Umwelterziehung durch Freilandarbeit

1. Einleitung


Seit vielen Jahren haben Umweltprojekte und Freilandarbeit im Biologieunterricht des Artland-Gymnasiums einen hohen Stellenwert. In enger Zusammenarbeit mit außerschulischen Einrichtungen führen die Lehrer der Fachgruppe Biologie Projekte, Facharbeiten und Exkursionen durch. Folgende Kooperationen hatten in jüngerer Zeit  besondere Bedeutung:


 

Lernstandort Grafelder Moor und Stift Börstel

Exkursionen; Facharbeiten; Freilandpraktika;

Projekt „Tiere am Licht“

Samtgemeinde Artland; Stadt Quakenbrück

Renaturierung Quakenbrücker Mersch

Verein zur Revitalisierung der Haseauen

Gewässeruntersuchungen an der Hase

Universität Osnabrück

Exkursionen; Praktika

Dr. Koste Quakenbrück

Rädertiere

Naturschutzverband – Ortsgruppe Artland

Exkursionen

Heimat- und Verkehrsverein Quakenbrück

Natur- und Gewässerlehrpfad

 


Einen Impuls erhielten diese Aktivitäten im Schuljahr 1998/99 durch  Förderung des aktuellen AGQ-Projektes „Umwelterziehung durch Freilandarbeit“ durch die Niedersächsische Lottostiftung. Sie stellte der Schule 10000 DM aus Zweckerträgen der Lotterie „Bingo Lotto“ zur Verfügung. Der Verein der Förderer des Artland-Gymnasiums leistete durch seine Mitarbeit bei der organisatorischen Abwicklung wertvolle Dienste. Im Mittelpunkt der  Aktivitäten stehen Langzeituntersuchungen im Umfeld der Schule.

Im Rahmen des Projektes zur Revitalisierung der Haseaue arbeitet man  zusammen mit 15 weiteren an der Hase gelegenen Schulen an der Beantwortung der Frage: „Wie verändern sich physikalisch-chemische Parameter und die Lebensgemeinschaft im Längsprofil der Hase?“  Die Daten des Gesamtprojekts sind unter „www.bionet.schule.de/aquadata/hase“ im Internet abrufbar. Besonders intensiv wurde Dank der wertvollen Unterstützung durch den Rädertierexperten Dr. Koste aus Quakenbrück die Rädertierfauna der Hase im Quakenbrücker Raum bearbeitet.

Zusammen mit dem Lernstandort Grafelder Moor und Stift Börstel untersuchen wir die ökologischen Unterschiede zwischen der Hase, den Seitengewässern der Hase und dem Börsteler Mühlenbach. Wissenschaftliche Freilandarbeit live erlebten die 17 Schüler des Leistungskurses Biologie des Artland-Gymnasiums im Mai 1999 auch im Rahmen eines Freilandpraktikums in Börstel. In enger Zusammenarbeit mit dem Fachbereich Biologie der Universität Osnabrück sowie mit Uwe Aegerter vom Staatlichen Forstamt Lingen wurde der historisch alte Stiftswald in Börstel untersucht.

In einem Teil des Freilandpraktikums ging es um die landlebenden Wirbellosen. Dr. Thorsten Aßmann von der Universität Osnabrück beschäftigt sich seit vielen Jahren speziell mit der Laufkäferfauna und konnte auf Flächen des Stiftswaldes Börstel, die heute wie  vor etwa 200 Jahren mit Wald bewachsen waren besondere nur in diesen historisch alten Wäldern vorkommende Arten nachweisen. So entdeckte er im Kernbereich des Börsteler Waldes bereits vor einigen Jahren die seltene Laufkäferart Carabus glabratus. Während um 1800 die Ankum-Bippener Berge weitgehend baumfrei waren und nur ein kleiner Bereich im Umfeld des Stiftes Börstel einen Gehölzbestand aufwies, sind

inzwischen weite Teile der Ankum-Bippener Höhen wieder bewaldet. Der Frage, weshalb Carabus glabratus  auf die winzig kleinen Bereiche.


           

 

Beim Besuch von Kultusminister Wernstedt am Lernstandort Grafeld erläutert Rolf Wellinghorst den Teich im Freilandlabor

 

 

Ausgestattet mit biologischem Gerät startet der Biologie-Leistungskurs Ökologie im Mai 1999 in das Freilandpraktikum in Börstel

 

Dr. Thorsten Aßmann von der Universität Osnabrück erläutert die Laufkäfersuche mit dem „Harmonic Radar“

 


In der Quakenbrücker Mersch werden unter Anleitung von Achim Welz vom

Naturschutzverband Vogelbeobachtungen mit dem Spektiv durchgeführt

 

Bericht über einen Vortrag im Stadtmuseum Quakenbrück


 

 

 

 

 

 

 

 

historisch alter Wälder in Niedersachsen beschränkt ist, während viele andere Laufkäferarten nach den Aufforstungen des letzten Jahrhunderts auch die jüngeren Wälder wieder besiedelt haben, geht Aßmann mit modernster Technik nach. So erlebten die Schüler, wie der Wissenschaftler einen mit einer Diode als Reflektor markierten winzigen Laufkäfer mit einem nach dem Prinzip des „Harmonic Radar“ arbeitenden Radargerät im Wald aufspürte. Hierdurch gewinnt man  Erkenntnisse über die Ökologie der Laufkäfer und kann auch Rückschlüsse auf mikroevolutive Vorgänge ziehen. Die Frage: „Welche Bedeutung hat die nächtliche Lichterflut in unserer Kulturlandschaft für die Tierwelt?“ wird derzeit ebenfalls in Zusammenarbeit mit dem Lernstandort bearbeitet. Im Rahmen einer Projektwoche fanden erste Untersuchungen statt.

Im Quakenbrücker Mersch werden  seit 1999 Veränderungen dokumentiert, die sich durch Wiedervernässung und Anlage von Feuchtbiotopen ergeben. Durch die Teilnahme der Stadt Quakenbrück am NDR-Landeswettbewerb „Niedersachsen blüht auf“, in dem sie mit dem Renaturierungsprojekt Quakenbrücker Mersch unter 113 Bewerbern den vierten Platz belegte, kam auch das Artland-Gymnasium in den Genuss einer Auszeichnung. Am 23. März 2000 fuhren 15 Schüler und drei Kollegen zusammen mit einer Delegation der Samtgemeinde Artland zur Preisverleihung in das Funkhaus des NDR in Hannover. Der Geldpreis in Höhe von 1000 DM wurde inzwischen zur Anschaffung eines Spektivs sowie eines Bodenuntersuchungskoffers verwendet.

Naturwissenschaftlichen Fragestellungen können Schüler nach unseren Erfahrungen dann besonders erfolgreich nachgehen, wenn sie längerfristig an ihrem Thema arbeiten. Die wichtigsten Hilfsmittel müssen ihnen während des Untersuchungszeitraumes ständig zur Verfügung stehen. Die Fachgruppe Biologie ist glücklich, durch die im Rahmen des Projektes „Umwelterziehung durch Freilandarbeit“ eingeworbenen Finanzmittel ihren Schülern diese Möglichkeit bieten zu können. Den Jungforschern werden die Bestimmungsbücher, Mikroskope, Stereolupen usw. über den gesamten Untersuchungszeitraum ausgeliehen, so dass sie völlig unabhängig und selbstständig zu Hause arbeiten können.


 

Eine Delegation aus dem Artland präsentiert im Foyer des NDR-Funkhauses in Hannover die Renaturierungsmaßnahmen in der Quakenbrücker Mersch

2. Ergebnisse

 


In dieser Ausgabe des Artland Frosch werden im Rahmen des Projektes „Umwelterziehung durch Freilandarbeit“ durchgeführte Freilanduntersuchungen sowie ausgewählte Beobachtungen aus diesen Untersuchungen vorgestellt. Die von den Schülern erarbeiteten Deutungen können hier allenfalls in Ansätzen dargestellt werden.  Wir hoffen, auf diese Weise dennoch einige Anregungen für naturkundliche Untersuchungen an anderen Schulen der Region geben zu können.

Hinweis: Für  Freilanduntersuchungen ist in manchen Fällen eine Genehmigung der Naturschutzbehörde erforderlich. Im Landkreis Osnabrück wendet man sich an den Landkreis Osnabrück, Amt für Naturschutz, Am Schölerberg 1, 49082 Osnabrück. In jedem Fall sind die Naturschutzbestimmungen und die Sicherheitsvorschriften im Umgang mit Geräten und Chemikalien zu beachten.


 

 

Bericht im Bersenbrücker Kreisblatt über das Projekt „Umwelterziehung durch Freilandarbeit“

           


2.1. Untersuchungen der Vegetation

 


Experiment: Vegetationsaufnahmen und Zeigerwerte

 

Material: Bestimmungsbücher: z.B. AICHELE 1991, ELLENBERG 1979, FITTER 1987, FITTER et al. 1998, GARMS 1990, HOFMEISTER  1990, SCHMEIL-FITSCHEN, ROTHMALER; Handlupen; ggf. Stereolupen; Erfassungsbögen; Schreibunterlage; Zollstock; Schnur; vier Holzpflöcke, Bleistift

Durchführung: Stecke im Untersuchungsgebiet mithilfe der Pflöcke und der Schnur eine Probefläche ab. Sie soll möglichst alle Pflanzenarten der zu untersuchenden Pflanzengesellschaft enthalten. Auf einer Grünlandfläche sind das in der Regel ein bis wenige Quadratmeter, im Wald zwischen 10 und 100 Quadratmeter. Bestimme dann die Pflanzen des Untersuchungsgebietes.

Aufgaben: a) Erstelle Vegetationsaufnahmen ausgewählter Probeflächen im Untersuchungsgebiet.

b) Ordne den Pflanzenarten unter Verwendung der Angaben bei ELLENBERG 1979 und FITTER 1987 ihre Zeigerwerte zu und ermittle jeweils die mittleren Zeigerwerte. Ziehe anschließend Rückschlüsse auf die Standortverhältnisse in den verschiedenen Probeflächen.


 

 

Pflanzenbestimmungen am Hasesee in Quakenbrück

 

 

 

 

 

 

 

 

Ergebnisse zur Vegetation im  Stiftswald in Börstel

 

Untersuchungsgebiete während des Freilandpraktikums in Börstel (1 Bodenfauna;          2 Hutewald; 3 Forst; 4 Probeflächen für Vegetationsaufnahmen; 5 Mühlenbach

 

 

 

 

Lage von vier Probeflächen für Vegetationsaufnahmen im Wald am Stift Börstel

 

 

 

Artenliste und Zeigerwerte der Probefläche 1 – Aufnahme am 25.6.1999 (WELLINGHORST 1999)

 

 

Artenliste und Zeigerwerte der Probefläche 2 – Aufnahme am 25.6.1999 (WELLINGHORST 1999)

 

 

 

Artenliste und Zeigerwerte der Probefläche 3 – Aufnahme am 25.6.1999 (WELLINGHORST 1999)

 

 

Artenliste und Zeigerwerte der Probefläche 4 – Aufnahme am 25.6.1999 (WELLINGHORST 1999)


 

Vegetationsaufnahme in der nassen Probefläche 4 direkt am Mühlenbach

 


Die durchschnittliche Feuchtezahl 5,5 auf Probefläche 1 zeigt, dass die Pflanzen auf einem frischen, jedoch nicht nassen oder austrocknenden Boden stehen. Von Probefläche 2 mit einer mittleren Feuchtezahl von 5,9 bis zur Probefläche 4 mit einer mittleren Feuchtezahl von 8,25 nimmt der Wassergehalt des Bodens immer mehr zu. Dies lässt sich vor Ort im Gelände gut nachvollziehen. Während die Probestelle 1 in Wegnähe noch relativ hoch gelegen ist, werden die Probeflächen bis zur direkt am Börsteler Mühlenbach gelegenen Probefläche 4 immer stärker vom Mühlenbach beeinflusst. Bei der Probefläche 4 handelt es sich um einen nassen Standort, auf dem man sich auch mit Gummistiefeln nur mit Mühe bewegen kann.

