Esther Zobel

59

1999

Das Plankton in der Kleinen Hase in Menslage

Ellen Kottwitz

60

1999

Makroskopische Wirbellose in der Kleinen Hase unterhalb Quakenbrücks und in der Hase bei Essen

Patrick Bahl

61

1999

Knöllchenbakterien im Ökosystem

Eva Christina Düntsch

62

1999

Vögel im Winter unter besonderer Berücksichtigung der Ernährung

Anne Dziondziak

63

1999

Plankton in Kleinstlebensräumen

Maike Liskow

64

1999

Hydrochemische und hydrobiologische Untersuchungen an einem Teich in der Südmersch

Jens Wonke

65

2000

Anpassung der Pflanze an das Hochgebirge

Alexios Spyropoulou

66

2000

Die Anpassung an den alpinen Lebensraum am Bsp.  d. Alpensteinbockes

Christina Neumann

67

2000

Mykorrhiza

Florian Hinz

68

2000

Die Anpassung an den alpinen Lebensraum am Beispiel des Murmeltieres

Lena Ellerkamp

69

2000

Die Veränderung der Hochbiotope durch Massentourismus

Melanie Compoete Botica

70

2000

Waldsterben im Bergwald

Monika Znaor

71

2000

Kressekeimung als Bioindikator

Lena Scheier

72

2000

Menschen im Hochgebirge

Katja Beimesche

73

2000

Vegetationszonierung der Alpen

Manuela Strzelecki

74

2000

Flechten als Bioindikatoren zur Bestimmung der Luftgüte im Raum Quakenbrück

Gunther Schöneich

75

2000

Die ökologische Nische der Assel

Kerstin Lürding

76

2000

Gewässerökologische Untersuchungen an einem Teich des Renaturierungsgebietes "Quakenbrücker Mersch"

Simon Tewes u. Tobias Rump

77

2001

Physikalisch-chemische Untersuchungen im Schulteich und in der Hase am AGQ in den Jahren 1990-2001

Jürgen Buba

78

2001

Tagesgangmessungen mit dem WinLab-System. Probleme bei der Durchführung und Interpretation der Daten

Dominik Hegenberg

79

2001

Insekten an künstlichen Lichtquellen im Artland

Hanno Huflage

80

2001

Geschichte der Biologie am Artland-Gymnasium

Saskia Kochanowski

81

2001

Betrachtung physikalisch-chemischer Parameter im Umfeld eines Ackers vor und nach der Düngung

Jens Varding

82

2001

Plankton in stehenden Gewässern verschiedener Größe und seine Anpassung an den jeweiligen Lebensraum

Jan Riedel

83

2001

Wirbellose Süßwasserfauna in Schulteich, Hase und Quakenbrücker Mersch sowie ihre Anpassungen an den jeweiligen Lebensraum

Tim Podeswa

84

2002

Konzeption einer Ausstellung zur Geschichte der Biologie am Artland-Gymnasium unter besonderer Berücksichtigung der Ökologie

Britta Beylage-Haarmann

85

2002

Ehemalige Schüler des Artland-Gymnasiums erfolgreich in Biologie und Medizin

Friederike Rohn

86

2002

Die Geschichte der Mikroskopie am Artland-Gymnasium

Christina Fröhle

87

2002

Die Geschichte der Schulteiche

Stephanie Lorenz

88

2002

Faunistisch-ökologische Veränderungen in einem Jagdbezirk im Artland

Gesa Nehrenhaus

89

2002

Landschaftsgeschichte von Quakenbrück und Umgebung in den letzten 200 Jahren

Hendrik Steiner

90

2002

Das Fach Biologie in der Internetpräsentation des Artland-Gymnasiums

Philipp Kesse

91

2002

Untersuchungen zur Bodenfauna im Schulgelände des Artland-Gymnasiums im Winterhalbjahr

Anke Thomann

Anne von der Ecken, Ina Brackmann und Ulrike Sokoll (vlnr.) nehmen 1996 beim Wettbewerb „Jugend forscht“ teil

Jens Varding, Dominik Hegenberg und Hanno Huflage nehmen 2002 beim Wettbewerb „Jugend forscht“ teil

Nr.

Jahr

Thema

Verfasser

92

2002

Lernen an Stationen im Umfeld des Artland-Gymnasiums

Brigitte Möller

93

2002

Wirbeltiere im Umfeld des Artland-Gymnasiums – Ökologie und Bedeutung für den Unterricht

Anika Lünnemann

94

2002

Faunistisch-ökologische Untersuchungen an Rädertieren aus drei Stillgewässern

Christina Lampe

95

2002

Physikalisch-chemische Untersuchungen an Grundwasser aus Brunnen

Claudia Hartmann

96

2002

Physikalisch-chemische Gewässeranalyse an der Hase im Umfeld der Kläranlage Essen

Eva Grigoleit

97

2002

Physikalisch-chemische Untersuchungen an drei Teiche – ein Vergleich

Steffen Renner

98

2002

Niederschlagsuntersuchungen und Luftverschmutzung

Carina Wolff

99

2003

Prägung bei Gänseküken

Esther Bahl

100

2003

Der Baumbestand der Altstadt von Quakenbrück

Evelyn Duda

101

2003

Ökologische Untersuchungen zum Einsatz von Streusalz in Quakenbrück

Hans Ebbrecht

102

2003

Analyse des Mäusevorkommens an Hand von Eulengewöllen

Wiebke Hauertmann

103

2003

Entwicklungen im Börsteler Wald

Anne Hotwani

104

2003

Der Alterungsprozess bei Pflanzen

Anika Kesse

105

2003

Untersuchungen zur Luftqualität in Quakenbrück unter Berücksichtigung der Stäube

Johannes Meßmann/David Unger

106

2003

Ökologische Betrachtungen zum HofGroße Beylage in Essen

Melanie Schwarte

107

2001

Physikalisch-chemische Parameter im Umfeld eines Ackers – Erfassung und Schlusssfolgerungen

Jens Varding

108

1971

Das Plankton der Schulteiche des Artland-Gymnasiums Quakenbrück unter besonderer Berücksichtigung der Rotatorienfauna

Wolfgang Meyer/Hanno Jürjens

109

2003

Hydrophysikalische und -chemische Analyse eines Fließgewässers

Hinrich zur Horst/Christian Tewes

110

2003

Lernen an Stationen im historischen Freilandlabor Wasserhausen

Eva Morthorst

111

2003

Die Geschichte der Biologie am Artland-Gymnasium zwischen 1850 und 1950 – Lehrer, Inhalte, Medien

Theresa Ludwig

112

2003

Kläranlagen in der Samtgemeinde Artland  - Ein Vergleich unter besonderer Berücksichtigung der Belebtschlammanalyse

Jenna Imholte

113

2001

Freilandpraktikum Börstel 2001

Wellinghorst u.a.

114

2002

Freilandpraktikum Börstel 2002

Wellinghorst u.a.

115

2003

Freilandpraktikum Börstel 2003

Wellinghorst u.a.

116

2000

Die Bedingungen der alkoholischen Gärung

Stephanie Götting

117

2000

Überbelichtet – Untersuchungen an nachtaktiven Insekten

Wellinghorst u.a.

118

2002

Studienfahrt München 2002

Wellinghorst u.a.

119

1966

Biologie

Jürgen Vornholt

120

1997

Physikalische und chemische Gewässeruntersuchung an der Hase zwischen Badbergen und Menslage

Wellinghorst u.a.

121

1999

Beobachtungen der Rotatorienfauna im Litoral der Hase – ein Fließgewässer im Osnabrücker Nordland

Ellen Kottwitz/Daniela Zinn

122

1969

Das Leben an und in den Teichen des Artland-Gymnasiums

Frank Redeker

123

1999

Makroskopische Wirbellose im Schulteich und Hasesee

Christina Beckhölter

124

1997

Naturkundliche Bibliographie des Osnabrücker Nordlandes unter besonderer Berücksichtigung der Naturkunde an Quakenbrücker Schulen

Mina Marali

125

1995

Hydrochemische Gewässeranalyse eines Teiches und der Hase

Anne von der Ecken

126

2001

Tagesgangmessungen mit dem WinLab-System (Jahresarbeit)

Dominik Hegenberg

127

2001

Insekten an künstlichen Lichtquellen – Erfassung und Schlussfolgerungen (Jahresarbeit)

Hanno Huflage

128

2001

Physikalisch-chemische Parameter im Umfeld eines Ackers – Erfassung und Schlussfolgerungen (Jahresarbeit)

Jens Varding

129

1999

Makroskopische Wirbellose in Lager Hase, Fladderkanal, Bocksmühlenbach, Calhorner Mühlenbach und Nadamer Bach

Patrick Bahl

130

1983

Bestimmung des Phosphatgehalts von Molinia caerulea in Abhängigkeit zur Vegetationsperiode 1983

Paul Martin Holterhus, Peter Hesemann, Claudia Jürgens

131

1991

Pflanzen und Tiere auf dem Friedhof

Nicole Müller

132

1995

Untersuchung der Vegetation in der Schulhecke

Katrin Goltz

133

1995

Vergleich von Bodentieren an einer naturbelassenen Haseböschung und einer künstlich angelegten Rasenfläche

Monika Gröning

134

1995

Alte Bäume in Loxten

Kerstin Schierholt

135

1995

Die Vegetation eines Wegrandes

Carmen Möller

136

1995

Pflasterritzenvegetation im Schulgelände des Artland-Gymnasiums

Barbara Schulte

137

1995

Untersuchung der Luftverschmutzung an unterschiedlichen Probestellen in Quakenbrück unter Verwendung von Flechten

Antje Nagel

138

1995

Untersuchung von Bodentieren in der Schulhecke

Stephanie Hellebusch

139

1995

Untersuchung der Luftverschmutzung durch Regenwasseranalysen

Anneke Haucap

140

1995

Wirbellose Tiere der Schulteiche

Nadine Effner

141

1991

Die Rote Waldameise

Marion Bergmann

142

1991

Das Leben auf dem Lande

Eva Triphaus

143

1998

Planktonorganismen des Hasesees in Quakenbrück; eine quantitative Analyse

Philipp Mall

144

1997

Ein Nussbaum im Jahreslauf

Anne Knoke

145

1997

Spinnen auf dem Schulgelände

Katrin Rottmann

146

1997

Hydrochemische Untersuchungen an den zwei Schulteichen des Artland-Gymnasiums und an der Hase

Alexandra Buba

147

1997

Biologie der Erdkröte

Julia Korel

148

1997

Schädlinge an Eichen

Sonja Scherder

149

2004

Moorleichenfunde im Bereich Weser-Ems

Annika Herlemann

150

2004

Die Krötenwanderung in Quakenbrück

Julia Brauer

151

2004

Erstellung einer Amphibienausstellung

Jakob Schröder

152

1997

Verbreitung der Brennnessel (Urtica dioica) im Raum Nortrup Hammerfeld

Carina Degotschin

153

1997

Die Vogelwelt eines Ökosystems See, untersucht am Beispiel „Hochwasserschutzanlage“ in Essen