Schwarzer Holunder, Brennnessel und Giersch sind ausgesprochene Stickstoffzeiger. Sie lassen erkennen, dass auf der nahe einem Weg gelegenen Probestelle 1 viel Stickstoff in den Boden gelangt. Eine mittlere Stickstoffzahl von 8,3 zeigt fast übermäßigen Stickstoffgehalt an. Hier werden menschliche Einflüsse sichtbar. Mit Mittelwerten von 6,9 über 6,5 bis 6,15 nehmen die mittleren Stickstoffzahlen dann aber bis zur Probestelle 4 kontinuierlich ab. Der größere Abstand zum Weg führt zu immer geringeren Stickstoffeinträgen, wobei auch zu erkennen ist, dass von seiten des Mühlenbaches in diesem Oberlaufbereich keine wesentlichen Stickstoffmengen eingetragen werden.

Bezüglich der Reaktionszahl weisen Werte im Bereich 6 bis 7 an allen Standorten auf einen neutralen bis schwach sauren Boden hin.

Die Lichtzahl zeigt in Probefläche 1, wie auch für die übrigen Standorte, dass die krautigen Pflanzen kaum unter voller Lichtbestrahlung stehen. Beschattet durch das Blätterdach der Gehölze handelt es sich bei Lichtzahlen um 5 im wesentlichen um Halbschattenpflanzen.

Auch die Temperaturverhältnisse sind mit mittleren Temperaturzahlen um 5 auf allen Standorten gleich. Viele Arten sind als Mäßigwärmezeiger einzustufen.



2.2. Untersuchungen an Gewässern


Experiment: Beschreibung der Probestelle und physikalische Untersuchungen

 

Material: Schöpfstock oder Schöpfflasche, Marmeladengläser, Zollstock,  kleines Holzstück, Thermometer, Uhr mit Sekundenzeiger, Millimeterpapier, Erfassungsbogen, Schreibunterlage, Bleistift,  Fotoapparat, Luxmeter, Hygrometer, Anemometer (Windmesser) und Leitfähigkeitsmeßgerät.

Durchführung: Entnimm eine Wasserprobe und fülle den Kopf des Erfassungsbogens aus. Führe dann folgende Untersuchungen durch:

·        Miss die Wassertemperatur direkt im Gewässer.

·        Miss die Lufttemperatur am Gewässer.

·        Miss bei Fließgewässerrn die Fließgeschwindigkeit. Lege hierzu den Zollstock an das Ufer und miss die Zeit, die ein Holzstück benötigt, um im Wasser schwimmend zwei Meter zurückzulegen.  Berechne daraus die Fließgeschwindigkeit in cm/s.

·        Beurteile die Trübung der Wasserprobe durch Verwendung folgender Abstufungen: klar, schwach getrübt, mäßig getrübt, stark getrübt.

·        Beurteile Farbintensität und Farbton der Wasserprobe. Verwende beispielsweise folgende Begriffe: Intensität: farblos, schwach gefärbt, stark gefärbt; Farbton: bräunlich gelb (Siloabwasser, Humusstoffe), rötlich gelb (Eisenoxid), grünlichblau oder gelblichgrün (Algen), grau-gelb-schwarz (Schmutzwasser).

·        Beurteile die Schaumbildung. Schüttle hierzu die Wasserprobe im Glas mit Deckel kräftig durch und benutze einen der folgenden Begriffe: nein, schwach, stark

·        Beurteile den Geruch der Wasserprobe. Schüttle hierzu das Wasser im Marmeladenglas kräftig durch, öffne dann den Deckel und prüfe sofort mit der Nase.  Halte Art und Intensität des Geruches beispielsweise durch folgende Begriffe fest: Art: frisch, aromatisch (Mikroorganismen), süßlich (Abwasserpilz), erdig, torfig, modrig, muffig, faulig, jauchig, chemisch Intensität: geruchlos, schwach, stark.

·        Mache Angaben zum Gewässersediment (Fels, Stein, Kies, Sand, Schlick), zur Uferbefestigung (z.B. Baumwurzeln, Gras, Steine, Faschinen) und zum Ausbauzustand (Begradigung?).  Miss die Dicke des Schlickbelages am Gewässerboden.  Schreibe die Farbe unter Steinen auf; ocker = Hinweis auf oxidiertes Eisen und somit oxidierende Bedingungen; mehr oder weniger schwarz-blaue Flecken = mehr oder weniger Eisensulfid = Hinweis auf reduzierende Bedingungen = zeitweise wenig Sauerstoff im Gewässer

·        Miss die Leitfähigkeit  mit Hilfe des Leitfähigkeitsmessgerätes.

Die vorstehenden Bestimmungen können zeitgleich mehrfach durchgeführt werden, so beispielsweise im Längsgradienten eines Fließgewässers oder im Tiefenprofil eines Sees.

Untersuche jetzt auf einem Transsekt von etwa 10 bis 20 Meter quer zum Gewässer folgende Parameter: Lufttemperatur, Windgeschwindigkeit, Luftfeuchtigkeit und Lichtintensität.  Miss die Parameter im Bereich des gewählten Transsekts jeweils im Abstand von einem Meter beziehungsweise zwei Metern am Boden und halte die Werte in einer Tabelle fest.  Trage später in einem Koordinatensystem           die gedachte Linie auf der x-Achse sowie die Meßwerte auf der y-Achse auf.  Kennzeichne auf der x-Achse den Bereich des Gewässers durch eine blaue, den Gewässerrandbereich durch eine grüne Linie.

Aufgaben: a) Halte alle Messwerte und Beobachtungen schriftlich fest, erstelle Grafiken und interpretiere die Daten.

b) Zeichne das Gewässerprofil im Maßstab 1:50 oder bei kleinen Bächen im Maßstab 1:10 auf Millimeterpapier.  Fertige außerdem Fotos von der Probestelle an.


 

 

Bestimmung der Fließgeschwindigkeit im Oberlauf des Börsteler Mühlenbaches

 

 

 

Entnahme von Wasserproben für Tiefenprofiluntersuchungen im Hasesee

 

Ergebnisse aus der Kleinen Hase am Artland-Gymnasium und aus dem Börsteler Mühlenbach:

 


Als Untersuchungsgebiet der Kleinen Hase diente ein Haseabschnitt am Artland-Gymnasium. Der Fluss ist hier knapp fünf Meter breit, hat eine Tiefe von etwa 80 cm und eine Fließgeschwindigkeit von etwa 7 cm / sec. Das rechte Ufer grenzt an eine relativ viel befahrene Straße, das linke an  landwirtschaftliche Nutzflächen, die zur Zeit bebaut werden.

Die Hase ist in diesem Bereich durchgehend begradigt und eingedeicht und die Vegetation besteht aus niedrigem Gras und Kräutern; vereinzelt stehen Laubbäume am Ufer. Die Vegetation im Wasser ist üppig, was auf eine gute Nährsalzversorgung schließen lässt.

Mit einer Breite von knapp 1,5 m, einer Tiefe von gut 10 cm und einer Fließgeschwindigkeit von 25 cm/sec fließt der Börsteler Mühlenbach durch den Börsteler Wald und wird meistens nur von Spaziergängern während eines Spazierganges entdeckt. Weder auf das Ufer des Baches noch auf seine Vegetation wurde im quellnahen Untersuchungsabschnitt bisher wesentlichen Einfluss genommen. Die Ufervegetation besteht aus niedrigem Gras, Kräutern  und einer Vielzahl von Laubbäumen.  Ihr Laub und Geäst fällt in erheblicher Menge auch in den Bach. Dies bedingt einen Anstieg an organischem Material, bei dessen Zersetzung Sauerstoff verbraucht wird.

Vegetation ist im Wasser des Börsteler Mühlenbaches nicht zu finden, was damit zu erklären ist, dass durch den dichten Baumbestand am Ufer kaum Sonnenstrahlen das klare Bachwasser erreichen  und auch größere Nährsazmengen fehlen. Als Folge der starken Strömung wird außerdem die Ausbildung einer Ufervegetation verhindert. Ebenso hat die hohe Fließgeschwindigkeit zur Folge, dass Sedimente aufgewirbelt und mitgetragen werden. Die Klarheit des Bachwassers und seine Geruchlosigkeit zeigen, dass der Gehalt an Huminstoffen gering ist. Die rötlich-braune Färbung des Bodenschlamms lässt auf eine Oxidation von Eisen schließen. Die im Vergleich zur Kleinen Hase sehr geringen Leitfähigkeitswerte zeigen eine sehr geringe Salzfracht an.


 

 

Leitfähigkeit in der Kleinen Hase und im Börsteler Mühlenbach (Messung 1: 20.2.1999; Messung 2: 27.2.1999; Messung 3: 6.3.1999; Messung 4: 13.3.1999; ZOBEL 1999)

 

Ergebnisse aus der Quakenbrücker Mersch

 


Das Gebiet „Mersch“ in der Nähe Quakenbrücks, in dem der Untersuchungsweiher liegt, war früher ein Niedermoor, welches durch die jährlichen Überschwemmungen der Hase geprägt war. Das Gebiet wurde über Jahrhunderte als Markengelände von den Bauern der anliegenden Bauernschaften zur Viehweide genutzt und mit dem Bau des Fliegerhorstes in den Jahren 1935-1938 als naturnaher Lebensraum weitgehend zerstört. Nach dem zweiten Weltkrieg wurde es dann überwiegend land- bzw. forstwirtschaftlich extensiv genutzt. Eine detaillierte landschaftsökologische Beschreibung des Gebietes liefert MARTENS-ESCHER (1987).

Ziel des Renaturierungsprojektes „Quakenbrücker Mersch“ ist es,  diese Landschaft so naturnah wie möglich wiederherzustellen. Allerdings wird das Gebiet auf Grund der Eindeichung der Kleinen Hase und seiner Seitengewässer nicht mehr überschwemmt. Es wird deshalb durch gezielte Stauhaltung eine  Wiedervernässung  erreicht. Außerdem wurden mehrere Feuchtbiotope angelegt. Das gesamte Projekt umfasst ca. 80 ha und soll im Jahre 2016 vollendet sein. Der untersuchte Weiher ist auf der einen Seite von einem Erdwall, Weideflächen und Brachland umgeben, zur anderen Seite stößt er an einen kleinen Laubwald.

Unsere Untersuchungen galten in erster Linie einem der vor etwa zwei Jahren angelegten länglichovalen Weiher. Die Ausdehnung und die Tiefe des Weihers veränderten sich mit den jeweiligen Niederschlagsmengen. So war er im Hochsommer und Frühherbst 1999 fast ausgetrocknet (Wasserfläche ca. 15 m²). Im Winter stieg das Wasser dann bis an das obere Ende des Erdwalls und besaß eine Wasseroberfläche von ca. 300 m².  Gräser, Binsen, Disteln, Brennnesseln und Hahnenfuß waren häufige Pflanzen im direkten Umfeld. An das Teichgelände grenzen ein Wäldchen, Grünlandflächen und ein Feldweg an.