Anja Beckhölter

154

1997

Pflanzensoziologische Untersuchungen an einem Altarm der Hase

Lilian Goharian

155

1997

Vegetationskundliche Untersuchungen im Bereich des Moorbaches in Menslage

Anne-Katrin Ellerkamp

156

2004

Vergleich dreier fleischfressender Pflanzenarten

Daniela Handke

157

2004

Vergleich von Haltungsformen bei Hühnern

Verena Essig

158

2004

Untersuchung des Wachstums von Kressepflanzen unter Verwendung verschiedener Düngemittel

Kristin Nacke

159

2004

Der Hanf – positive und negative Seiten einer Pflanze

Ina Meixner

160

2004

Freisetzung von genmanipulierten Pflanzen: Aktueller Stand der Diskussion

Artur Hoffmann

161

2004

Die ökologische Bedeutung der Honigbiene für Mensch und Natur

Lasse Gottwald

162

2004

Pro und Contra Windpark – Eine ökologische Betrachtung am Beispiel des Windparks Nortrup

Christoph Wille

163

2004

Regulation einer Fuchspopulation unter Einbeziehung einer Mäuseburg

Julia Huflage

Hinweis: Wettbewerbsarbeiten sind fett gedruckt

Dr. Koste, Nils Koch, Tobias Maiwald und Philipp Mall (vlnr.) während der Naturkunde-AG. Nils Koch und Philipp Mall nahmen 1998 beim Wettbewerb Jugend forscht teil, wobei Philipp Mall den Landeswettbewerb erreichte.

Auch die Teilnahme verschiedener Schülergruppen an Wettbewerben fand überregionale Beachtung, so die Arbeiten in der Quakenbrücker Mersch im Rahmen des NDR-Wettbewerbs „Niedersachsen blüht auf“ und die Arbeiten an nachtaktiven Insekten unter dem Titel „Überbelichtet“ im Rahmen des EXPO-Wettbewerbs des Verbandes Deutscher Ingenieure und des Heinz-Sielmann-Wettbewerbs. 1992 erhielt die Schule zusammen mit weiteren Schulen den Naturschutzpreis des Landkreises Osnabrück für die Einrichtung naturkundlicher Arbeitsgemeinschaften und die Anlage eines Schulgartens. Die Unterstützung des Wettbewerbs „Jugend forscht“ brachte 1996 einen Sonderpreis des Bundesministers für Bildung, Wissenschaft, Forschung und Technologie. Für langjähriges Engagement im Natur- und Umweltbereich im Osnabrücker Nordland wurde 2002 und 2004 der Titel „Umweltschule in Europa“ verliehen und das Artland-Gymnasium wurde 2003 als 27. Schule in Niedersachsen vom Kultusministerium als BLK 21 Programmschule anerkannt. Seit 1991 erscheint die Zeitschrift ARTLAND FROSCH, in der ausgewählte Ergebnisse unserer fachlichen Arbeit dargestellt werden. Außerdem finden viele Erfahrungen seit 1996 durch die Arbeit von Rolf Wellinghorst als Schulbuchautor Eingang in die Schulbuchreihen Netzwerk Biologie und Erlebnis Biologie des Schroedel Verlags Hannover, in die Schulbuchreihe BIOLOGISCH des Dorner Verlags Wien, in den Kursmaterialienband Ökologie des Schroedel Verlags, in ein Themenheft zur Gewässerökologie für BLK 21 Schulen sowie in weitere biologische Unterrichtsmaterialien.

Während der internationalen BLK Sommeruniversität 2003 in Blossin bei Berlin präsentiert das Artland-Gymnasium Ergebnisse seiner naturkundlichen Arbeit. Interessierte Besucher sind die Leiterin des BLK Programms in Östereich (Mitte) und die Gewässerexpertin und Fachbuchautorin Martina Graw (rechts).

Aus der Reihe ARTLAND FROSCH sind bisher folgende Hefte erschienen:
Heft 1 1992 Umwelterziehung am Artland-Gymnasium in den Jahren 1988-1992 14 Seiten
Heft 2 1993 Projekttage 1993 „Natur und Umwelt“ am ArtlandGymnasium 29 Seiten
Heft 3 1994 Facharbeiten im Leistungskurs Ökologie am ArtlandGymnasium 37 Seiten
Heft 4 1995 Landschaftsgeschichte und Pollenanalyse 37 Seiten
Heft 5/6 1996/97 Die Haseaue zwischen Badbergen und Menslage 77 Seiten
Heft 7/8 1998/99 Umwelterziehung durch Freilandarbeit 77 Seiten
Heft 9/10 2000/01 Untersuchungen im Schulgelände 77 Seiten
Heft 11/12 2002/03 ormen externer Kooperation in der Umweltbildung des Artland-Gymnasiums 77 Seiten

Schüler der Naturkunde-AG verfolgen im Februar 2004 die Anlage eines neuen Teiches im Freilandlabor Wasserhausen.

Projekt alte Obstbaumwiese im Freilandlabor: Die im Jahre 1989 angepflanzten Obstbaumhochstämme mit alten Sorten aus dem Artland liefern inzwischen Früchte. Im Herbst 2003 wurde aus geernteten Äpfeln zunächst Apfelsaft, daraus Apfelwein und schließlich ein Obstbrand hergestellt. Die fachliche Dokumentation erfolgte im Rahmen einer Facharbeit.

Destillation des Apfelweins im Februar 2004

Einige Projekte, die in den vergangenen Jahren in der Biologie entstanden sind, sollen auch in der Zukunft weitergeführt werden. Hierzu zählen die Projekte Schulgelände und Schulteiche, Freilandlabor Wasserhausen, Mikroskopie, Revitalisierung der Haseaue / Artlandbäche, Landschaftsgeschichte im Artland, Quakenbrücker Mersch, Umwelterziehung durch Freilandarbeit, Freilandpraktikum Börstel, Geschichte der Biologie, Artland Genealogie Quakenbrück und das Agenda 21 Projekt „Leben einer Familie im Artland – gestern, heute, morgen“. Leider konnte der Plan im Jahre 2004 eine kleine ökologische Station im Freilandlabor Wasserhausen zu errichten, wegen baurechtlicher Probleme nicht verwirklicht werden. Dieses Gebiet wird im neuen Kursmaterialienband Ökologie des Schroedel Verlags als Beispiel für ein Freilandlabor vorgestellt.
Im Freilandlabor Wasserhausen wurde im Februar 2004 ein neu angelegter Teich bereits am zweiten Tag seines Bestehens in das Untersuchungsprogramm der Naturkunde-Arbeitsgemeinschaft aufgenommen werden. Im Rahmen einer Facharbeit wurde er in den ersten Wochen physikalisch-chemisch untersucht. Entsprechende Messungen fanden gleichzeitig am 1989 im Freilandlabor angelegten Teich und am Schulteich statt, sodass ein Vergleich der Gewässer erfolgen konnte. Im Agenda 21 Projekt „Leben einer Familie“ wurden unter dem Motto „Vom Apfel zum Obstler“ im Herbst 2003 Äpfel aus der 1990 angelegten Obstbaumwiese geerntet und ihre Verarbeitung nach teilweise historischen Methoden vom Apfelsaft über den Apfelwein bis zum Obstbrand durchgeführt.
In Zusammenarbeit mit der Stadt Quakenbrück und dem Stadtmarketing beteiligt sich die Schule an einer Initiative zur Förderung des Frosch als Sympathieträger für die Quakenbrücker Innenstadt. In diesem Zusammenhang wurden im Rahmen von Facharbeiten die Krötenwanderungen in Quakenbrück untersucht und eine Ausstellungskonzeption zum Thema Lurche entwickelt. Ab 2004 warten auf die Fachgruppe neben der Aufnahme der Schülerjahrgänge 5 und 6 im Jahre 2004 und der Einführung des Zentralabiturs im Jahre 2006 weitere Herausforderungen. Zu nennen sind die Erweiterung der Kooperationen mit externen Partnern, insbesondere mit den Universitäten und Hochschulen der Region, sowie die geplanten Untersuchungen in zusätzlichen Gebieten wie dem neuen Ersatzflächenpool der Samtgemeinde in Borg. Ein BLK „21“ Transferprojekt könnte bei geeigneten Rahmenbedingungen unter der Überschrift „Schulen für naturnahe Artlandbäche“ unsere Erfahrungen zur Gewässerökologie in ein Schulnetzwerk einbringen.

4. Geschichte der Mikroskopie


Historische Mikroskope aus der Sammlung des Artland-Gymnasiums

Die Mikroskopie hatte im Naturkunde- und Biologieunterricht der Schule immer einen hohen Stellenwert. Das erste Mikroskop wurde bereits 1876 gekauft. Der Bestand historischer Mikroskope beinhaltet heute mehrere Einzelgeräte aus Messing, die um 1900 gebaut wurden, so von den Firmen Fischer und Co. Kassel, Thate Berlin (Tri-chinenmikroskop) und R. Winkler Göttingen. Diese Geräte sind allerdings erst seit den 50er Jahren im Bestand der Schule. Zwei Geräte der Firma Leitz Wetzlar sind anhand der Mikroskopnummern auf die Baujahre 1917/18 und ca. 1940 zu datieren. Das Gerät von 1917/18 wurde vermutlich als Neugerät aus dem städtischen Etat gekauft, das Gerät von 1940 wurde vom Fördererverein evtl. als Gebrauchtgerät angeschafft. Die Geräte wurden im wesentlichen als Demonstrationsgeräte verwendet, d.h. der Lehrer bereitete ein Präparat vor und die Schüler konnten es nacheinander betrachten. Beide Mikroskope besaßen bereits einen drehbaren Objektivrevolver. Aus dieser Zeit gibt es außerdem schon zahlreiche Dauerpräparate, die im Unterricht verwendet wurden.