Die Untersuchungen wurden an folgenden Tagen durchgeführt:

1. Messung: 28.12.1999; 2. Messung: 19.02.2000;  3. Messung: 11.03.2000;

4. Messung: 26.03.2000; 5. Messung: 17.04.2000; 6. Messung: 02.05.2000


 

 

 

Leitfähigkeit des Teiches in der Quakenbrücker Mersch (Tewes und Rump 2000)

 

Luft- und Wassertemperatur am und im Untersuchungsgewässer in der Quakenbrücker Mersch  (TEWES und RUMP 2000)

 

 

Quakenbrücker Mersch mit Untersuchungsgewässer (DGK Gross Mimmelage Ost)

 

 

 

 

 

 

Faltblatt der Wirtschaftsagentur Artland zum Projekt „Quakenbrücker Mersch“

 

 

Ergebnisse aus dem Hasesee:

 


Ganz wesentliche Veränderungen hat das Umfeld des Artland-Gymnasiums zu Beginn der 70er Jahre durch den Bau der Umgehungsstraße erfahren. In dieser Zeit entstand der heute noch maximal etwa 5 Meter tiefe Hase- oder Deichsee.  Mit zunehmendem Verkehrsaufkommen auf der B 68 war die Belastung der Quakenbrücker Innenstadt durch den Durchgangsverkehr unzumutbar geworden.  Die Hohe Pforte stellte ein besonders schwerwiegendes Hindernis für die Fahrzeuge dar und so beschloss man den Bau einer Umgehungsstraße.  Um im Niederungsgebiet der Haseaue einen stabilen Untergrund zu bekommen, entschied man sich für die Aufschüttung einer Trasse.  Den erforderlichen Sand holte man mit Spülbaggern aus dem Hasesee und dem weiter östlich gelegenen Deichsee. Beide Gewässer haben sich inzwischen zu interessanten Lebensräumen entwickelt.  Sie dienen der Erholung, dem Angelsport sowie als Untersuchungsgebiete für unsere Schüler. Sowohl bei der Untersuchung von Tiefenprofilen ausgewählter physikalischer und chemischer Parameter als auch bei der Untersuchung von Plankton, Pflanzen und Tieren ergaben sich interessante Einblicke in diesen Lebensraum.


 

 

 

 

Tiefenprofile der Wassertemperatur (oben) und des Sauerstoffgehaltes aus dem Hasesee (Tiefe der Probestellen siehe Seite 19; aus GÄRTNER 1997)

 

 

Messdaten ausgewählter Tiefenprofile aus dem Hasesee (GÄRTNER 1997)

 


Experiment: Chemische Gewässeruntersuchung

 

Material: Erfassungsbogen, Bleistift, Schreibunterlage, Untersuchungskoffer zur chemischen Wasseruntersuchung, beispielsweise Windaus UW600 oder UW 2000 für folgende Parameter: pH-Wert, Sauerstoff, Gesamthärte, Ammonium (ca. 0-10 mg/l), Nitrit (ca. 0-1 mg/l), Nitrat (ca. 0-50 mg/l) und Phosphat (ca. 0-1 mg/l),  200 ml Meßzylinder und destilliertes  Wasser zur Verdünnung von Wasserproben mit hohen Salzgehalten um den Faktor 1:10 (der ermittelte Meßwert ist später mit dem Faktor 10 zu multiplizieren!), Sammelgefäß für Chemikalienreste; je nach Fragestellung weitere Reagenzien, zum Beispiel für Chloridbestimmung im Oberflächenwasser im Winter.

Durchführung: Bestimme pH-Wert, Sauerstoffgehalt, Gesamthärte sowie Ammonium-, Nitrit-  Nitrat- und Phosphatgehalt entsprechend Anleitung.  Der Sauerstoffgehalt muss auf jeden Fall sofort an der Probestelle bestimmt werden, die übrigen Parameter können in einer gekühlten Probe notfalls auch noch nach Rückkehr im Labor gemessen werden. 

Bestimme gegebenenfalls weitere chemische Parameter wie Chlorid, BSB5, Carbonathärte, Eisen u.a..

Aufgaben: a) Trage die Werte in den Erfassungsbogen ein.  Bestimme den Sauerstoffsättigungswert.

b) Stelle die Messwerte grafisch dar und interpretiere die Beobachtungen.


 

 

 

 

 

 

 

 

 

Erfassung hydrochemischer Parameter am Börsteler Mühlenbach

Ergebnisse aus der Kleinen Hase am Artland-Gymnasium und aus dem Börsteler Mühlenbach:

 

 

Chemische Parameter aus der Hase (Messung 1: 20.2.1999; Messung 2: 27.2.1999; Messung 3: 6.3.1999; Messung 4: 13.3.1999; ZOBEL 1999)

 

 

Chemische Parameter aus dem Börsteler Mühlenbach (Messung 1: 20.2.1999; Messung 2: 27.2.1999; Messung 3: 6.3.1999; Messung 4: 13.3.1999; ZOBEL 1999)

 

 

 

 

 

 

Ergebnisse aus der Quakenbrücker Mersch

 

 

Ergebnisprotokoll der physikalisch-chemischen Untersuchungen (TEWES und RUMP 2000)

 


Innerhalb der Messungen ist ein Absinken des pH-Wertes von 8 auf bis zu 5,7 zu beobachten. Es ist zu vermuten, dass diese Ergebnisse teilweise auf den Regen, der nach Beginn der Untersuchungen häufig gefallen ist,  zurückzuführen sind. Der Teich füllt sich  vorwiegend durch das Regenwasser. Es tritt eine Gewässerversauerung durch ein Hinzukommen von H3O+-Ionen ein, die sich bei der Dissoziation von Säuren, z.B. der Schwefelsäure im Regenwasser gebildet haben.

Ammonium (NH4+) gehört zu den Stickstoffverbindungen und ist als Nährsalz für das Wachstum von Pflanzen notwendig. Es entsteht beim Abbau von stickstoffhaltiger, organischer Substanz (Proteine, Harnstoff), die durch zugeführte organische Abwässer (z.B. Dünger) aber auch durch Ausscheidungen von Menschen und Tieren in das Gewässer gelangt.

Ein Teil des Ammoniums kann bei höheren pH-Werten in Form von Ammoniak aus dem Gewässer entweichen, ein anderer Teil wird in der Nitrifikation über Nitrit (NO2-) zu Nitrat (NO3-) umgewandelt (sauerstoffzehrender Prozess). Im anaeroben Milieu hingegen wird das Nitrat wieder über Nitrit zu N2 (auch zu N2O; Denitrifikation) und dann schließlich zu Ammoniumionen umgewandelt. Der dadurch freiwerdende Sauerstoff kann für die Zellatmung genutzt werden.

Die Konzentration von Ammonium hat bei der ersten Messung einen sehr geringen Wert von <0,1 mg/l. Dieser steigt in der zweiten Messung auf  1,2 mg/l an und fällt beim dritten Wert wieder rapide auf 0,2 mg/l ab. Für den Höchstwert konnte keine plausible Antwort gefunden werden. Es ist eine erhebliche Menge organischer Substanz (Laub, Ausscheidungsprodukte von Tieren) im Wasser enthalten. Eine Erklärungsmöglichkeit wäre, dass der hohe Ammoniumwert auf den Abbau  dieser Substanz zurückzuführen ist. Der Nitratgehalt am selben Messtag hat ebenfalls einen Maximumwert erreicht. Der Rückgang des Sauerstoffgehaltes könnte ebenfalls etwas damit zu tun haben.


 

 

Mit dem mobilen Wasserlabor werden in der Quakenbrücker Mersch Daten erfasst

 

Ergebnisse aus dem Hasesee:

 

 

 

 

Tiefenenprofile des pH-Wertes (oben) und des Ammoniumgehaltes aus dem Hasesee (Tiefe der Probestellen siehe Seite 19; GÄRTNER 1997)

Experiment: Biologische Gewässeruntersuchung

 


Material: Erfassungsbogen, Bleistift, Schreibunterlage, Küchensieb, weiße Kunststoffschale, Tuschkastenpinsel, kleine Petrischalen, Lupe, Gläser, ggf.  Stereolupe, Exhaustor, Bestimmungsbücher: z.B. BARNDT et al. 1988, ENGELHARDT 1990, MÜLLER 1985, SCHWAB 1995, WELLINGHORST 1993

Durchführung: Sammle entsprechend Anweisung im Bestimmungsschlüssel „Wirbellose Tiere des Süßwassers“ Wassertiere und bestimme sie. Setze Tiere die sich nicht auf Anhieb bestimmen lassen in ein Glas und bestimme sie im Labor. Halte sie kühl und setze sie schnellstmöglich am Fundort wieder aus. Schätze die Häufigkeit des Vorkommens der gefundenen Indikatorarten entsprechend der Vorgaben im Erfassungsbogen.

Aufgaben: a) Trage die gefundenen Arten und die zugehörigen Häufigkeitszahlen im Erfassungsbogen ein.  Die Namen der Arten, die keine Bedeutung als Zeigerorganismen haben, schreibe auf die Rückseite des Erfassungsbogens.

b) Berechne die Gewässergüte und beurteile das Gewässer.  Die biologische Gütebeurteilung wurde primär für Fließgewässer entwickelt, lässt sich aber für grobe Abschätzungen auch auf die Uferbereiche stehender Gewässer anwenden.

c) Bestimme die Gewässergüte an verschiedenen Orten eines Fließgewässersystems und erstelle eine Gewässergütekarte.

d) Bestimme die wirbellosen Tiere im Räumgut, dass bei einer Gewässerunterhaltung aus einem Gewässer entfernt wurde. Schätze durch Auszählen der Tiere in einer kleinen Räumgutmenge, wieviele Individuen der verschiedenen Arten auf einem Kilometer geräumter Fließgewässerstrecke verenden.

e) Sammle am Gewässerufer und unter Brücken (Exhaustor) Insekten, bestimme sie und stelle fest ob es Arten sind, deren Larven sich im Wasser entwickeln.


 

 

Bestimmung von Gewässertieren unter Verwendung der aus Lottomitteln angeschafften Stereolupen

 

Ergebnisse aus der Hase bei Essen und ihren Seitengewässern

 


Im Rahmen einer Jahresarbeit (BAHL 1999) wurde 1999 die Gewässergüte im Einzugsbereich der Lager Hase bei Essen untersucht. Im Zentrum dieser Untersuchung stand die makroskopische Wirbellosenfauna an zehn Probestellen. Die Gewässergüte konnte dabei zwischen Güteklasse II (mäßig belastet) und II-III (kritisch belastet) eingestuft werden. Im folgenden sind  zunächst die Ergebnisse der Probestellen I, IV und X dargestellt. Die Lage der Probestellen ist  der Gewässergütekarte (Seite 29) zu entnehmen.


 

 

 

 

 

 

Überblick über die ermittelten Saprobienindizes (BAHL 1999)

 

 

Patrick Bahl bei der Sammlung makroskopischer Wirbelloser

 

 

 

Gewässergütekarte der Hase und ihrer Nebengewässer bei Essen (BAHL 1999)

 

Ergebnisse aus der Kleinen Hase in Quakenbrück

 


Im Rahmen zweier Facharbeiten wurde im Februar und März 1999 die Kleine Hase in Quakenbrück im Bereich des Artland-Gymnasiums (Probestelle 2 des Projektes Haseaue; WELLINGHORST 1997) und im Bereich Ascherbehls Brücke (Probestelle 4 des Projektes Haseaue) untersucht. Die biologische Gewässergüte lag in allen Fällen im Bereich der Güteklasse II –III (Saprobienindex etwa 2,4).