Für die Schülerarbeit wurden in den 30er Jahren neun Röhrenmikroskope der Firma Busch in Rathenow erworben. Der genaue Kaufzeitpunkt konnte bisher nicht ermittelt werden, aber ehemalige Schüler die vor 1937 die Schule besuchten können sich kaum an eigene mikroskopische Untersuchungen erinnern. Die Röhrenmikroskope besitzen einen Grobtrieb, ein Dreisatzobjektiv und zwei Okulare, wobei die 17-fach vergrößernden Okulare 1938 hinzugekauft wurden. Drei Geräte dieses Typs gingen im 2. Weltkrieg bzw. während der anschließenden Besatzungszeit verloren. Die Geräte werden in Holzkästen aufbewahrt und wurden sehr intensiv im Unterricht der 30er, 40er und 50er Jahre eingesetzt. Allerdings wurde in den Kriegsjahren wegen des Zeit- und Lehrermangels - Dr. Nawitzki wurde zum Militärdienst einberufen – weniger mikroskopiert. Dr. Nawitzki hat ansonsten immer wieder mit seinen Schülern mikroskopiert. Zwei bis drei Schüler benutzten in der Regel gemeinsam ein Mikroskop. Das Zubehör wie Rasierklingen mussten sie selbst mitbringen. Untersuchungsmaterial wurde in der Schulumgebung insbesondere aus Gewässern gesammelt. Oft war während der Unterrichtsstunden nur die Zeit, um sich die Präparate genau anzusehen und einzuprägen. Gezeichnet wurde dann zu Hause. Da das Schreibpapier besonders nach dem 2. Weltkrieg knapp war, wurde relativ klein, aber dafür sehr genau gezeichnet. Der Umgang mit den Geräten erfolgte äußerst sorgsam, da die Schüler wussten, dass es für defekte Geräte keinen Ersatz geben würde. Da die Beleuchtung in der Mikroskopie bis in die 60er Jahre über Spiegel erfolgte, war das Mikroskopieren sehr witterungsabhängig und wurde im alten Schulgebäude an der Kleinen Mühlenstraße bevorzugt in den Mittagsstunden durchgeführt. Die Mikroskope standen damals im Biologieraum an den Fenstern. Dieser Fachraum wurde überwiegend von Oberstufenschülern genutzt, während der Biologieunterricht der Mittelstufe bis 1966 im wesentlichen in den Klassenräumen stattfand. Aber auch der Unterricht der Klasse 10 beinhaltete um 1950 bereits große Anteile praktischer Arbeiten mit dem Mikroskop, wie die folgende Liste zeigt (nach FRÖHLE, 2002).

Christina Fröhle untersuchte 2002 im Rahmen ihrer Facharbeit die Geschichte der Mikroskopie am Artland-Gymnasium. Vlnr. auf dem Tisch stehen die Mikroskope Hertel und Reuss CN-hFT-Mon (ab 1982), Hertel und Reuss Typ C (ab 1958), Russisches Forschungsmikroskop (1970er Jahre), Röhrenmikroskop der Firma Busch Rathenow (ab 1930er Jahre), Leitz Mikroskop von 1918 und Mikroskop der Firma R. Winkler.

Schuljahr 1950/ 1951
Klasse: 10 Biologielehrer: Herr Dr. Nawitzki
Klassenlehrer/in: Herr Bosch Wochenstunden: 2
Schülerzahl: 27
davon
Mädchen: 13
Jungen: 14

Datum

             Inhalt der Stunde

            Aufgabe zur Stunde

Do.20.04.1950

Äußeres und mittleres Ohr

                ----      

Di.25.04.1950

Das Mikroskop

                ----

Fr.28.04.1950

Des Teufels General! 

 

Mo.01.05.1950

1. Mai - Schulfrei

 

Fr.05.05.1950

Übungen am Mikroskop an Fertigpräparaten

Gebrauch des Mikroskops

Mo.08.05.1950

       ----

                ----

Fr.12.05.1950

       ----

                ----

Mo.15.05.1950

Anfertigung eines Präparates: Pleurococcus

                ----

Fr.19.05.1950

Mikroskopische Untersuchungen am Pflanzengewebe

Pleurococcus

Mo.22.05.1950

Pflanzliches Gewebe (Holunder) unter dem Mikroskop

Mikroskop. Unters. an lebendem Material

 

Pfingstferien

 

Fr.09.06.1950

Mikroskopische Untersuchungen an Grünalgen

                  ----

Mo.12.06.1950

Mikroskopische Untersuchungen von Spirogyra

Untersuchungen an Grünalgen

Fr.16.06.1950

>Detmold: Hermannsdenkmal, Externsteine

 

Mo.19.06.1950

Kieselalgen

                   ----

Fr.24.06.1950

Koloniebildende  Diatomeen unter dem Mikroskop

Kieselalgen

Mo.26.06.1950

Körperzellen des Menschen (lebend) unter dem Mikroskop

Koloniebildende Diatomeen

Fr.04.08.1950

>Einschlüsse von Eiweißkristallen in Pflanzenteilen

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Mo.07.08.1950

>Oxalatkristalle als pflanzliche Einschlüsse

Eiweißkristalle

Fr.11.08.1950

Der Inhalt der pflanzlichen Zelle

Einschlüsse in Pflanzen

Mo.14.08.1950

 Protoplasmaströmung

Inhalt pflanzlicher Zellen

Fr.18.08.1950

                ----

                    ----

Mo.21.08.1950

Reaktionen mit Blütenfarbstoffen

Bedeutung des Chlorophylls

Fr.25.08.1950

Mikroskopische Untersuchung des Karotins in Pflanzenzellen (Möhre)

Reaktionen mit Blütenfarbstoffen

Mo.28.08.1950

Mechanismus der Spaltöffnungen

Karotin in Pflanzenzellen

Fr.01.09.1950

Querschnitt durch ein Blatt (mikroskopische Übungen )

Mechanismus der Spaltöffnungen

Mo.04.09.1950

Vorgang der Plasmolyse in pflanzlichen Zellen

Querschnitt durch ein Blatt

Fr.08.09.1950

Osmotischer Saugwert der Pflanzenzelle

Plasmolyse in der Pflanze

Mo.11.09.1950

>Ursachen des Saftsteigens  in den Pflanzen

Osmotischer Saugwert der Pflanze

Fr.15.09.1950

Der Wasserhaushalt der Pflanze

Ursachen des Saftsteigens in der Pflanze

Mo.18.09.1950

Wiederholungsarbeit

Der Wasserhaushalt der Pflanze

Fr.22.09.1950

Mikroskopische Untersuchungen am Köpfchenschimmel

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Mo.25.09.1950

>Ausfall der Biologiestunde – dafür Mathe

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Ferien

 

Fr.14.10.1950

Justus von Liebig  und seine pflanzenphysiologischen  Untersuchungen

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Mo.16.10.1950

Nachweis von Kalium und Eisen in der Pflanzenerde

Justus von Liebig

Fr.20.10.1950

Der Mineralstoffwechsel der Pflanze

Nachweis von Kalium und Eisen in der Pflanzenerde

Mo.23.10.1950

Die künstliche Düngung

Mineralstoffwechsel der Pflanzen

Fr.27.10.1950

>Nachweis der Assimilate in den Blättern

Die künstliche Düngung

Mo.30.10.1950

Nachweis von Traubenzucker  als Assimilationsprodukt

Assimilate (Stärke) in den Blättern

Fr.03.11.1950

Die Assimilationsprodukte der Pflanzen

Formaldehyd und Traubenzucker

Mo.06.11.1950

Nachweis von Stärke in der Kartoffel

Assimilationsprodukte der Pflanzen

Fr.10.11.1950

Querschnitt durch den Samenkern einer Pflanze

Nachweis von Stärkeprodukten in der Kartoffel

Mo.13.11.1950

>Nachweis des Aleurons in pflanzlichen Samen

Untersuchung von Bohnensamen

Fr.17.11.1950

Nachweis von Eiweiß in den Pflanzen

Nachweiß von Stärke etc. im Weizenkern (mikroskopisch)

Mo.20.11.1950

>Grundsätzliches über die Stoffumwandlung in der Pflanze

Nachweis von Eiweiß in den Pflanzen

Fr.24.11.1950

Wirkung der Diastase bei der Keimung von Gerstenkörnern

Grundsätzliches über die Stoffumwandlung in der Pflanze

Mo.27.11.1950

Gesamtstoffwechsel der Pflanze

Wirkung der Diastase

Fr.01.12.1950

Morphologie und Anatomie des Blattes

Gesamtstoffwechsel der Pflanze

Mo.04.12.1950

Bau der Haupt- und Nebenwurzel

Anatomie des Blattes

Fr.08.12.1950

   ???

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Mo.11.12.1950

Zellelemente im Stammholz

Bau der Haupt- und Nebenwurzel

Fr.15.12.1950

Ring- und Spiralgefäße in der Pflanze (mikroskopische Übungen)

Zellelemente im Stammholz

Mo.18.12.1950

Mikroskopische Untersuchung von Steinzellen

Ring – und Spiralgefäße

 

Weihnachtsferien

 

Mo.08.01.1951

Mikroskopische Untersuchungen an Stengelquerschnitten

                   ----  

Fr.12.01.1951

Ausgefallen (Kohlenmangel)

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Mo.15.01.1951

monokotyle und dikotyle Pflanzen

Mikroskopische Beobachtungen am Stengelquerschnitt

Fr.19.01.1951

ausgefallen

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Mo.22.01.1951

Die Gefäßbündel

Mono- und dikotyle Pflanzen

Fr.26.01.1951

Aufgrund des starken Winters fiel in den folgenden sechs Woche jeweils die 6.Stunde aus, somit auch Biologie.

Mo.29.01.1951

>Sklerenchymgewebe und Kambiumschicht

Die Gefäßbündel

Mo.09.02.1951

2 Lehrfilme

Sklerenchymgewebe und Kambiumschicht

Mo.12.02.1951

>Das sekundäre Dickenwachstum der Bäume

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Mo.19.02.1951

Steinzellen in stark verholztem Gewebe (mikroskopische Übungen)

Das sekundäre Dickenwachstum

Mo.25.02.1951

Mikroskopische Untersuchungen am Pollenstaub

Sklerenchymzellen im pflanzlichen Gewebe

Fr.03.03.1951

Blütenbiologische Untersuchungen (mikroskopisch)

Untersuchungen am Pollenstaub

Mo.05.03.1951

Ausfall der Biologiestunde – dafür Mathe

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Fr.09.03.1951

Vermehrung durch Sprossung (mikroskopische Untersuchung)

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Mo.12.03.1951

Ausfall der Biologiestunde – dafür Mathe

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Fr.16.03.1951

Entlassung der Abiturienten

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Mi.20.03.1951

Ende des Schuljahres

 