 

 

 

 

Ergebnisse biologischer Gütebestimmungen in der Kleinen Hase an Ascherbehls Brücke (BAHL 1999a)

 

 

 

 

 

 

 

 

Ergebnisse biologischer Gütebestimmungen in der Kleinen Hase etwa 500 Meter unterhalb Ascherbehls Brücke (BAHL 1999a)

 

 

 

 

 

Ergebnisse einer biologischen Gütebestimmung in der Kleinen Hase am Artland-Gymnasium (ZOBEL 1999)


 

In Zusammenarbeit mit dem Naturschutzverband Osnabrück und dem Angelverein Essen wurden Elektrobefischungen an der Hase und ihren Seitengewässern durchgeführt

 

 

Bestimmung wirbellose Tiere im Labor


Ergebnisse aus dem Börsteler Mühlenbach

 

 

Ergebnisse einer biologischen Gütebestimmung am Börsteler Mühlenbach (ZOBEL 1999)


 

Hasesee – Blüte der See- und Teichrosen im Mai 1999

 

 

 

Börsteler Mühlenbach – hautnah

 

 

 

Ergebnisse aus der Quakenbrücker Mersch

 


Bei  der Bestimmung der Wirbellosen im untersuchten Weiher machten wir folgende Beobachtungen: Hydrobius fuscipes, ein schwarzer Käfer der in stehenden Gewässern lebt, war vor allem bei den ersten Untersuchungen häufig anzutreffen. Daneben fanden sich Eintagsfliegenlarven der Familie Baetidae, welche an ihren drei Schwanzanhängen und sieben Paar Kiemen am Hinterleib zu erkennen sind. Sehr häufig kam auch der Rückenschwimmer (Notonecta) vor sowie bei der letzten Probenahme der Zwergrückenschwimmer (Plea leachi).

Neben diesen besonders häufigen Arten gingen uns noch regelmäßig Ruderwanzen (Corixidae) „in das Sieb“. Keine Seltenheit waren bei den letzten zwei Untersuchungen Kleinlibellenlarven der Gattung Lestes. Im Gegensatz zu diesen konnten wir nur eine Großlibellenlarve entdecken, deren Bestimmung sich auf Grund einer fatalen Auseinandersetzung mit einer Gelbrandkäferlarve während des Transportes schwierig gestaltete. Bereits 1999 konnten Großlibellenlarven der Gattung Libellula im Schlamm des Teiches nachgewiesen werden. Sie überdauerten auch eine Trockenphase, in der das Gewässer völlig austrocknete. Gelbrandkäferlarven und andere Schwimm- und Wasserkäferlarven wurden seltener gefangen. Auch den in Weihern und Tümpeln lebende aber seltenen Gaukler konnten wir einmal nachweisen. Weitere Arten waren Taumelkäfer (Gyrinius substriatus) und Wasserskorpion (Nepa rubra).

Aus dem Bereich der Würmer waren nur zwei Funde zu verzeichnen (beide bei der letzten Untersuchung). Zum einen der Limnodrilus hoffmeistri (Wenigborster) und zum anderen der Schlammröhrenwurm (Tubifex tubifex), der durch seine rote Färbung auffällt und in senkrechten, mit Schleim ausgekitteten Röhren am Boden von Gewässern lebt. In Untersuchung 6 fingen wir außerdem noch eine Rote Zuckmückenlarve.

Sehr erfreulich war für uns, dass sich im Laufe unserer Untersuchung Teichfrösche einfanden, sogar laichten und uns mit ihrem gelegentlichen Konzerten Ablenkung verschafften.

Eine wichtige Beobachtung war, dass die Anzahl der Arten und Individuen von Untersuchung zu Untersuchung anstieg.


 

 

Der untersuchte neue Teich in der Quakenbrücker Mersch im Juni 1999

 

 


 

Ergebnis einer Untersuchung makroskopischer Wirbelloser im neuen Teich in der Quakenbrücker Mersch (TEWES und RUMP 2000)


 


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 



Großer Schneckenegel – Glossiphonia complanata


 

 

 

 

 

Gemeiner Fischegel – Piscicola geometra


Experiment: Erfassung von Planktonorganismen in der Kleinen Hase

 

Material: Planktonnetz; Protokollheft; Mikroskop und Mikroskopierzubehör; Gläser; Novocainlösung; STREBLE et al. 1973; KOSTE 1978

Durchführung: Mit einem sauberen Planktonnetz wird zeitgleich an verschiedenen Probestellen Plankton gesammelt. Hierzu wird das Netz fünfmal etwa eine Minute lang unter der Wasseroberfläche durch das Wasser gezogen. Dabei wird es auch zwischen Wasserpflanzen entlang gestreift. Den Inhalt des Fangbechers gibt man in ein Glas und bewahrt ihn bis zur Untersuchung, die möglichst noch am selben Tag erfolgen soll, im Kühlschrank auf. Bewegen sich die Tiere bei der Bestimmung auf dem Objektträger zu stark, wird etwas Novocainlösung hinzugefügt.

Aufgabe: Bestimme die gefundenen Planktonformen. Stelle Populationsveränderungen ausgewählter Formen oder Arten dar.


 

Ergebnisse der Untersuchungen an der Kleinen Hase

 


Bei einer vergleichenden Untersuchung zweier Probestellen an der Hasebrücke in Menslage (Probestelle A = Probestelle 6 des Projektes Haseaue; WELLINGHORST 1997) und am Artland-Gymnasium in Quakenbrück (Probestelle B = Probestelle 2 des Projektes Haseaue) im Jahre 1999 lag der Schwerpunkt auf der Erfassung der Rädertiere. Hierbei ergaben sich folgende Ergebnisse: An Probestelle A wurden vom 2. Mai bis 20. Juli 1999 insgesamt 44 verschiedene Rädertierarten nachgewiesen, an Probestelle B waren es 47 Arten. Besonders häufig fand man Keratella cochlearis, Synchaeta oblonga, Lepadella patella und Euchlanis dilatata. Außergewöhnlich ist ein Einzelfund eines parasitären Rädertieres der Gattung Balatro an  Probestelle B am Artland-Gymnasium. Die Arten Trichotria pocillum, Cephalodella gibba und Habrotrocha constricta sind besonders zwischen Wasserpflanzen heimisch. Auf dem Schlamm leben Testudinella patina und Encentrum saunderisae. Da jedoch der Kontakt des Planktonnetzes mit dem Schlamm weitgehend vermieden wurde, waren diese Arten in den Proben selten.


 

Fang der Planktonorganismen in der Kleinen Hase am Artland-Gymnasium

 

Rädertierexperte Dr. Walter Koste besucht die Naturkunde-AG

 

 

Dr. Walter Koste an seinem Forschungsmikroskop


Arteninventar der Rädertiere in der Hase im Sommer 1999 (KOTTWITZ et al. 1999; Zeichnungen aus KOSTE 1974)

 

 

Probe vom 02. Mai 1999

 

Artenname

t:16,0°C pH:7,6

A

t:16,0°C pH:7,9    B

Brachionus angularis

3

 

Cephalodella auriculata

1

 

Cephalodella gibba

 

3

Keratella cochlearis

3

 

Keratella tecta

 

1

Lindia torulosa

 

1

Lindia truncata

 

1

Rotaria rotatoria

 

1

Synchaeta tremula                                                 

1

 

    

Probe vom 11. Mai 1999

 

Artenname

t:16,0°C pH:7,9

A

t:16,5°C pH:8,0

B

Cephalodella ventripes

1

 

Colurella adriatica

1

 

Encentrum saundersiae

1

 

Euchlanis dilatata

1

11

Keratella cochlearis

5

 3

Keratella micratantha

1

 

Keratella quadrata

1

1

Keratella tecta

1

 

Notholca labis

 

1

Notholca squamula

2

 

Proales reinhardti

 

1

Proales theodora

1

 

Resticula  melandocus

1

 

Rotaria rotatoria

 

1

Synchaeta oblonga

 

1

Synchaeta tremula

 

1

Trichotria pocillum

1

 

 

Probe vom 18. Mai 1999

 

Artenname

t:16,0°C pH:7,8

A

t:17,0°C    pH:7,9

B

Adineta voga

1

 

Cephalodella forticula

 

1

Euchlanis deflexa

1

 

Euchlanis dilatata

29

4

Euchlanis oropha

1

 

Keratella cochlearis

 

14

Keratella cochlearis micratantha

3

1

Keratella tecta

1

 

Lecane closterocerca

 

1

Lepadella patella

2

 

Notholca squamula

 

5

Proales theodora

1

 

Synchaeta oblonga

 

7

Trichocerca tenuior

1

 

Trichotria pocillum

1

1

 

 

 

 

Probe vom 25. Mai 1999

 

Artenname

t:17,5°C

pH:8,1

A

t:18,0°C

pH:8,2

B

Brachionus quadridentatus entzi

1

 

Cephalodella auriculata

1

1

Cephalodella gibba

1

1

Colurella adriatica

1

1

Euchlanis deflexa

4

 

Euchlanis dilatata

47

5

Euchlanis dilatata lucksiana

2

1

Euchlanis oropha

2

 

Keratella cochlearis

 

4

Keratella  cochlearis micratantha

1

2

Keratella tecta

 

1

Lepadella ovalis

1

 

Proales fallaciosa

 

1

Rotaria rotatoria

3

 

Rotaria tardigrada

 

1

Synchaeta oblonga

4

26

Synchaeta pectinata

 

1

Synchaeta tremula

5

2

Trichocerca tenuior

 

1

Trichotria pocillum

1

 

 

 

Probe vom 01. Juni 1999

 

Artenname

t:19,0°C pH: 8,0

A

t:20,0°C pH: 8,0

B

Brachionus quadridentatus

13

 

Brachionus urceolaris

2

3

Cephalodella forficata

1

 

Cephalodella gibba

1

 

Colurella adriatica

2

 

Euchlanis deflexa

27

4

Euchlanis dilatata

82

32

Filinia longiseta

 

1

Keratella cochlearis

12

7

Keratella cochlearis micratantha

1

2

Lecane closterocerca

1

 

Lecane lunaris

1

 

Notholca acuminata

 

1

Notholca squamula

2

4

Proales fallaciosa

 

1

Synchaeta oblonga

 

14

Synchaeta pectinata

 

3

Synchaeta tremula

 

1

Trichotria tetractis

 

1

 

 

 

Probe vom 08. Juni 1999

 

Artenname

t:17,0°C pH:7,9

A

t:16,0°C pH:7,8

B

Brachionus calyciflorus

 

1

Brachionus quadridentatus

 

1

Cephalodella gibba

 

1

Colurella adriatica

3

 

Euchlanis deflexa

 

1

Euchlanis dilatata

1

3

Euchlanis sulcata

1

 

Keratella cochlearis

4

1

Keratella cochlearis micratantha

1

 

Keratella quadrata

 

3

Lecane tenuiseta

1

 

Lindia torulosa

1

 

Notholca labis

 

2

Pompholyx sulcata

1

 

 

 

                                                          

 

Probe vom: 22. Juni 1999

 

Artenname

t:17,0°C pH:7,9

A

t:17,0°C pH:7,8

B

Balatro

 

1

Brachionus angularis

2

 

Brachionus quadridentatus

1

1

Euchlanis dilatata

22

1

Keratella cochlearis

1

 