Die Details der Mikroskopgeschichte nach dem 2. Weltkrieg stellen sich am Artland-Gymnasium folgendermaßen dar: Im Schuljahr 1955/56 ist im Jahresbericht von der „Anschaffung eines guten Mikroskops“ durch den Verein der Förderer die Rede. Dieses stellt „das Glanzstück der Sammlung“ dar. Vermutlich handelt es sich um ein Gerät der Firma Hopfenmüller Kassel oder um das Gerät der Firma Hertel und Reuss von 1940. Im Jahresbericht 1956/57 wird der Bedarf leistungsfähiger Mikroskope noch einmal dringend von Dr. Nawitzki angemahnt und im Jahresbericht 1957/58 ist von der Anschaffung eines weiteren guten Kursmikroskops durch den Fördererverein die Rede, das den Bestand zusammen mit dem Leitz Mikrokop von 1917/18 auf drei Geräte ergänzt. Es dürfte sich bei der Neuanschaffung um ein Gerät der Firma Hertel und Reuss Kassel vom Typ B mit der Nummer 32791 handeln. 1958/59 werden drei weitere Geräte Hertel und Reuss Typ C vom Fördererverein gekauft und die nunmehr vorhandenen sechs Geräte auch in der Reifeprüfung eingesetzt. 1959/60 werden weitere drei Geräte Hertel und Reuss Typ C vom Fördererverein gekauft und zusätzlich ein Lehrermikroskop Hertel und Reuss Binokular Typ Bin RK Nr. 37178 aus dem Städtischen Etat. 1960/61 kamen nochmals drei Geräte Hertel und Reuss Typ C hinzu, sodass sich der Bestand auf elf Geräte erhöhte. Bis 1966 sind insgesamt 16 Geräte Geräte Hertel und Reuss Typ C angeschafft, davon 14 Geräte vom Fördererverein, ein Gerät über die Konsul Penseler Stiftung und ein Gerät über die Volkswagenstiftung. Insgesamt sind jetzt 20 für Schülerübungen taugliche Geräte vorhanden und werden regelmäßig eingesetzt. Die Beleuchtung erfolgt zunächst über Spiegel, später über zusätzlich beschaffte Ansteck- und Standleuchten, sodass seit den 60er Jahren im neuen Schulgebäude am Deich unabhängig vom Tageslicht mikroskopiert werden kann. 1966 wird vom Fördererverein noch ein Lehrermikroskop Hertel und Reuss Studio C angeschafft.
Etwa 1970 kommen dann fünf russische Forschungsmikroskope mit Spiegelbeleuchtung hinzu, die in den 70er Jahren neben den Hertel und Reuss Geräten zum Einsatz kommen. Während die russischen Geräte wegen problematischer Ersatzteilbeschaffung jedoch bereits in den 80er Jahren nach und nach wieder ausgemustert werden, sind die Geräte vom Typ Hertel und Reuss Typ C bis heute im Einsatz.
Etwa 1982 wurden über den Landkreis Osnabrück als Schulträger erstmals drei Geräte des Typs Hertel und Reuss CN-hFT-Mon gekauft, die als Nachfolger des Typs C anzusehen sind und neben vergleichbarer Optik über eine eingebaute Beleuchtung verfügen. Gleichzeitig schaffte man ein Lehrermikroskop Will BX 300 mit Phasenkontrasteinrichtung sowie wichtiges Mikroskopierzubehör an. Ab 1989 wurde auf Initiative von Fachobmann Rolf Wellinghorst die besondere Bedeutung der Mikroskopie für die Biologie erneut ins Blickfeld gerückt und über einen Zeitraum von gut 14 Jahren konnten bis 2003 mit Mitteln des Schulträgers insgesamt 28 gleichwertige Kursmikroskope des Typs Typs Hertel und Reuss CN-hFT-Mon angeschafft werden. Zusätzlich wurde weiteres Zubehör, Dauerpräparate (Firma Lieder) und zahlreiche Dauerpräparatserien in Klassenstärke gekauft. Ergänzt werden die Präparatserien der Firma Lieder durch Folienkataloge und CD-ROMs mit ergänzenden Fotos, Zeichnungen und Texten. Die Ausstattung ist derzeit als ausgezeichnet anzusehen und die praktische Mikroskopie hat im Fachbereich Biologie einen hohen Standard und eine hervorragende Bedeutung erlangt. Fast täglich werden die Mikroskope von der Klasse 7 bis zur Klasse 13 eingesetzt und auch im Rahmen von Klausuren und Abiturprüfungen kommen sie regelmäßig zum Einsatz. Ergänzend wurden in den 80er und 90er Jahren 27 gleichwertige Schülerstereolupen, sechs Forschungsstereolupen und eine hochwertiges Trinokular zur Mikroprojektion angeschafft. Durch diese umfangreiche Geräteausstattung ist das Artland-Gymnasium heute in der Lage, seinen Schülern für Fach- und Langzeitarbeiten Mikroskope und Stereolupen über einen längeren Zeitraum mit nach Hause zu geben. Hier ist dann eine intensive Forschungsarbeit möglich, die auch zu besonderen Erfolgen in Wettbewerben wie „Jugend forscht“ und dem „Hörlein Wettbewerb“ des Verbandes Deutscher Biologen beigetragen hat. Das Mikroskopiekonzept der Schule gilt als vorbildlich und wurde mehrfach auch überregional vorgestellt. Der häufige Einsatz der Geräte im modernen Unterricht unserer Schule zeigt der Unterrichtsgang im 11. Schuljahr des Jahrgangs 1999/2000 (nach FRÖHLE, 2002).

Schuljahr1999/2000
Klasse: 11 Fachlehrer: Herr Wellinghorst
Klassenlehrer/in: -- Wochenstunden: 3
Schülerzahl: 25
davon
Mädchen: 13
Jungen: 12

   Datum

               Inhalt der Stunde

           Aufgabe zur Stunde

03.09.1999

Organisatorisches

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07.09.1999       

Bau des Lichtmikroskops

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09.09.1999

Qualitätsmerkmale des Lichtmikroskops

Arbeitsblatt

10.09.1999

Handhabung des Lichtmikroskops

Wiederholung

14.09.1999

Geschichte der Mikroskopie

Aufgabe

16.09.1999

Auflösungsgrenze; förderl. Vergrößerung

                  ----

17.09.1999

Testdiatomeen

Wiederholung

21.09.1999

Herstellung mikroskopischer Präparate

Infoblätter

23.09.1999

Mikroskop: Zelle, Wasserpest / Mundschleimhaut

Wiederholung

24.09.1999

Mikroskop: Pantoffeltierchen

Aufgabe

27.09.1999

Pantoffeltierchen – Funktion der Organellen

Aufgabe

28.09.1999

Nahrungsaufnahme – Verdauung – Exkretion

Wiederholung

30.09.1999

Bau pflanzliche / menschliche Zelle

Zusammenfassung

31.09.1999

Gruppenarbeit: Zellorganellen

Wiederholung

05.10.1999

Gruppenarbeit: Zellorganellen

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07.10.1999

Klausur  Nr.1

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08.10.1999

verlegt auf  27.09.

                    ----

12.10.1999

Referate: Zellorganellen, Zellwand

                    ----

14.10.1999

Gewebe und Organe - Zelldifferenzierung

Wiederholung

15.10.1999

Mikroskop: Laubblatt quer

Wiederholung

 

                 Herbstferien

 

 

01.11 - 12.11. Betriebspraktikum

 

16.11.1999

Ausgefallen laut  Plan (MNU)

 

18.11.1999

Ausgefallen laut Plan (HIT )

 

19.11.1999

Rückgabe und Besprechung der Klausur

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23.11.1999

ausgefallen siehe Plan ( Erste-Hilfe-Kurs)

Berichtigung

25.11.1999

Bau und Funktion  Leitbündel

Wiederholung

26.11.1999

Diffusion

Aufgabe

30.11.1999

Osmometerversuch

Wiederholung

02.12.1999

Osmose

Versuchsprotokoll

03.12.1999

SV. Plasmolyse

Aufgabe

07.12.1999

Deutung Plasmolyse

Aufgabe

09.12.1999

Osmotische Zustandsgleichung

Wiederholung

10.12.1999

Bau des Elektronenmikroskops

Wiederholung

14.12.1999

Herstellung von Dauerpräparaten für die Lichtmikroskopie

Arbeitsblatt

16.12.1999

Ultradünnschnitt-Technik

Aufgabe

17.12.1999

Gefrierätztechnik

Aufgabe

21.12.1999

Natürlich mehr erleben

                 ----

 

                 Weihnachtsferien

 

11.01.2000

Bau und Funktion von Zellorganellen

                 ----

13.01.2000

Rasterelektronenmikroskop; Rasterkraftmikroskop

                 ----

14.01.2000

Bau und Funktion von Zellorganellen

Wiederholung

18.01.2000

EM-Bild der Zelle im Internet

Arbeit an den Referaten

20.01.2000

Plastiden; Mitochondrien

Arbeit an den Referaten

21.01.2000

Dictyosomen

Wiederholung

 

25.-27.01.2000   MIG- Spiel

 

28.01.2000

Endoplasmatisches Retikulum und Ribosomen

                ----

01.02.2000

Ferientag

 

03.02.2000

Zellkern und Mikrotubuli

                ----

04.02.2000

Zelle als Fabrik – ein Vergleich

Wiederholung

08.02.2000

Wasser und Methan – polare und unpolare Stoffe

Versuchsprotokoll

10.02.2000

grenzflächenaktive Moleküle

Bildung von Seifenblasen

11.02.2000

SV. Nachweis von Lipiden in Biomembranen

Aufgaben von Biomembranen

15.02.2000

SV. Nachweis von Proteinen in Biomembranen

Versuchsprotokoll

17.02.2000

Auswertung der Versuche – Biomembranen enthalten Lipide und Proteine

Versuchsprotokoll

18.02.2000

Membranmodell von Singer und Nicolson

Arbeitsblatt

22.02.2000

SV.  Ionenfallenmechanismus

Arbeitsblatt

24.02.2000

Aufgabe zur Endosymbiontenhypothese

             ----

25.02.2000

Auswertung Ionenfallenprinzip

Arbeitsblatt

29.02.2000

Mitose

Wiederholung

02.03.2000

Mikroskop: Zellteilung

Arbeitsblatt

07.03.2000

Klausur Nr. 2

Wiederholung

09.03.2000

Meiose

               ----

10.03.2000

Meiosestadien

Aufgabe

14.03.2000

Bedeutung der Meiose

Wiederholung

16.03.2000

Darstellung menschlicher Chromosomen am Blut

Wiederholung

17.03.2000

Besprechung und Rückgabe der Klausur

Aufgabe

21.03.2000

Karyogramm

Berichtigung

24.03.2000

Watson, Crick und die Molekulargenetiker

Aufgabe

28.03.2000

Autoradiographie – DNA wird sichtbar

Aufgabe

30.09.2000

Identische Reduplikation

Aufgabe

31.03.2000

Taylor-Experiment

Aufgabe

04.04.2000

Fototermin

                 ----

06.04.2000

Aminosäuren – Bausteine der Proteine

                 ----

07.04.2000

Peptidbindung – Primärstruktur der Proteine

Dipeptid

11.04.2000

Bindungen, die zur Sekundar- bzw. Tertiärsstruktur führen

Arbeitsblatt

13.04.2000

Von den Aminosäuren zum Eiweiß

Aufgabe

14.04.2000

Funktionsweise der Eiweiße

Enzymfunktion

 

                      Osterferien

 

02.05.2000

Polymerase-Kettenreaktion

               ----

04.05.2000

OKAZAKI - Modell

Aufgabe

05.05.2000

Aufklärung von DNA – Sequenzen (Singer)

Arbeitsblatt

09.05.2000

Human – Genom – Projekt

Wiederholung bzw. Arbeitsblatt

11.05.2000

Bio aktuell: Chromosom 21 vollständig entschlüsselt

Arbeitsblatt

12.05.2000

DNA-Sequenzierung

Aufgabe

16.05.2000

Transkription

Wiederholung

18.05.2000

Wie knackt man dem genetischen Code?