Keratella quadrata

 

1

Lecane closterocerca

2

 

Lecane lunaris

1

 

Lepadella patella

1

 

Philodina megalotrocha

1

 

 

 

Probe vom 29. Juni 1999

 

Artenname

t:19,0°C pH: 8,0

A

t:19,5°C pH: 7,8

B

Brachionus quadridentatus

 

4

Cephalodella gibba

1

 

Cephalodella gracilis

 

1

Cephalodella sterea

 

1

Cephalodella ventripes

3

2

Colurella adriatica

 

1

Dicranophorus forcipatus

 

1

Euchlanis deflexa

2

1

Euchlanis dilatata

8

7

Lecane luna

1

 

Philodina acuticornis

 

1

Philodina megalotrocha

 

1

Proales fallaciosa 

1

 

Synchaeta pectinata

 

2

Testudinella patina

 

3

Trichotria tetractis

 

2

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Probe vom 06. Juli 1999

 

Artenname

t:21,0°C

pH:8,5

A

t:21,0°C pH:8,2

B

Cephalodella catellina

 

1

Euchlanis deflexa

1

 

Euchlanis dilatata

9

14

Euchlanis oropha

 

1

Habrotrocha constricta

1

2

Habrotrocha roeperi

1

 

Keratella cochlearis

2

8

Keratella quadrata

 

5

Keratella tecta

 

1

Lecane closterocerca

1

 

Lecane lunaris

6

 

Lepadella ovalis

4

 

Lepadella patella

2

 

Pompholyx sulcata

1

3

Synchaeta oblonga

 

2

Trichtria pocillum

1

 

 

Probe vom 20. Juli 1999

 

Artenname

t:23,0°C pH:8,0

A

t:23,0°C pH:8,1

B

Brachionus angularis

 

7

Brachionus quadridentatus

1

1

Brachionus quadridentatus cluniorbicularis

 

1

Colurella adriatica

 

1

Colurella uncinata

2

 

Euchlanis dilatata

 

2

Keratella cochlearis

 

2

Keratella cochlearis micracantha

 

2

Keratella quadrata

 

1

Lecane closterocerca

2

 

Lepadella acuminata

 

1

Lepadella patella

1

 

Philodina megalotrocha

1

 

Polyarthra vulgaris

 

1

Pompholyx sulcata

 

2

Ptygura longicornis

1

 

Testudinella patina

1

 

Trichocerca longiseta

1

 

 

 

 

 

 

 

Datum

Wassertemperatur

gefundene  Planktonorganismen

Anzahl

16.02.99

3,0°C

Ruderfußkrebse:

 

 

Rädertiere

 

Naupliuslarve

Paracyclops fimbriatus

 

Notommata contarta Rotaria rotatoria

Lepadella patella

15

4

 

2

6

5

21.02.99

5,0°C

Ruderfußkrebse:

 

 

Rädertiere:

Naupliuslarve

Cyclops strenuus

 

Notommata contarta

Rotaria rotatoria

Kellicottia longispina

Brachionus urceolaris

10

4

 

2

8

4

4

28.02.99

7,0°C

Ruderfußkrebse:

 

 

Rädertiere:

Naupliuslarve

Cyclops strenuus

 

Trichocerca porcellus

15

8

 

4

07.03.99

5,0°C

Ruderfußkrebse:

 

 

 

 

Rädertiere:

 

 

 

Naupliuslarven

Eudiaptomus graciloides

Eudiaptomus gracilis

Cryptocyclops bicolor

 

Notholca squamula

Keratella cochlearis

Rotaria rotatoria

Lepadella patella

Brachionus urceolaris Brachionus angularis Lecane angularis

20

7

 

3

2

 

4

4

        12

4

4

4

5

14.03.99

8,5°C

Ruderfußkrebse:

 

Rädertiere:

 

 

Naupliuslarve

Cyclops strenuus

 

Polyarthra dolichoptera

Rotaria rotatoria

Lepadella patella

Keratella cochlearis

Lecane lunaris

8

6

 

7

7

3

4

3

 

Arteninventar der Ruderfußkrebse und Rädertiere an Probestelle A in der Kleinen Hase in Menslage (Probestelle 6 des Projektes Haseaue; KOTTWITZ 1999)

 


 

Name

Anzahl

Kieselalgen ( z.B. Surirella biseriata )

massenhaft

Diplosiga socialis (Geisseltier )

1

Cyclops strenuus ( Ruderfußkrebs )

4   (davon eine Larve )

Keratella cochlearis ( Rädertier )

1

Cochliopodium bilimbosum (Schalenamöbe )

2

Syncheta pectinata ( Rädertier )

1

Filinia longiseta longiseta ( Rädertier )

1

Syncheta oblonga ( Rädertier )

1

Notholka squamula ( Rädertier )

1

Cephalodella gibba (Rädertier )

2

 

Plankton an Probestelle B am 23.2.1999 (Probestelle 2 des Projektes Haseaue; ZINN 1999)

 

 

Name

Anzahl

Kieselalge ( z. B. Surirella biseriata )

massenhaft

Microspora amoena (Grünalge )

4

Filinia longiseta longiseta ( Rädertier )

1

Pediastrum boryanum ( Grünalge )

2

Kieselalgenkolonie

10-20

Cyclops strenuus (Ruderfußkrebs )

2

Stauroneis anceps ( Kieselalge )

1

Zoothamnium arbuscula ( Glockentier o. Wimpertier )

1

 

Plankton an Probestelle B am 1.3.1999 (Probestelle 2 des Projektes Haseaue; ZINN 1999)

 

 

Name

Anzahl

Kieselalgen ( z. B. Surirella biseriata )

massenhaft

Asterionella formosa  ( Kieselalge )

3

Brachionus angularis ( Rädertier )

1

Ulothrix zonata ( Grünalgenstrang )

2

Filinia longiseta passa ( Rädertier )

1

Navicula pupula ( Kieselalge )

1

Cyclops strenuus (als Larve;Ruderfußkrebs )

3

Trichamoeba villosa ( Nacktamöbe )

1

Nitzschia sigmoidea ( Kieselalge )

7

Polyarthra dolichoptera  ( Rädertier )

1

Attheyella crassa ( Ruderfußkrebs )

1

Cymatopleura solea ( Kieselalge )

4

Diplosiga socialis ( Geisseltier )

1

Surirella robusta splendida ( Kieselalge )

13

Oscillatoria limosa ( Blaualge )

1

Syncheta oblonga ( Rädertier )

6

Dicranophorus forcipatus ( Rädertier )

1

Kieselalgenkolonie

ca. 15

 

Plankton an Probestelle B am 8.3.1999 (Probestelle 2 des Projektes Haseaue; ZINN 1999)

 

 

 

 

Name

Anzahl

Kieselalgen (z. B. surirella biseriata )

Unzählbar

Pleuchotrocha ( Proales ) petromyzon ( Rädertier )

2

Brachionus angularis (Rädertier )

1

Synura uvella ( Goldalge )

6

Nitzschia sigmoidea ( Kieselalge )

3

Ulothrix tenuissima ( Grünalge )

7

Asterionella formosa ( Kieselalge )

da auch einzelne Teile i. d. Probe ,ca. 15 – 20

Keratella ( Anuraea ) cochlearis

4 ; davon eine mit Ei

Dinobryon sociale ( Goldalge )

1

Navicula pupula ( Kieselalge )

sehr viele; da oft unter Schmutz unzählbar

Gyrosigma attenuatum ( Kieselalge )

5

Cyclops strenuus (Ruderfußkrebs )

zwei Larven

Arcella megastoma ( Schalenamöbe )

1

Nematode  ( Fadenwurm )

2

Arcella gibbosa ( Schalenamöbe )

1

Cephalodella gibba (Rädertier )

1

Cymatopleura solea (Kieselalge )

5

Syncheta oblonga ( Rädertier )

6

Chlorhormidium flaccidum (Grünalge )

7

Rotaria rotatoria ( Rädertier )

2

Polyarthra dolichoptera ( Rädertier )

1

Euchlanis deflexa ( Rädertier )

1

 

Plankton an Probestelle B am 15.3.1999 (Probestelle 2 des Projektes Haseaue; ZINN 1999)

 

 

Brachionus angularis                                      Pediastrum boryanum (oben) und

                                                                           Keratella cochlearis

 



Experiment: Halbquantitative Erfassung vonPlanktonorganismen im Hasesee

 

Material: Ruderboot; Planktonnetz; Protokollheft; Stereolupe; Mikroskop und Mikroskopierzubehör; Gläser; Kühltasche; gerasterte Plastikpetrischale; STREBLE et al. 1973; HERBST 1976; KIEFER 1973; die gerasterte Petrischale stellt man her, indem man die Plastikpetrischale auf ein kariertes Papier legt und mit einem spitzen Gegenstand die Linien so in die Schale ritzt, dass 11 * 12  = 132 Kästchen mit einer Gesamtfläche von 33 cm2 übertragen werden (SCHÖPFER 1992)

Durchführung: Das Planktonnetz wurde pro Untersuchung in der etwa 5 m tiefen Freiwasserzone des Hasesees dreimal bis kurz über den Boden herabgelassen. Beim ersten Mal wurde es relativ langsam, beim zweiten Mal mit mittlerer Geschwindigkeit und beim dritten Mal so schnell wie möglich heraufgezogen. Die Proben wurden bis zur Untersuchung, die innerhalb von 48 Stunden erfolgte, kühl aufbewahrt. Die Auszählung erfolgte mittels Stereolupe in der Rasterpetrischale. Hierzu wurden jeweils 27 cm3 der Planktonprobe in die Schale gegeben. Um das Plankton  abzutöten wurden noch einige Tropfen Ethanol hinzugefügt. Es ist wichtig, vor der Zählung alle Organismen abzutöten, da durch die Eigenbewegung einzelner Tiere das Wasser in Bewegung versetzt wird, was die Auswertung erschwert. Die Proben werden dann kästchenweise ausgezählt und die Zählergebnisse genau protokolliert. Es ist erforderlich, dass man die Proben in drei Ebenen (oben, Mitte, unten) durchmustert. Da einige Arten sehr klein sind und pro Kästchen oft mehrere Dutzend Individuen zu zählen sind, kann man sich in solchen fällen auch auf das Auszählen eines Teils der Kästchen beschränken und diese Ergebnisse auf die Gesamtprobe (132 Kästchen) hochrechnen (vgl. SCHÖPFER 1992).


 

 

Blick in die zum Auszählen der Planktonorganismen mit eingeritzten Linien versehene Plastikpetrischale  - ein Hüpferling ist gut zu erkennen


 

Gemeiner Wasserfloh (Daphnia pulex) aus dem Hasesee

 

 

Philipp Mall präsentiert seine Ergebnisse beim Wettbewerb „Jugend forscht“


Ergebnisse aus dem Hasesee

 


Für die von Juni bis September 1997 durchgeführte Analyse wurden nur solche Arten ausgewählt, die häufig vorkommen, räumlich weit verbreitet waren und leicht bestimmbar sind. Hierzu zählen die vier Gruppen Copepoda, Bosminidae, Daphniidae und Naupliuslarven. Weiterhin wurden die drei Rädertiergattungen Euchlanis, Kellicotia und Keratella ab Juli in die Untersuchung einbezogen. Es fiel in unfixierten Proben auf, dass die noch nicht ausgewachsenen Copepoden dunklere Bereiche in der Petrischale bevorzugten. Das Zählergebnis ist der Tabelle zu entnehmen.