Aufgabe

19.05.2000

Basentripletts codieren Aminosäuren

Arbeitsblatt

23.05.2000

 r-RNA

Aufgabe

26.05.2000

Enzym – Substrat – Komplex

Wiederholung

30.05.2000

Klausur

Wiederholung

06.06.2000

Rückgabe und Besprechung der Klausur

                 ----

08.06.2000

Vieren –   Bau  und Vielfalt

Berichtigung

09.06.2000

Expo – Fahrt

Arbeitsblatt

13.06.2000

Pfingstferien

 

15.06.2000

Versuch von  Hershey und Case

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16.06.2000

Viren - “vagabundierende Gene”

Arbeitsblatt

20.06.2000

HIV und AIDS

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22.06.2000

ausgefallen  siehe Plan (Fronleichnam)

              

23.06.2000

Was ist Gentechnik ?

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27.06.2000

Heilen durch Gentechnik

Aufgabe

29.06.2000

Nachschreibtermin

Aufgabe

30.06.2000

Pro und Kontra Gentechnik

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04.07.2000

Abischerz

 

 

06.07. – 11.07. Projektwoche

 

Die folgenden Ausführungen sollen noch einige Informationen über die beiden Haupthersteller der am Artland-Gymnasium vorhandenen Mikroskope liefern. 1924 wurde die Mikroskopabteilung der Firma Busch in Rathenow bei Berlin wesentlich ergänzen. Die am Artland-Gymnasium vorhandenen Kleinmikroskope dürften seit dieser Zeit gebaut worden sein. 1931 bietet die Firma 21 verschiedene große Mikroskope für Wissenschaft und Forschung an und außerdem verschiedene Kleinmikroskope, Mikroskope zur Trichinenschau und Zubehör. Mit dem Niedergang der Firma Busch im Jahre 1946 - die Busch AG wurde entschädigungslos enteignet und dann demontiert - war eine Erweiterung der Mikroskopie unserer Schule mit Geräten dieser Firma nicht mehr möglich. Man wechselte daher in den 50er Jahren zu Geräten der Firma Hertel und Reuss Kassel. Der Mechaniker Hertel und der Optiker Reuss begründeten die Firma 1927 als zunächst relativ kleinen optischen Betrieb, nachdem die optische Firma Hahn, bei der sie vorher beschäftigt waren, im Rahmen der Weltwirtschaftskrise in Konkurs gegangen war. Im 2. Weltkrieg nahm Hertel und Reuss mit seinen hervorragenden optischen Geräten einen großen Aufschwung und so war die Firma in den 50er Jahren in der Lage, hochwertige Mikroskope anzubieten. Von 1955 bis 2003 wurden vom Artland-Gymnasium über 40 Mikroskope der Typen Stativ C und CN-hFT- Mon von Hertel und Reuss gekauft. Selbst als die Firma Mitte der 90er Jahre in Konkurs ging, nachdem ein Familienmitglied tödlich verunglückte, blieb man bei dem Hertel und Reuss CN-hFT-Mon, das seitdem von der Firma Gerhardt, Bahnhofstraße 35, 34311 Naumburg gebaut wird.

5. Ehemalige Schüler erfolgreich in Biologie und Medizin


Welche Ergebnisse brachte nun der Biologieunterricht am Artland-Gymnasium für die Schüler? Dieser wichtigen heute unter dem modernen Begriff „Evaluation“ gestellten Frage gingen wir nach, indem wir nach ehemaligen Schülern, die es in der Biologie und Medizin zu besonderen Leistungen brachten, suchten. Aus der großen Zahl von geeigneten Kandidaten ergab sich eine zunächst mehr oder weniger zufällige Auswahl von 13 Ehemaligen, mit denen Friederike Rohn dann im Rahmen einer Facharbeit ausführliche Interviews führte (ROHN 2002). Die Ergebnisse dieser Arbeit sind wesentliche Grundlage für die Ausführungen im folgenden Abschnitt. Der Text der Facharbeit wurde in wesentlichen Teilen fast unverändert übernommen. Dem Verein Ehemaliger Quakenbrücker Schülerinnen und Schüler e.V. und seinen Mitgliedern sei an dieser Stelle noch einmal für die vielfältige Unterstützung im Rahmen der Untersuchungen zur Geschichte der Biologie am Artland-Gymnasium gedankt. Wer die Aktivitäten der Biologie auch in Zukunft unterstützen möchte, kann dies sowohl durch Informationen und Dokumente, als auch durch finanzielle Zuwendungen in die 2004 vom Ehemaligenverein ins Leben gerufene Stiftung-Artland-Gymnasium tun.

Friederike Rohn führte zahlreiche Interviews und Korrespondenzen mit ehemaligen Schülern des Artland-Gymnasiums, die in den vergangenen Jahrzehnten Erfolge in Biologie und Medizin verbuchten.

5.1. Kurzbiografien der befragten Ehemaligen


Dr. Michael Ackmann
Der 30jährige Doktor der Naturwissenschaften forscht seit dem Jahr 2000 als wissenschaftlicher Mitarbeiter bei Megamedics GmbH in Hamburg mit den modernsten Möglichkeiten zur Diagnose und Therapie von Krebs. Seit 2001 ist er bei dem Unternehmen Projektleiter einer kleinen Arbeitsgruppe, die sich mit einer neuen Forschungsrichtung, “Proteomix” genannt, beschäftigt. Seinen Ehrgeiz bei der Forschungsarbeit begründet Ackmann damit, etwas gegen ein großes Problem der Menschheit, den “Krebs”, der in Deutschland die zweithäufigste Todesursache darstellte, unternehmen zu wollen. Außerdem gefalle ihm die wissenschaftliche Arbeitsweise, das Zusammenarbeiten und Diskutieren mit anderen Menschen und das für ihn besonders spannende Erforschen von etwas, was bisher unerklärlich war. Ehrgeiz und Einsatz bewies der Abiturient des Jahres 1990 auch während seines Biochemiestudiums, in dessen Verlauf er sowohl das Vordiplom als auch das Diplom jeweils mit der Note “sehr gut” abschloss, und unter anderem an einem Forschungsprojekt an der Mc Gill Universität in Montreal, bei dem es um Zellkultur ging, mitarbeitete. Seine Doktorarbeit, deren Thema die „Alzheimersche Krankheit“ war und welche wiederum mit “sehr gut” beurteilt wurde, fertigte er bei den Max-Planck-Arbeitsgruppen in Hamburg an. Die Ergebnisse dieser Arbeit wurden in zwei englischen Fachzeitschriften veröffentlicht. In der Zukunft könnte sich Dr. Ackmann vorstellen, mit Kollegen eine eigene Firma zu gründen, in der er Projekte, die ihn persönlich besonders interessieren, verfolgen würde.

Cord Bergfeld
Der 33jährige Diplombiologe absolvierte sein Biologiestudium in Göttingen, während dessen Verlauf er durch ein Auslandssemester, welches er als ERASMUS-Austauschstudent an der University of North Wales in Bangor, Großbritannien, absolvierte, auf die Meeresbiologie aufmerksam wurde. Seine Diplomarbeit, deren Thema die “Makrofaunabesiedlung auf der Swinnplate im Rückseitenwatt der Insel Spiekeroog” war, fertigte Cord Bergfeld im Rahmen eines großen Ökosystem-Forschungsprojektes im Wattenmeer am Senckenberg- Institut in Wilhelmshaven an. An diesem Meeresbiologischen Institut arbeitete er dann auch weiterhin als wissenschaftlicher Mitarbeiter, unter anderem aus Freude an der taxonomischen Bearbeitung von Benthosproben, was einen großen Teil seiner Tätigkeit an dem Institut ausmachte. Daneben gehörten zu seiner Tätigkeit vor allem Literaturrecherche, Verwaltung und Auswertung mit Datenbanksystemen und zum Teil auch Posterpräsentationen. Als besonders interessant empfindet der Diplombiologe die Meeresbiologe aufgrund ihrer sehr komplexen, unerforschten Ökosystemstrukturen und der Auswirkungen des menschlichen Einflusses und natürlicher Veränderungen (z.B. Klima) auf diese. Inzwischen hat der eigentliche Meeresbiologe jedoch zum Datenbank-Entwickler umgeschult, da er keine längerfristige Perspektive mehr in der meeresbiologischen Forschung sieht und sich außerdem zu alt für eine Promotion fühlte.

Prof. Dr. Lebrecht von Klitzing
Medizinphysik ist das Fachgebiet dieses Ehemaligen, der ein Studium der Naturwissenschaften absolviert hat. Durch seine biophysikalische Abschlussarbeit in einem Gastlabor des Botanischen Instituts der TU Braunschweig wurde ihm der Weg zur Medizinphysik geebnet. Der Wissenschaftler, der sich selbst heute am Ende seiner Berufslaufbahn sieht und fast 26 Jahre die klinisch-experimentelle Forschungseinrichtung der Medizinischen Universität in Lübeck geleitet hat, hat sich in seinen gesamten Forschungstätigkeiten hauptsächlich mit der Bioregulation, insbesondere mit biokybernetischen Regelsystemen, beschäftigt. In der engen Zusammenarbeit mit Medizinern und den vielfältigen Problemlösungen sieht er für sich selbst die ideale berufliche Erfüllung. Dr. von Klitzing, der sich in den letzten Jahren hauptsächlich mit der Wirkung schwacher niederfrequent gepulster Felder auf den Menschen befasst hat, war zudem weltweit einer der ersten, der mit dem EEG biologische Effekte als Folge gepulster Felder fand. Er warnt deshalb vor der Benutzung des Mobilfunks und von schnurlosen DECT-Telefonen, da diese gesundheitliche Schäden hervorrufen könnten. Als beängstigend empfindet er es, wenn derartige Warnungen einfach ignoriert würden. Der technische Fortschritt bedeute für ihn nicht immer eine Verbesserung der Lebensqualität.