Folgende Ergebnisse sind u.a. zu nennen: Eine deutliche Zunahme der Häufigkeitszahlen insgesamt betrachtet zum Herbst, aber eine Abnahme der Phyllopodenzahlen. Die prozentualen Anteile verschieben sich im Laufe des Sommers zu kleineren Formen, besonders zugunsten der Rädertiere. Im Zusammenhang mit der Interpretation der beobachteten Entwicklungen spielen die Algen eine große Rolle. Sie haben für das Ökosystem als Nahrungsquelle und Sauerstofflieferant zentrale Bedeutung. Das unterschiedliche Auftreten einiger Algen im jahreszeitlichen Wechsel wurde somit schwerpunktmäßig zur Deutung der Zählergebnisse herangezogen. So ist der Rückgang der Phyllopoden im Herbst wohl damit zu begründen, dass sich im Sommer Algenarten wie Kieselalgen vermehren,die als Nahrungsquelle für die herbivoren Blattfußkrebse ungeeignet sind. Mit den neu auftretenden fadenförmigen Algen im Sommer ändert sich auch die Körperstruktur der Zooplanktons. Bei einer kleinen Körpergröße ist der Filtrierapparat des Zooplanktons weniger anfällig, so dass sich vor allem die zum Zooplankton gehörenden relativ kleinen Rädertiere stark vermehren. Durch dieses steigende Futterangebot für räuberische Arten nimmt schließlich die Zahl der räuberischen Copepden zu.


 

 

Zählergebnis der Planktonuntersuchungen im Hasesee (MALL 1998)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Populationsentwicklung ausgewählter Planktongruppen im Hasesee (MALL 1998)

 

 

Bericht über den Jugend forscht Wettbewerb 1998


2.3.  Untersuchungen an Insekten

 

2.3.1. Insektenfang mit der Autokäscher-Methode

 


Wer hat nicht schon Massen hartnäckig klebender Insekten vom Kühlergrill und von der Windschutzscheibe eines Autos entfernt. Dabei könnte der  Naturfreund sich fragen, welche Insekten vom Straßentod betroffen sind, wieviele es sind und wann sie besonders gefährdet sind. Mit Hilfe der Autokäscher-Methode kann man die Flugintensität von Insekten untersuchen. Hierzu fährt man die zu untersuchenden Strecken (z.B. Innenstadt; Wald; extensiv genutzte Kulturlandschaft; intensiv genutzte Kulturlandschaft) mit dem Auto ab. Ein Insektennetz wird so montiert, dass es durch das Schiebedach oder durch ein Seitenfenster nach außen ragt und in der Luft fliegende Insekten  erfasst. Die optimale Fahrgeschwindigkeit liegt bei 50 km/h. Alternativ kann man die Strecken auch mit dem Fahrrad abfahren. Die Insekten werden zunächst für jede Fahrt und Strecke getrennt in Probegläschen gesammelt und dann betäubt oder abgetötet. So kann man sie später in Ruhe bestimmen, wiegen und zählen.

Solange es nicht zu kalt ist, fliegen Insekten zu jeder Tages- und Jahreszeit. Die Hauptfangsaison beginnt allerdings mit den ersten warmen Frühlingstagen und Lufttemperaturen ab 15oC.  Während im Frühjahr die wärmste Tageszeit die geeignetste Fangzeit darstellt, sind die Insekten an warmen Tagen mit Temperaturen über 20oC eher in den Abendstunden aktiv. Besonders große Fangerfolge erzielt  man an heißen und schwülen Abenden bei Windstille. Grundsätzlich gilt, dass eine überdurchschnittlich starke Flugaktivität jeweils an den ersten warmen Tagen nach einer mit Abkühlung und Niederschlägen verbundenen Schlechtwetterperiode zu erwarten ist.


 


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Fang von Insekten mit dem Autokäscher


Experiment: Insektenfang mit der Autokäscher-Methode

 

Material: Fahrzeug, Insektenkäscher, Fanggläschen, Thermometer, Luxmeter, Waage (Genauigkeit mindestens 0,1 Gramm),  Kohlenstoffdioxidflasche oder –kartusche (kleine Kohlenstoffdioxidmengen können auch einer Mineralwasserflasche entnommen werden),  Essigsäureethylester, Ethanol (70%ig), Watte, Lupe oder Stereolupe, Erfassungsbögen, Bestimmungsbücher, z.B. MÜLLER 1985; Fachhandel für Entomologiebedarf: Bioform, Großgeschaid 21, 90562 Heroldsberg, Tel. 09126 – 286330, Internet: www.bioform.de

Durchführung: Besonders geeignet zum Fang der Insekten sind warme, windstille Abende. Es sollten Fangstrecken in unterschiedlichen Lebensräumen ausgewählt werden. Interessant ist jedoch auch die Aufnahme von Tagesgängen auf derselben Fangstrecke. Der Käscher wird so am Fahrzeug montiert, dass keine Gefährdung für Verkehrsteilnehmer entsteht. Dann wird die Untersuchungsstrecke mit einer Geschwindigkeit von 30 bis 50 km/h abgefahren und der Inhalt des Käschers am Ende der Untersuchungsstrecke sofort in ein Fangglas überführt. Mittels Kohlenstoffdioxid, das man in das Glas strömen lässt, kann man die gefangenen Tiere betäuben.  Zum Abtöten der Tiere  gibt man sie in ein Glas mit  Ethanol (70%ig) oder in ein Glas, in dem ein mit Essigsäureethylester getränkter Wattebausch liegt. Wiege  die einzelnen Fänge aus, bestimme die Arten (Gattungen, Familien) und zähle die Tiere aus. Bestimme jeweils Lufttemperatur und Lichtstärke sowie weitere Klimadaten zum Fangzeitpunkt.

Aufgaben: a) Fülle für jede Fangaktion einen Erfassungsbogen aus. Schreibe die Namen der gefangenen Tierarten (ggf. nur Gattung oder Familie) sowie ihre Zahl auf. Die Häufigkeit kann auch unter Verwendung folgender Häufigkeitsangaben angegeben werden (I = Einzelexemplar; II = wenige Exemplare; III  = häufig; IV = massenhaft). Stelle die Ergebnisse grafisch dar.

b) Berechne aus deinen Ergebnissen die Zahl bzw. Masse der durch dein Auto auf einer Fahrstrecke getöteten Tiere. Schätze unter Verwendung von Daten aus Verkehrszählungen die Gesamtzahl der auf der Fahrstrecke  getöteten Tiere ab.

c) Informiere dich über die Lebensweise der Arten und erstelle Steckbriefe, in denen Name und Lebensweise festgehalten werden. Interpretiere deine Fangergebnisse.


 

 

Entnahme der Insekten aus dem Autokäscher


 

Einfache Hilfsmittel zum Fang und zur Betäubung von Insekten: Selbstbauexhaustor und Kohlenstoffdioxid aus einer Mineralwasserflasche (Grafik aus JAENICKE et al. 2001; Netzwerk Biologie 2)

 

 

Auswertung der mit der Autokäschermethode gefangenen Insekten

 

Untersuchungen bei Quakenbrück

 


Zur Untersuchung wurden vier ökologisch unterschiedliche Gebiete im Umfeld  Quakenbrücks ausgewählt und von Januar bis August 1997 beobachtet. Vom 5.7.1997 um 11.00 Uhr bis zum 6.7.1997 um 11.00 Uhr wurde  die Flugintensität der Insekten im Vier-Stunden-Takt erfasst (Tagesgang).

Strecke 1 (Stadtstrecke): Etwa 0,95 km lange Strecke im nordöstlichen Teil von Quakenbrück (Hakenkamp; K134) auf der Bremer Straße Richtung Bevern. Die gesamte Strecke wird von Häusern umgeben und führt unter der B 68 hindurch. Am Ende der Strecke im Neubaugebiet lichtet sich allmählich die Bebauung und das Landschaftsbild geht in Wiesen und Äcker über.

Strecke 2 (Wiesen/Äcker): Etwa 1,25 km lange Strecke auf der Bremer Straße nordöstlich von Quakenbrück. Südwestlich wird die Strecke vom Neubaugebiet begrenzt und endet nordöstlich an der Hase. In näherer Umgebung befinden sich vereinzelt Bauernhäuser inmitten von Grünland sowie Mais- und Getreideäckern. Im Mai wurden Mais und Gerste ausgesät. Die Ernte der Gerste erfolgte im August. Am Straßenrand stehen  in regelmäßigen Abständen Eichen.

Strecke 3 (Wald): Diese Untersuchungsstrecke ist ca. 1,03  km lang  und  verläuft anfänglich auf der Bremer Straße. Die  letzten 200 m  führen "Im Schlochter " zu einem Bauernhof . Die Strecke führt etwa 380 m durch einen Mischwald mit Fichten, Buchen und Birken und wird von der Hase und vom Bünne-Wehdeler Grenzkanal gekreuzt. Im weiteren Streckenteil sind Wallhecken aus Laubbäumen  und Sträuchern am Straßenrand zu sehen . Im Bereich "Im Schlochter" liegen  mit Gerste bestellte Äcker und vereinzelt Grünländer im Umfeld der Probestrecke.

Stecke 4 (Acker): Etwa 1 km lange Untersuchungsstrecke "Im Schlochter". Hauptsächlich befinden sich hier Gerste- und Maisäcker, deren Aussaat- und Erntezeiten  mit denen in der zweiten Strecke übereinstimmen. Mais und Gerste werden teilweise durch Baumreihen abgetrennt, welche den Wegrand säumen. An einer Stelle (ca. 100 m lang) befindet sich ein kleiner Mischwald, der sich aber eher in nördliche Richtung ausdehnt. Das letzte Stück (ca. 500 m) der Stecke wird von wenigen Häusern  und ein paar Wiesen begleitet .


 

 

Karte des Untersuchungsgebietes bei Quakenbrück mit Probestrecken 1 bis 4


 

 

Gewicht der auf den vier Probestrecken gefangenen Insekten (Jahresgang oben; Tagesgang unten; MAIWALD 1997)

 

 

 

 

 

 

 

Fangergebnisse auf Strecke 2 im Jahresgang (Maiwald 1997)

 

 

 

 

 

 

 

 

Fangergebnisse auf Strecke 4 im Jahresgang (Maiwald 1997)

 

 

 

 

 

 

 

Fangergebnisse auf Strecke 1 im Tagesgang (Maiwald 1997)

 

 

Fangergebnisse auf Strecke 2 im Tagesgang (Mai

 

 

 

 

 

 

 

 

Fangergebnisse auf Strecke 3 im Tagesgang (Maiwald 1997)

 

 

Fangergebnisse auf Strecke 4 im Tagesgang (Maiwald 1997)

 

 

 

 

 

 

2.3.2. Tiere am Licht – Untersuchungen an nachtaktiven Insekten

 


Sicher hat es jeder schon einmal erlebt. In einer warmen Sommernacht öffnet man das Fenster oder die Tür eines schon längere Zeit erleuchteten Raumes und mit dem Öffnen fliegt eine Wolke von Insekten in das Zimmer. Oder man verbringt  den Abend in gemütlicher Runde auf der Terrasse. Kerze oder Außenbeleuchtung geben das nötige Licht. Schon bald tauchen die ersten Nachtfalter und andere Insekten im Umfeld der Lichtquelle auf und schnell hat sich eine beachtliche Zahl der meist ungebetenen Gäste eingefunden. Im Umfeld von Außenleuchten und Straßenlaternen sind es oft Hunderte von Tieren, die durch das Licht angelockt ihre nächtlichen Aktivitäten unfreiwillig unterbrechen. Aufgeregt kreisend und wild flatternd stoßen sie gegen das Glas der Lampe, taumeln zu Boden, rappeln sich wieder hoch und steigen erneut kreisend empor. Ihre Orientierung wurde gestört - die „Lichtverschmutzung“ verwirrt die Insekten. Sie tanzen meistens solange im Lichtrausch um die Lampe, bis sie durch die Hitze getötet beziehungsweise verletzt werden oder übermüdet am Boden sitzenbleiben. Nahrungs- und Partnersuche sowie Paarung und Eiablage entfallen. Künstliche Lichtquellen sind  so zu einem ernsthaften Problem für viele Insekten in unserer Kulturlandschaft geworden.