Katrin Sokoll-Potratz
“Die große Bedeutung der Persönlichkeit” ist das, was die 30-jährige Diplompsychologin als etwas Besonderes innerhalb ihres Berufes kennzeichnet. Die Abiturientin des Jahrgangs 1991 arbeitete nach ihrem Psychologiestudium an der Universität Osnabrück, wo sie ihre Diplomprüfung mit der Note “sehr gut” abschloss. Im Sommer 2000 machte sie sich als psychologische Psychotherapeutin selbstständig. Den Schwerpunkt ihrer Tätigkeit bildet die Neuropsychologie, die in ihr, wie sie schon während des Studiums gemerkt hat, das größte Interesse hervorruft. In ihrer Praxis beschäftigt sie sich mit Patienten, welche in Folge einer Hirnschädigung Probleme innerhalb der kognitiven Funktionen haben, z.B. mit der Merkfähigkeit oder mit dem logischem Denken. Bei diesen Patienten wird nach einer Diagnostik versucht, die geschädigten Nervenzellen wieder zu aktivieren oder andere Nervenzellen als eine Art Kompensationsmechanismus zu benutzen. Daneben wird angestrebt, zusammen mit den Patienten, auch persönliche Folgen der Krankheit zu bewältigen. Die engagierte Psychologin, die sich immernoch weiterbilden möchte, beschreibt ihren Beruf schon mit den Beginn des Studiums als sehr interessant und äußerst abwechslungsreich. Außerdem sei die Neuropsychologie noch ein sehr junges Fach, welches noch vor einer großen Weiterentwicklung stehe, woran sie selbst natürlich auch teilhaben wolle.

Manfred Bergau
Obwohl er zu Beginn seiner Schulzeit am Artland-Gymnasium durch ein einschneidendes Erlebnis mit einem Eisvogel das Gefühl hatte, von seinen Lehrern hinsichtlich seines großen Hobbys nicht ernst genommen zu werden, hat der engagierte Biologielehrer, der seit 1986 als Schulleiter an der Haupt- und Realschule in Bohmte amtiert, sein Interesse für die Natur nie verloren. Seit 1984 arbeitet der Pädagoge nebenberuflich als Autor für Biologiebücher beim Klett-Verlag. Neben der häuslichen Arbeit am Schreibtisch nimmt er hier regelmäßig an Redaktionssitzungen teil, bei denen ihm, wie er erzählt, die Manuskripte bildlich um die Ohren gehauen werden, was ihm selbst sehr viel Spaß macht. Zu seinen Werken gehören neben einer Umweltbuchreihe z.B. ein von ihm allein produzierter Folienatlas und CD-ROMs, wie z.B. “Humanbiologie 1”. Als sehr wichtig bei der Zusammenstellung der Lehrmaterialien empfindet Bergau, der mit den Biologiebüchern seiner Schulzeit selbst sehr zufrieden war, eine altersangemessene Sprache, Motivationsgeschichten zu Beginn der Kapitel, einen lebendigen Charakter und Graphiken. Viel Engagement zeigte der Lehrer auch bei dem Projekt “ NRW Unterrichtsmodell zur Umwelterziehung”, welches er mit Schülern in einem Wahlpflichtkurs durchführte.

Wilhelm Sperveslage
Durch die Natur und Vogelwelt reichlich beschenkt fühlt sich der 71-jährige aus Wulfenau stammende Ornithologe, der sich nach seiner hauptberuflichen Tätigkeit als Lehrer ( bis 1993 Schuldirektor in Moers) nun im Ruhestand befindet. Die ornithologische Tätigkeit dieses Ehemaligen ist sehr vielfältig. Der Vogelforscher ist Mitglied im NABU, in der GNRWO und in einer Eulen-AG. Den Umfang seiner Arbeit verdeutlichten seine Aufgaben als Obmann für die Schleiereulenbetreuung im Kreis Wesel: Auffinden und Absichern von Beständen, Herstellung von Nistkästen, Erfahrungsaustausch mit Arbeitsgruppen und Gemeinden, Formulieren von Anregungen an den Gesetzgeber zur Regelung von Gifteinsatz, Gewölleuntersuchungen, Erstellung von Kartierungsblättern und das Schreiben von Presseartikeln gehörten hierbei zu seinem Aufgabenbereich. Hinzu kommt, dass beispielsweise bei der Erstellung von Naturschutzgebieten seine Fähigkeit Vogelarten anhand der Stimme präzise zu bestimmen benötigt wird. In seiner Forschungsarbeit konzentriert sich der Vogelexperte darauf, Ursachen für den Rückgang von Vogelarten zu suchen und herauszufinden, welche Maßnahmen ergriffen werden müssen, um Bestände zu sichern und zu vergrößern. Exotische Vögel interessieren ihn dabei weniger, wo doch der Niederrhein, sein Wohnsitz, als Naturschutzgebiet eine Vielfalt für ihn interessanter Vogelarten aufweist. Die Begeisterung für die Vogelwelt, wie er fasziniert berichtet, lösen in ihm die großen Leistungen, die Vögel erbringen können, wie z.B. Langflüge, die unterschiedlichen Flugformen und die Variationen der Vogelstimmen aus. Bereits als Schüler stiftete er dem Artland-Gymnasium seine Sammlung von Eiern heimischer Vögel, die noch heute vorhanden ist.

Dr. Matthias Schreiber
Als sehr abwechslungsreich und spannend beschreibt der im Bereich Umweltplanung tätige, selbstständige Biologe seinen Beruf, obwohl er ursprünglich den Beruf des Lehrers einschlagen wollte. Dr. Schreiber befasst sich in seinem Büro in Bramsche vor allem mit Stellungnahmen zur Umweltverträglichkeit verschiedenster Eingriffe, wobei es momentan hauptsächlich um Windkraftplanungen geht. Bestandserfassungen für verschiedene Planungen in der Landschaft und die Umsetzung der Europäischen Naturschutzrichtlinien FFH in Deutschland sind weitere Schwerpunkte seiner Arbeit. Bezüglich der Windkraft hat sich der Biologe auch immer wieder in der Forschung betätigt. Schreiber selbst bezeichnet es als keineswegs einfach, sich als Selbstständiger im Bereich Ökologie zu etablieren. Dennoch würde er, wenn er die Wahl hätte, diesen Berufsweg auch ein zweites Mal eingehen, da er seine Tätigkeit als äußerst interessant empfindet. Als berufliche Ziele verfolgt der Ökologe, weiterhin “fachlich sauber” zu bleiben und keine Gefälligkeitsgutachten auszustellen.

Dr. Christine Leutbecher
Die Diplombiologin, die vor ihrem Biologiestudium eine Ausbildung zur BTA absolviert hat, promovierte an der Universität Osnabrück. Das Thema ihrer Doktorarbeit befasst sich mit Rädertierchen, denen schon während ihrer Schulzeit durch ihr Vorbild, dem Rädertierchenexperten Dr. Walter Koste, ihr großes Interesse galt. Christine Leutbecher beschäftigt sich hierbei mit der weltweit verbreiteten Gattung “Polyarthra“, deren Arten sich untereinander, wie sie anmerkt, nur schwer differenzieren lassen. Sie führt bei diesen Tierchen neben morphologischen auch genetische Untersuchungen durch. Neben ihrer Promotion ist die Biologin in einem Museum angegliederten Naturschutzgebiet tätig, wo sie hauptsächlich Planktonkurse mit Schülern und Studenten durchführt. In Zukunft würde sie gerne in einem Bereich, in dem sie Forschung und Lehre kombinieren könnte, tätig bleiben, da es kaum Chancen für Forschungsarbeit an einer Universität gäbe und die Arbeitsmarktsituation für Biologen derzeitig allgemein sehr ungünstig sei.

Walter Hollweg
“Ohne wenn und aber” antwortete der Diplomagraringenieur auf die Frage, ob er nochmals den gleichen Beruf wählen würde. Eher durch Zufall und Glück kam der jetzige Chefredakteur beim Landwirtschaftsblatt Weser-Ems, wo er nun schon seit etwa 12 Jahren tätig ist, zum Journalismus. Ursprünglich hatte sich Walter Hollweg für ein Agrarwissenschaftsstudium entschieden, um vielleicht einmal den landwirtschaftlichen Betrieb seiner Eltern zu übernehmen. Der Agrarjournalist ist als Chefredakteur vor allem für den Inhalt des Landwirtschaftsblattes und daneben für den Produktionsprozess und die Wirtschaftlichkeit verantwortlich. Das Blatt, welches, wie Hollweg anmerkt, mit einer Auflage von 22.000 auf fast jedem landwirtschaftlichen Betrieb der Region Weser-Ems gelesen werde, informiert die Landwirte der Region und z.B. auch Futtermittelfirmen über Wissenswertes aus der landwirtschaftlichen Produktionstechnik. Hinzu kommen ein Bereich mit agrarpolitischen Informationen und ein Unterhaltungsteil für die Familien. Als sehr wichtig für seinen Beruf empfindet der Journalist, dem seine Tätigkeit sehr viel Spaß macht, Teamfähigkeit, natürlich ein gewisses Know-how und ein Gespür für zukünftige Entwicklungen in der Landwirtschaft.

Dr. Axel Nobis
Als Axel Nobis sich dafür entschieden hatte, Zahnmedizin zu studieren, hat er zunächst nicht darüber nachgedacht, ob er einmal eine eigene Praxis haben würde. Er hat einfach aus Freude an dem Fach selbst, welches er als äußerst interessant und vielseitig bezeichnet, studiert. zunächst wollte er an der Universität zu bleiben, hat sich dann jedoch, enttäuscht von seinem damaligen Professor, dafür entschieden, zusammen mit seiner Frau, mit der er schon zusammen zur Schule gegangen ist und die denselben Berufsweg gewählt hat, eine eigene Praxis zu gründen. Heute behandelt er in der gemeinsamen Praxis eine große Anzahl von Patienten mit vielseitigen Zahnproblemen, wobei es bei jüngeren Patienten häufig Kariesprobleme sind und bei älteren oft die Zahnlosigkeit. Daneben müssen aber auch z.B. Entzündungen im Mund oder Probleme mit den Kiefergelenken behandelt werden, bei denen allein der Bohrer, den man sich immer, wie Dr. Nobis selbst anmerkt, als Hauptinstrument des Zahnarztes vorstellt, gar nicht mehr gebraucht wird. Angst vor der Zahnarztbehandlung sei seiner Aussage nach längst nicht mehr die Regel, da eine Injektion eine so gut wie schmerzfreie Behandlung ermögliche.

Rolf Wellinghorst
Schon während seiner Schulzeit am AGQ hat sich Rolf Wellinghorst intensiv mit der Natur in seiner Region beschäftigt und sich für den Naturschutz engagiert. Nach seinem Biologie- und Chemiestudium hatte der heute 50-jährige das Glück, eine Planstelle am Gymnasium in Bramsche antreten zu können, bevor er 1988 als Lehrer an das Artland-Gymnasium, an dem er sich schon als Schüler sehr wohlgefühlt hatte und bis heute als Fachobmann für die Biologie tätig ist, zurückkehrte. Insbesondere das ökologisch vielfältige Schulumfeld und die Ausstattung der Fachräume empfindet er als ideale Voraussetzung für einen sehr praxisorientierten Biologieunterricht am Artland-Gymnasium. Das Bemühen, nicht nur “Kreidebiologie” durchzuführen, sondern sehr viel praktisch zu arbeiten, zeichne seiner Meinung nach den Unterricht am Artland-Gymnasium aus. Seine Motivation und sein Engagement beim Unterrichten begründet der Naturbegeisterte damit, selbst sehr großes fachliches Interesse an den Dingen, die er lehrt, zu haben und die Schüler auch ein Stück dazu bewegen zu wollen, sich mit der Natur mehr auseinanderzusetzen und etwas für sie zu tun. Seine Arbeit für den Naturschutz hat der Lehrer nie aufgegeben. Neben der Tätigkeit als Verbandsvertreter der Biologischen Schutzgemeinschaft Weser-Ems war er zehn Jahre lang als ehrenamtlicher Naturschutzbeauftragter im Landkreis Osnabrück tätig. Daneben arbeitet Rolf Wellinghorst seit Mitte der neunziger Jahre als Biologiebuchautor beim Schroedel-Verlag. Hier hat er an der Unterrichtsreihe “Netzwerk Biologie” mitgeschrieben und arbeitet zur Zeit unter anderem an einem Werkservice für das Internet und an einem Kursheft für die Oberstufe zum Thema Ökologie. Neben der umfangreichen häuslichen Arbeit stehen hierbei alle vier Wochen Treffen mit den anderen Autoren an. Über die Schulbucharbeit, bei der er hauptsächlich ökologische Themen bearbeitet, möchte der Biologe die Schüler dazu bewegen, sich draußen mit der Natur zu beschäftigen, weshalb er auch großen Wert auf praktische Anregungen in den Büchern legt. Spaß am Schreiben hatte der Naturengagierte schon immer, wie an seinen zahlreichen Veröffentlichungen zu erkennen ist.

Dr. Ralf-Dieter Nemitz
Ein intensives Verhältnis zwischen Arzt und Patienten war dem Allgemeinmediziner, der nun schon seit beinahe zehn Jahren zusammen mit seinem Partner Dr. Götting in der gemeinsamen Praxis tätig ist, schon immer wichtig. Deshalb entschied sich Dr. Nemitz auch, nachdem er zunächst in der Inneren Abteilung des Christlichen Krankenhauses und später dann auf der Chirurgie gearbeitet hatte, sich als Hausarzt selbstständig zu machen. Etwa 10.000 Patienten betreut er heute in der gemeinsamen Praxis, zu der als weitere Standbeine ein Sanitätshaus, eine Ernährungsberatung und die Vermietung von medizinischen Großgeräten gehören. Die medizinische Behandlung geht von Vorsorgeuntersuchungen über arbeits- und sportmedizinische Untersuchungen, Ultraschall- und Röntgendiagnostik, Unfallversorgungen, kleine ambulante Operationen bis hin zur Psychotherapie. Freude bereitet dem Mediziner sein Beruf nach wie vor, jedoch kritisiert er die derzeitigen Bedingungen und zukünftigen Entwicklungen für Mediziner in Deutschland, so dass er darüber nachdenkt, vielleicht einmal in ein unterentwickeltes Land zu gehen, wo er noch Basismedizin durchführen kann.

Professor Dr. Fritz Kreuzaler
Wissenschaftliche Erfolge konnte der Gentechnologe Fitz Kreuzaler bereits nach seinem Biologiestudium in Freiburg bei seiner Promotion in Biochemie verzeichnen. Ihm gelang es damals erstmals eine bestimmte Enzym-Reaktion, die Chalcon-Synthese, nachzuweisen und das Enzym zu reinigen, woraufhin ihm 1974 der Goedecke Forschungspreis verliehen wurde. Kreuzaler gehört zu den Wissenschaftlern, die schon sehr früh die Gentechnik nutzten. Bereits Mitte der siebziger Jahre wandte er sie bei medizinischen Forschungsarbeiten am Baylor-College of Medicine in Houston, Texas, an. Nachdem er unter anderem als Gruppenleiter am Max-Planck-Institut für Molekulargenetik und Pflanzenzüchtung in Köln tätig war, ist der Professor seit 1986 Leiter des Instituts für Biologie an der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule in Aachen. Hier befasst sich Fritz Kreuzaler, der neben der Forschung auch Vorlesungen halten und Doktoranden und Diplomanden betreuen muss, mit dem Resistentmachen von Kulturpflanzen gegen Viren, Bakterien und Pilzen, mit der Klonierung des Mlo-Gens aus Gerste und der Optimierung der Kohlenstoffdioxidfixierung durch C3-Pflanzen. Chancen der Gentechnologie sieht der Wissenschaftler in den Erfolgen in der Medizin, in der Landwirtschaft und der Biotechnologie. Das Klonen von Menschen bleibt für ihn jedoch tabu, während er in dem Klonieren von Tieren wenig Probleme sieht. Zum beruflichen Ziel gesetzt hat sich der Gentechnologe, Pflanzen durch Gentechnik zu züchten, die mehr oder bessere Proteine produzieren, um somit Menschen, die unter einer Unterversorgung mit Proteinen leiden, zu helfen.