 

„Lichtfallen“ in der modernen Kulturlandschaft (aus FREUNDT et al. 1991)

 


Für Biologen und Naturschützer sind nächtliche Lichtquellen im Außenbereich daher ein lohnendes Thema für genauere Untersuchungen. So haben Wissenschaftler festgestellt, dass eine zwei Meter hohe blau-weiße Leuchtschrift, die aus drei Buchstaben besteht und in der Grazer Innenstadt in 35 Metern Höhe angebracht ist, innerhalb eines Jahres 350000 Insekten angelockt hat. Weiterhin fand man an nur einem Abend bis zu 100000 Nachtinsekten an großen angestrahlten Fabrikwänden. Bei systematischen Untersuchungen arbeiten die Biologen mit Lichtfallen. Hierbei handelt es sich um Speziallampen, die einen besonders hohen Ultraviolettanteil abstrahlen. Die Insekten fliegen auf eine solche Lichtquelle zu, als ob sie sich nach einem Himmelskörper orientieren. Sie besitzen eine andere spektrale Empfindlichkeit als der Mensch. Das  Maxium ihrer Empfindlichkeit liegt bei einer Wellenlänge des Lichts um 400 Nanometer. Dabei können manche Arten noch Lichtquellen mit einer Helligkeit von 0,000025 Lux wahrnehmen. Das entspricht etwa einem Hundertstel der Helligkeit des mondlosen Himmels. Die größten Erfolge bei Lichtfängen erzielt man an warmen, windstillen Abenden  mit  hoher  Luftfeuchtigkeit  etwa zwei bis vier Stunden nach Sonnenuntergang. Optimal sind Temperaturen über 18 oC.

Wieviele Tiere mögen  an unserer eigenen Außenbeleuchtung, an den Straßenlaternen in unserer Straße, an der Lichtreklame des örtlichen Automobilhändlers oder an der Außenwand der angestrahlten Dorfkirche den Tod finden? Welche nachtaktiven Insekten leben in einer Siedlung, in einem Auwald oder in einem Moor? Dieser Frage soll im Rahmen der hier vorgeschlagenen Versuche nachgegangen werden.


Mit der Petromax-Fanglampe werden in der Quakenbrücker Mersch nachtaktive Insekten angelockt

 


Experiment: Lichtfallenfang

 

Material: Exhaustor, Insektenkäscher, Plastikschalen, Fanggläschen, Bettlaken, Wäscheleine, Lampe (mit hohem UV-Anteil; experimentiert werden kann auch mit Taschenlampen mit Schwarzlichtröhre oder mit Gelderkennungsgeräten; ggf. Augenschutz),  ggf. Stromversorgung,  Kohlenstoffdioxidflasche oder –kartusche (kleine Kohlenstoffdioxidmengen können auch einer Mineralwasserflasche entnommen werden),  Essigsäureethylester, Watte, Lupe oder Stereolupe, Bestimmungsbücher, z.B. HINTERMEIER 1991, KALTENBACH et al. 1987, KOCH 1991, MÜLLER 1985, ROUGEOT et al. 1983; Fachhandel für Entomologiebedarf: Bioform, Großgeschaid 21, 90562 Heroldsberg, Tel. 09126 – 286330, Internet: www.bioform.de

Durchführung: Geeignet zum Fang nachtaktiver Insekten sind warme, windstille Abende und Nächte mit hoher Luftfeuchtigkeit. Für Lichtfallenfänge hänge mit beginnender Dämmerung das Bettlaken über die Wäscheleine und befestige die Lampe vor dem hellen Tuch. Schalte sie ein und beleuchte das Laken. Anfliegende Insekten werden mit Plastikschalen oder dem Exhaustor abgesammelt. Mittels Kohlenstoffdioxid, das man durch den Exhaustor oder in die Schale strömen lässt, kann man sie betäuben und anschließend  in ein mit Kohlenstoffdioxid gefülltes Fangglas oder in eine Petrischale geben. Jetzt bestimmt man die Tiere.

Aufgaben: a) Fange nachtaktive Insekten mit der Lichtfalle. Fange auch Insekten an Außenlampen, Straßenlaternen, Lichtreklamen, beleuchteten Gebäudewänden usw..

b) Schreibe die Namen der gefangenen Tierarten sowie ihre Zahl getrennt nach Fundorten auf. Die Häufigkeit kann auch unter Verwendung folgender Häufigkeitsangaben angegeben werden (I = Einzelexemplar; II = wenige Exemplare; III  = häufig; IV = massenhaft).

c) Informiere dich über die Lebensweise der Arten und erstelle Steckbriefe, in denen Name und Lebensweise festgehalten werden.


 

 

Ergebnisse unserer Untersuchungen an nachtaktiven Insekten:

 


Um einen Überblick über die nachtaktiven Insekten im Artland und ihre Bedrohung durch Beleuchtungseinrichtungen zu gewinnen, wurden im Einzugsbereich der Schule an verschiedenen Außenlampen, Straßenlampen und Werbebeleuchtungen Fänge durchgeführt. Außerdem fanden Lichtfallenfänge unter Verwendung von Fanglampen statt. Hier interessierte uns die Quakenbrücker Mersch und ein Kanal in Wierup. Erste Ergebnisse der Untersuchungen reichten wir als Wettbewerbsbeitrag beim „Schülerwettbewerb zum Besuch der EXPO 2000“ des Verbandes Deutscher Ingenieure ein. Im Rahmen dieser Arbeit wurden auch Öko-Portraits ausgewählter Arten erstellt.


 

 

Lage der Untersuchungsgebiete

Fangort 1 - Quakenbrücker Mersch

 

Datum: 6.7.2000    Uhrzeit: 22.00 bis 0.30 Uhr Temperatur: 18oC

 

Witterung: wolkenlos; leichter Wind

 

Art der Lichtquelle: Petromax Fanglampe

 

Bemerkungen: Hauptflugaktivität ab ca. 23.00 Uhr

 

Artenliste:

Name

 Individuenzahl /

 Häufigkeit

 Bemerkungen

Culicidae - Stechmücken

II

 

Noctuididae

II

 

Pholcidae - Zitterspinne

I

 

Cerambycidae – Bockkäfer

II

ähnlich : Feldahornbock

Brachycera - Fliegen

IV

ähnlich: Fruchtfliege

 

Fangort 1a – Quakenbrück – Autohaus Trias an der Artlandstraße

 

Das Nissan Autohaus Trias fällt durch seine tiefblau bis violett leuchtenden Werbeflächen auf. Es wurde eine hohe Dichte an Insekten im Bereich der Beleuchtungskörper beobachtet.

 

Datum: 6.7.2000    Uhrzeit: 23.30  Temperatur: 16oC

 

Witterung: wolkenlos; leichter Wind

 

Artenliste:

Name

 Individuenzahl /

 Häufigkeit

 Bemerkungen

Eilema lurideola – Flechtenbär

II

 

Chrysopa carnea – Florfliege

II

 

Brachycera - Fliegen

III

 

 

Fangort 2 – Quakenbrück – Familie Hermes - Außenlampe

 

Das Haus der Familie Hermes liegt in der Memelerstraße auf einem ruhigen Grundstück am Rande von Quakenbrück.. Es befinden sich keine Wasserstellen in der näheren Umgebung. Die Außenlampe des Hauses ist auf einer Höhe von ca. 2 m angebracht.

 

Datum: 1.7.2000   Uhrzeit: 22.00 Uhr   Temperatur: ca. 18oC

 

Witterung: leicht bewölkt, leichter Wind

 

Art der Lichtquelle: Außenlampe, 80 Watt

 

Artenliste:

 Name

 Individuenzahl /

 Häufigkeit

 Bemerkungen

Nudaria mundana

III

 

 

Der ehemalige Schulleiter des Artland-Gymnasiums und international bekannte Schmetterlingsexperte Gerhard Hesselbarth bei einem Vortrag in der Naturkunde-AG

 

 

Die  Projektgruppe „Überbelichtet“ präsentiert ihre Ergebnisse im Rahmen des Projektfestes
Fangort 2 – Quakenbrück – Familie Hermes – UV-Lampe

 

Die UV-Lampe befand sich auf einem etwa 80 cm hohen Tisch im Gartenhaus der Familie Hermes. Das Gartenhaus hat relativ große Fenster, die zum Zeitpunkt des Fangs offen standen. Gelegen ist das Gartenhaus neben einem relativ großen Rasenstück.

 

Datum: 1.7.2000  Uhrzeit: 22.00Uhr Temperatur: ca.18°C

 

Witterung: leichter Wind; geringe Bewölkung

 

Art der Lichtquelle: UV-Lampe (6 x 20 Watt)

 

Artenliste:

 Name

 Individuenzahl /

 Häufigkeit

 Bemerkungen

Dendrolimus pini  - Kiefernspinner

II

 

Noctuidae - Eulenfalter

II

ähnlich Gammaeule

 

Fangort 3 – Lechterke – Familie Hegenberg - Außenlampe

 

Die Bauernschaft Lechterke, gelegen zwischen Badbergen und Quakenbrück, ist noch stark von der Landwirtschaft geprägt. Zwischen einer Vielzahl von Ackerflächen finden sich vereinzelte Baumbestände. Beobachtet und gefangen wurde an einer nördlich gelegenen Hauswand in der Nähe eines Teiches.

 

Datum: 30.6.2000   Uhrzeit: 23.00Uhr-24.00Uhr     Temperatur: ca.18°C

 

Witterung: klar; leichter Wind

 

Art der Lichtquelle: Außenleuchte (ca. 80Watt); Höhe 1,80 m

 

Artenliste:

 Name

 Individuenzahl /

 Häufigkeit

 Bemerkungen

Eurrhypara hortulata – Brennnesselzünsler

    III

 

Ostrinia nubilalis - Maiszünsler

     II

 

Brachycera – Fliegen

    III

 

Cerambycidae – Bockkäfer

     II

ähnlich Feldahornbock

 

Fangort 4 – Borg – Familie Varding – Gartenlampe

 

Die Bauernschaft Borg, die sich zwischen Quakenbrück und Menslage befindet, ist neben den landwirtschaftlichen  Nutzflächen noch sehr stark durch die Natur geprägt. Neben mehreren Waldstücken findet sich auch viel einfaches Buschwerk.

Die in der folgenden Tabelle aufgeführten nachtaktiven Insekten wurden an der süd-westlichen Seite des Wohnhauses an einer Gartenlampe beobachtet und gefangen. 