5.2. Gründe der Ehemaligen für ihre Tätigkeit in der Biologie oder Medizin


Um diesen Aspekt zu untersuchen, stellen wir für jede der zuvor vorgestellten Personen heraus, was sie dazu veranlasst hat, den jeweiligen Berufsweg einzuschlagen, wobei wir jeweils auch auf die Einflussnahme des Biologieunterrichts am AGQ eingehen.
Dem Forscher in der Gentechnologie Dr. Michael Ackmann haben vor allem die naturwissenschaftlichen Fächer in der Schule immer sehr viel Spaß gemacht. Besonders der Biologieunterricht am AGQ ist ihm als ein sehr interessanter Unterricht in Erinnerung geblieben. So kam es dann auch zu der Entscheidung für ein Biochemiestudium. Auf die Gentechnologie hat er sich spezialisiert, da er diesen gesamten Bereich, auf den er auch durch die Medien aufmerksam wurde, immer sehr interessant fand, in ihm gute Zukunftsaussichten sah und außerdem die Forschungsarbeit an sich sehr spannend findet. Zudem möchte er an dem Kampf gegen weltbewegende Krankheiten mitwirken.
Grosses Interesse an ökologischen Zusammenhängen in Tier- und Pflanzengemeinschaften, die Rolle des Menschen als Einflussfaktor und die Faszination an den Stoffwechselprozessen auf Zellebene nennt Cord Bergfeld als Gründe für die Wahl eines Biologiestudiums. Der Biologieunterricht am AGQ, den er als sehr vielseitig beschreibt, hat ihn bei dieser Wahl schon beeinflusst. Auf die Meeresbiologie ist er durch ein Auslandsstudium in Wales, bei dem er ohne Prüfungszwang meeresbiologische Kurse belegt hat, aufmerksam geworden. Außerdem faszinieren ihn das Meer und das Leben an der Küste. Der Medizinphysiker Prof. Dr. Lebrecht von Klitzing ist sich sicher, dass der “biologisch-medizinische Grundstein” nicht in Quakenbrück gelegt wurde, der Biologie- oder naturwissenschaftliche Unterricht am AGQ also auch nicht maßgeblich für seinen heutigen Beruf war. Dennoch erwähnt er, jedoch mit einem ironischen Unterton, dass ihn ein Schülerstreich im Physikunterricht dazu bewegt habe, einen technischen Beruf zu ergreifen. Den Weg zu seiner Tätigkeit als Medizinphysiker habe ihm aber seine Abschlussarbeit in einem Gastlabor des Botanischen Instituts der TU Braunschweig aufgezeigt. Eher der Deutsch- und der Religionsunterricht und weniger der Biologieunterricht haben Katrin Sokoll-Potratz dazu bewegt, Psychologie zu studieren. Zwar hat die Neuropsychologin auch den Biologieunterricht als einen interessanten Unterricht in Erinnerung, was jedoch mehr an der Lehrerpersönlichkeit lag. Der Beweggrund für ihren jetzigen Beruf war eher ihr großes Interesse am Verhalten des Menschen.
Dass er eines Tages etwas mit Biologie machen würde, stand für den Biologielehrer und Biologiebuchautor beim Klett-Verlag Manfred Bergau schon früh fest. Er ist mit der Natur, die sich zu seinem Hobby entwickelte, aufgewachsen. Da Manfred Bergau den damaligen Biologieunterricht in sehr guter Erinnerung hält und damals schon für seinen Biologielehrer als “Assistent” fungiert hat, lässt sich folgern, dass der Biologieunterricht ihn sicherlich bei der Entscheidung für ein Biologiestudium bekräftigt hat. Sein Interesse für die Natur bewegte ihn auch dazu, sich beim Klett-Verlag zu bewerben, als ihm ein Vertreter des Verlags ansprach und ihm diese Chance bot.
Wilhelm Sperveslage betont, dass die Wurzeln seiner ornithologischen Tätigkeit zweifelsfrei in seiner Heimat und in seiner Quakenbrücker Schulzeit liegen. Sein ehemaliger Biologielehrer Dr. Nawitzki, dem der Vogelforscher ausdrücklich Dank ausspricht, habe ihm ein bleibendes Interesse für die Biologie und vor allem für die Vogelwelt mit ins Leben gegeben, so dass auf jeden Fall von einer Einflussnahme des Biologieunterrichts auf seinen weiteren Berufsweg gesprochen werden kann. Den selbstständigen Biologen Dr. Matthias Schreiber hat der Biologieunterricht bei der Wahl seines Studiums, das ihm seinen jetzigen Beruf ermöglichte, nur in Maßen beeinflusst, obwohl Biologie immer eines seiner Lieblingsfächer gewesen ist. Anlass für ein Biologiestudium war sein Interesse für die Tier-, vor allem Vogelwelt, die im Unterricht eher selten thematisiert wurde. Als einen weiteren zeitweiligen “Impuls” für sein Studium nennt er das hobbymäßige Schmetterlingssammeln seines damaligen Direktors Hesselbarth.
Ausschlaggebend für die Entscheidung, Biologie zu studieren, war bei Christine Leutbecher ihre Bekanntschaft mit dem Rädertierchenexperten Dr. Walter Koste, mit dem sie während ihrer Schulzeit sehr viel Zeit für das Mikroskopieren von Rädertierchen verbrachte. Den damaligen Biologieunterricht, den sie als einen sehr theoretischen Unterricht beschreibt, bezeichnet sie als sehr wenig einflussgebend für ihren beruflichen Weg.
Walter Hollweg hat sich ursprünglich für ein Agrarwissenschaftsstudium entschieden, um sich die Möglichkeit offen zu lassen, später einmal den landwirtschaftlichen Betrieb seiner Eltern zu übernehmen. Zum Journalismus ist der jetzige Chefredakteur beim Landwirtschaftsblatt Weser-Ems nur durch Zufall und Glück durch eine Anzeige gekommen. An den Biologieunterricht, den er in der Oberstufe gar nicht mehr hatte, kann sich der Redakteur kaum erinnern. Er sei sehr wenig nachhaltig gewesen. Daraus kann man entnehmen, dass der Biologieunterricht keinerlei Bedeutung für seinen beruflichen Werdegang hatte.
Dr. Axel Nobis, dessen Vater Tierarzt war, und bei dem somit von zu Hause aus schon immer ein Interesse für die Medizin da war, ist bereits als Kind auf die Möglichkeit gekommen, Zahnmedizin zu studieren. Beeinflusst hat ihn dabei auch sein damaliger Nachbar, der Zahnarzt war und ihn als Jungen bei seiner Arbeit hat zuschauen und mithelfen lassen. Der Biologieunterricht hat ihn bei dieser Entscheidung in keiner Weise angespornt. Das Interesse für das Fach Biologie hätte, wie Dr. Nobis aussagt, gar nicht von seinem Lehrer Dr. Nawitzki vermittelt werden können. Es habe einfach “Power” im Unterricht gefehlt.
Bereits in seiner Kindheit ist auch Rolf Wellinghorst darauf gekommen, Biologie für das Lehramt zu studieren. Auf einem Bauernhof bei Quakenbrück eng mit der Natur aufgewachsen hat er schon als kleiner Junge Spaß daran gehabt, draußen zu sein und Tiere und Pflanzen zu beobachten. Zudem haben ihn die Eltern seines damaligen Schulfreundes, beide Lehrer, für ihren Beruf interessieren können. Auch der Biologieunterricht, den er als interessant und motivierend bezeichnet, hat ihn ein Stück weit bei der Wahl des Studiums beeinflusst. Schon damals hat er in der naturkundlichen Arbeitsgemeinschaft gerne mitgewirkt. Zu seiner Tätigkeit beim Schroedel-Verlag kam es dadurch, dass er immer wieder aus Freude am Schreiben Ergebnisse seiner naturwissenschaftlichen Arbeit z.B. in Fachzeitschriften veröffentlicht hat, Aufsätze für Lehrer und Schüler geschrieben hat und im Rahmen der Naturschutzarbeit Vorträge auf Tagungen hielt, so dass der Schroedel-Verlag auf den vielseitig engagierten Lehrer schließlich aufmerksam wurde.
Ebenso wie Dr. Nobis ist auch der Allgemeinmediziner Dr. Nemitz in einer Tierarztfamilie aufgewachsen, so dass auch bei ihm immer eine Verbindung zur Medizin bestand. Letztendlich hat sich der praktische Arzt jedoch für die Humanmedizin entschieden, da er das Arbeiten an und mit dem Menschen als interessant empfindet. Der Biologieunterricht am AGQ, den er in der Oberstufe als Leistungskurs belegte, war für ihn dabei kein Einflussfaktor, da er bereits vorher das Ziel verfolgte, Humanmedizin zu studieren. Außerdem sei seiner Aussage nach die Qualität des Biologieunterrichtes in keiner Weise dazu geeignet gewesen, ihn in Richtung Biologie oder Medizin zu führen.
Prof. Dr. Fritz Kreuzaler dagegen ist über seinen Bruder zur Biologie gekommen. Dieser erfuhr in einem zufälligen Gespräch mit einem Doktoranden der Biologie von interessanten Entwicklungen im Fach Biologie und Biochemie, welche er an seinen Bruder Fritz weiter gab. Der Biologieunterricht, den der Professor samt Lehrer in schlechter Erinnerung hält, hat weniger zu der Entscheidung für ein Biologiestudium beigetragen. Dennoch ist er davon überzeugt, dass ein guter Unterricht in dem Fach Biologie für die Wahl des Studiumfaches entscheidend sein kann.
Betrachtet man nun die Einflussnahme des Biologieunterrichts am AGQ auf den beruflichen Werdegang der einzelnen Personen insgesamt, so erhält man als Ergebnis, dass bei sechs von dreizehn Personen, also knapp der Hälfte, der Biologieunterricht dazu beigetragen hat, den jeweiligen Berufsweg einzugehen. Anzumerken ist dabei, dass der Biologieunterricht bei diesen Personen nicht unbedingt der “Auslöser” für die Entscheidung zu dem Beruf war, sondern eher neben anderen Faktoren die Wahl bekräftigt hat. Die anderen Faktoren, die dazu beigetragen haben, sich für einen biologischen oder medizinischen Beruf zu entscheiden, waren sehr unterschiedlich. Häufig waren es das Umfeld, in dem die Personen aufgewachsen sind, sei es das familiäre oder das örtliche, wie z.B. das Aufwachsen in einer sehr naturnahen Umgebung, die Beeinflussung durch andere Personen oder aber ein persönlich entwickeltes Interesse und Gefallen an den Zusammenhängen der Biologie oder Medizin an sich. Kein Faktor überwog hierbei deutlich. Es fällt allerdings auf, dass die drei vorgestellten Mediziner alle in einer Arztfamilie aufgewachsen sind .(Die Diplompsychologin Katrin Sokoll-Potratz teilte dies mündlich mit)
Ob der Biologieunterricht entscheidend für die Wahl eines Studiums sein kann, hängt sicherlich von der Qualität des Unterrichts, welche wiederum vor allem durch den jeweiligen Lehrer beeinflusst wird, aber auch von dem Charakter, von der Wesensart des Schülers, der den Unterricht beurteilt, ab. So kann es vorkommen, dass ein Unterricht desselben Lehrers auf den einen Schüler sehr motivierend wirkt und ihn dazu bewegt, einen biologischen Beruf zu ergreifen, auf einen anderen Schüler jedoch in diese Richtung gar nicht beeinflussend wirkt. Dieses lässt sich an zwei der vorgestellten Persönlichkeiten verdeutlichen, wenn man annimmt, dass beide denselben bzw. einen sehr ähnlichen Unterricht bei dem früheren Biologielehrer Dr. Nawitzki erfahren haben: Während Wilhelm Sperveslage von dem Biologieunterricht Dr. Nawitzki sehr begeistert war und in ihm einen Beweggrund für die Entscheidung zu einem Biologiestudium sieht, beurteilt Dr. Axel Nobis den Unterricht desselben Lehrers als schlecht und in keiner Weise dazu geeignet, Interesse für die Biologie zu vermitteln, ohne Dr. Nawitzki hierbei angreifen zu wollen.
Welche Faktoren dazu geeignet waren, die Personen in Hinblick auf ihren Berufsweg zu beeinflussen, hängt also sehr stark von deren unterschiedlicher Persönlichkeit ab. Fest steht auf jeden Fall, dass die Menschen, die ich vorgestellt habe, erfolgreich in der Medizin oder Biologie sind, weil sie ein großes Interesse für ihren Beruf, sei es durch ihre Heimat, ihre Familie, die Medien oder den Biologieunterricht am Art-land-Gymnasium entwickelt haben und dieses als Grundlage für die Ausübung ihrer Tätigkeit erfolgreich nutzen.

6. Schusswort


„Die letzten Gedanken des Tages sollten stets der Biologie gewidmet sein“

Ludger Brokamp

7. Literatur


ARTLAND-GYMNASIUM (Hrsg. 1979): 625 Jahre Artland-Gymnasium Quakenbrück zwischen Tradition und Wandel. - Quakenbrück
BERSENBRÜCKER TAGESZEITUNG (1954): 600 Jahre Lateinschule Quakenbrück – Sonderausgabe der Bersenbrücker Tageszeitung vom 4.9.1954
BEYLAGE-HAARMANN, B. (2002): Konzeption einer Ausstellung zur Geschichte der Biologie am Artland-Gymnasium unter besonderer Berücksich-tigung der Ökologie. - Facharbeit am Artland-Gymnasium Quakenbrück
BINDEL, R. (1904): Geschichte der höhe-ren Lehranstalt in Quakenbrück. – Buchdruckerei von Heinrich Buddenberg Quakenbrück
BOCKSTIEGEL, H. (1988): Theodor Gessner – Eine Biographie. – Mskr. n. publ. Quakenbrück
FRÖHLE, C. (2002): Geschichte der Mik-roskopie am Artland-Gymnasium. – Facharbeit am Artland-Gymnasium Quakenbrück
HECKMANN, T. (1954): Aus der Geschichte der höheren Lehranstalt in Quakenbrück [Anm.: Erschienen in dem Buch: 600 Jahre Alma Mater Quakenbruggensis 1354- 1954]
KOCHANOWSKI, S. (2001): Geschichte der Biologie am Artland Gymnasiums un-ter besonderer Berücksichtigung des Ober-stufenunterrichts von 1937 bis heute - Do-kumentation und kritische Stellungnahme. – Facharbeit am Artland-Gymnasium Qua-kenbrück
LORENZ, S. (2002): Die Geschichte der Schulteiche. - Facharbeit am Artland-Gymnasium Quakenbrück
LUDWIG, T. (2003): Die Geschichte der Biologie am Artland-Gymnasium zwischen 1850 und 1950 – Lehrer, Inhalte, Medien. - Facharbeit am Artland-Gymnasium Qua-kenbrück
NEHMELMANN, A. (2000): Die Ge-schichte der Biologie am Artland-Gymnasium unter besonderer Berücksich-tigung des Themas Evolution. - Hausarbeit am Artland-Gymnasium Quakenbrück
ROHN, F. (2002): Ehemalige Schüler des Artland-Gymnasiums erfolgreich in Biologie und Medizin. - Facharbeit am Artland-Gymnasium Quakenbrück
SCHÖLER, W. (1970): Die Geschichte des naturwissenschaftlichen Unterrichts. - De Gruyter Berlin
VEREIN EHEMALIGER QUAKEN-BRÜCKER SCHÜLER (Hrsg. 1954): 600 Jahre Alma Mater Quakenbruggensis 1354- 1954. - Quakenbrück Programme und Jahresberichte der Schule; Schularchiv; Archiv des Vereins ehemaliger Quakenbrücker Schülerinnen und Schüler; Mitteilungen und Materialien ehemaliger und noch aktiver Schüler und Lehrer.


Exkursionen in die Bienenschule des Lernstandortes Grafelder Moor und Stift Börstel (oben) und in den Börsteler Wald (unten) gehören zu den Angeboten der Freilandarbeit am Artland-Gymnasium. Wichtige Kooperationspartner sind hier das Regionale Um-weltbildungszentrum Osnabrücker Nordland, der Naturschutzbund Artland, das Staat-liche Forstamt Ankum und die Universitäten Osnabrück und Vechta.