 

Datum: 30.06.00  Uhrzeit: 23.00 Uhr Temperatur: 12°C

 

Witterung: mittlere Bewölkung          Art der Lichtquelle: Außenleuchte (ca. 80-Watt)

Artenliste:

 Name

 Individuenzahl /

 Häufigkeit

 Bemerkungen

Hyloicus pinastri - Kiefernschwärmer

I

kein direkter Kontakt mit der Lichtquelle, hält immer ein wenig Abstand in sehr ruhiger Position;

Gluphisia – Zahnspinner

1

ähnlich dem Pappelauenzahnspinner (Gluphisia crenata);

Noctuidae –Eulen

1

auffallender roter Punkt hinter dem Kopf

 

Fangort 4 – Borg – Familie Varding – beleuchtetes Zimmer

 

Ein mit drei sehr großen Fenstern ausgestattetes Zimmer, genau wie die Gartenlampe der Südwestseite des Hauses zugewandt, wurde mit zusätzlichen Lampen versehen. Nachdem die Fenster geöffnet worden waren, wurden die einströmenden Insekten mit Hilfe eines Exhaustors gefangen.

 

Datum: 01.07.00  Uhrzeit: 23.00 Uhr  Temperatur: 20°C innen, 11°C außen

 

Witterung: leichter Wind 

 

Art der Lichtquelle: Zimmerbeleuchtung, Stehlampen (80 Watt)

 

Artenliste:

 Name

 Individuenzahl /

 Häufigkeit

 Bemerkungen

Pollenia rudis

III

ständiger direkter Kontakt mit der Lichtquelle

Stomoxys calcitrans – Wadenstecher

III

ständiger direkter Kontakt mit der Lichtquelle

 

Fangort 5 – Wierup – Familie Huflage- Szekular - Außenlampe

 

Die Bauernschaft Wierup, südöstlich der Gemeinde Menslage, ist noch immer von der seit Jahrhunderten betrieben Landwirtschaft geprägt. Mittlerweile ist aber auf vielen Höfen die Bewirtschaftung aufgegeben worden. So auch auf dem 250- jährige Fachwerkhof Wenge, der von 1951- 1972 als Arztpraxis genutzt, und später zum Wohnhaus umgewandelt wurde. Um die ehemaligen Wirtschaftsgebäude herum steht ein alter Eichen- und Buchenbestand. Die Lampe, an der gefangen wurde, besteht aus einem Glaszylinder mit Metallumfassung. Sie ist ca. 2 Meter von der Hauswand auf einer 70 cm hohen Mauer angebracht, und spendet Licht für die Terrasse des Hauses. Im Lichtschein liegen neben der Wand noch ein Rasenstück und ein Flieder- Rhodoéndrongebüsch.

Datum: 25.6.2000 Uhrzeit: 22.30 bis 23.45 Uhr Temperatur: 20°C

 

Witterung: klarer Himmel, leichter Südwestwind

 

Art der Lichtquelle: Außenlampe mit Glaseinfassung, 60 W,  in ca. 60 cm Höhe

 

Artenliste:

 Name

 Individuenzahl /

 Häufigkeit

 Bemerkungen

Trichoceridae – Wintermücken

III

Familie der Nematocera
( Mücken)

Jassidae - Zwergzirkarden

I

ähnlich der Jassus lanio

Limoniidae – Stelzmücken

III

 

Sphingidae - Schwärmer

II

verschiedene Exemplare

 

Fangort 5 – Wierup - Linksseitiger Abzug des Grohter Kanals

Dieser ca. 3 m breite Kanal führt in einer Entfernung von 200m südlich am oben beschriebenen Hof vorbei. An das Gewässer liegen auf der einen Seite ein Kartoffelfeld, auf der anderen Seite eine mit einer Weißdornhecke umgrenzte Weide an. Die Insekten wurden mit Hilfe eine Petroleumlampe von einer Brücke aus gefangen.,


Datum:
02.7.2000   Uhrzeit: 22.00 bis 23.30 Uhr   Temperatur: 17°C

 

Witterung: bewölkt, leichter Südwestwind

 

Art der Lichtquelle: Petroleumlampe

 

Artenliste:

 Name

 Individuenzahl /

 Häufigkeit

 Bemerkungen

Limoniidae – Stelzmücken

III

 

Trichoceridae – Wintermücken

II

 

Sphingidae - Schwärmer

I

verschiedene Exemplare

 

Fangort 6 – Herbergen – Familie Keck – Insektenfanglampe im Haus

 

Die Bauernschaft Herbergen liegt westlich von Menslage und ist durch die Landwirtschaft geprägt. In diesem Ortsteil von Menslage wird hauptsächlich Getreide (z.B. Gerste und Futtermais) angebaut. Das Herberger Feld ist durch seine Weiden und Wiesen gekennzeichnet, die hauptsächlich für die Viehwirtschaft genutzt werden. Auf einigen Höfen wird heute keine Landwirtschaft mehr betrieben. Der Hof der Familie Keck zählt dagegen zu den größten Höfen in dieser Bauernschaft. Er liegt ca. 200m von der Kleinen Hase entfernt und ist von einer Rinderweide und von Acker umgeben. Direkt am Hof stehen viele Obstbäume und einige Eichen. Der Tierbestand in den Wirtschaftsgebäuden besteht aus Bullen und Rinder.

Der Fangort, wo die Insektenfanglampe aufgestellt wurde, ist ein ca. 15m² großer Raum in den Wirtschaftgebäuden, der Waschküche genannt wird.

 

Datum: 06.07.2000 Uhrzeit: 1.30-6.30 Uhr Temperatur: ca. 20°C

 

Witterung: Raumbedingungen

 

Art der Lichtquelle: UV-Licht (Insektenfanglampe)

 

Bemerkungen: Die Tür des Raumes stand offen, so dass die Insekten ohne Probleme zu der Lichtquelle gelangen konnten.

 

Artenliste:

 Name

 Individuenzahl /

 Häufigkeit

 Bemerkungen

Geometridae – Spanner

I

vermutlich Boarmia rhomboidaria

Nematocera - Mücken

IV

vermutlich Gallmücken

Jassidae - Zwergzikaden

II

Jassus lanio oder Macropsis scutellata

Noctua pronuba - Hausmutter

I

auch Agrotis pronuba (Erd-eule)

Porthesia similis – Schwan

I

ähnlich Goldafter

Musca domestica – Stubenfliege

II

 

mottenähnliche Falter

III

konnten nicht bestimmt werden

 

Fangort 6 – Herbergen – Familie Keck – Außenlampe

 

Datum: 06.07.2000 Uhrzeit: 1.00-1.30 Uhr Temperatur: ca. 18°C

 

Witterung: leicht bewölkt

 

Art der Lichtquelle: Außenlampe mit 60 Watt Glühlampe

 

Artenliste:

 Name

 Individuenzahl /

 Häufigkeit

 Bemerkungen

Nematocera - Mücken

IV

vermutlich Gallmücken

Chrysopidae – Florfliege

I

 

mottenähnliche Falter

II

 

Culicidae – Stechmücken

II

 

 

Fangort 6 – Herbergen – Familie Keck –Zimmer

 

Datum: 17.06.2000 Uhrzeit: 21.30 Uhr Temperatur: 21°C

 

Witterung: Raumbedingungen

 

Art der Lichtquelle: Deckenlampe, mehrere Glühlampen je 40 Watt

 

Artenliste:

 Name

 Individuenzahl /

 Häufigkeit

 Bemerkungen

Vespa crabo - Hornisse

I

 

 

Fangort 7 – Essen – Familie Kochanowski – Außenlampe

 

Das Grundstück des Einfamilienhauses (ca. 800 Quadratmeter) befindet sich in einer um 1980 erbauten Siedlung in Essen. In dieser Siedlung stehen nur Einfamilienhäuser mit Ziergärten. Etwa 1 km entfernt befinden sich verschieden zur Zeit bestellte Äcker. Der Garten besteht aus einer relativ großen Rasenfläche, die mit Beeten eingeschlossen ist. Außerdem ist ein kleiner Springbrunnen vorhanden.       

Datum: 04.07.2000 Uhrzeit: 21.00-0.00 Uhr  Temperatur: 17-18 oC

 

Witterung: vorher starkes Gewitter; dann strömender Regen

 

Art der Lichtquelle: 40 Wattstrahler(matt), angebracht unterm Terrassenvorstand; Höhe der Lichtquelle: 2.85 m  

 

Artenliste:

 Name

 Individuenzahl /

 Häufigkeit

 Bemerkungen

Chrysopa – Florfliege

II

 

Elymana sulphurella

II

 

Tipulidae – Schnaken

I

besitzt Ähnlichkeit mit Limnophica species (8-10mm), aber größer

 

 

Konsequenzen aus unseren Erkenntnissen

 

Nachtaktive Insekten werden durch Beleuchtungseinrichtungen im Außenbereich massiv beeinflusst. Sehr anziehend für Insekten und damit problematisch für diese Tiere sind Lampen mit hohem Blauanteil. Werden Lampen in naturnahen Bereichen der Bauernschaften oder in Waldstücken installiert, so ist ihr Staubsaugereffekt auf Insekten besonders wirksam. Arten aus den Gruppen Mücken (Nematocera), Fliegen (Brachycera) und Schmetterlinge (Lepidoptera) wurden bei unseren Untersuchungen besonders häufig gefangen. Dies entspricht auch den Befunden anderer Untersuchungen.

 

 

 

Prozentuale Verteilung der Insektengruppen (Zahl der Individuen) nach Lichtfängen 1971 in Ostholstein

 

Aus unseren Beobachtungen ergeben sich folgende Empfehlungen:

 

* Beleuchtungseinrichtungen sollten im Außenbereich nur dort eingesetzt werden, wo dies zum Schutz von Menschen erforderlich ist.

* Lampen mit hohem Blauanteil im Spektrum sollten gemieden werden. Dies gilt insbesondere für zu Werbezwecken eingesetzte Beleuchtungskörper. Natriumdampf-Niederdrucklampen gingen aus Umweltverträglichkeitsprüfungen als weitaus umweltverträglichste Lampen hervor.

* Außenlampen an Wohnhäusern sollten ausgeschaltet werden, sobald keine Besucher mehr zu erwarten sind. Alternativ kann eine bedarfsgerechte Steuerung über Bewegungsmelder erfolgen.

* Lampen sollten möglichst nicht in alle Richtungen strahlen, sondern mittels Reflektoren nur die auszuleuchtenden Bereiche aufhellen.

* Außenlampen in naturnahen Bereichen sollten auf keinen Fall weit in die Nachtstunden hinein brennen.

Das Anstrahlen von Gebäuden, insbesondere von Fabrikwänden sollte unterbleiben.

 

Teilnehmer Projektgruppe „Überbelichtet“ am Stand des WWF auf der EXPO Hannover.  Der Projektbericht der Gruppe „Überbelichtet“ wurde vom Verband Deutscher Ingenieure mit einem EXPO-Besuch honoriert

 

3. Literatur


 

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Teil 2

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Inhaltsverzeichnis

 

 

 

 

1. Einleitung                                                                                                                  1

2. Ergebnisse                                                                                                                 6

2.1. Untersuchungen der Vegetation                                                                            7                                               

2.2. Untersuchungen an Gewässern                                                                            12

       Beschreibung der Probestellen und physikalische Untersuchungen                    12

       Chemische Gewässeruntersuchungen                                                                  20

       Biologische Gewässeruntersuchungen                                                                 24

       Erfassung von Planktonorganismen                                                                     39

2.3. Untersuchungen an Insekten                                                                                54

2.3.1. Insektenfang mit der Autokäschermethode                                                      54

2.3.2. Tiere am Licht – Untersuchungen an nachtaktiven Insekten                            63

 

3. Literatur                                                                                                                   73