Am 15. April 2002 erschien dieser Artikel im Bersenbrücker Kreisblatt.

Hintergrund:

Vor 21 Jahren, im April 1981, wurde die Quakenbrücker Hase trockengelegt um wasserbauliche Maßnahmen ergreifen zu können. Bei dieser Grundräumung verendeten Hunderttausende Tiere, insbesondere Kleinfische, Muscheln und Schnecken. Durch Rolf Wellinghorst und einigen weiteren Mitgliedern der BSH wurden einige Tiere gerettet und die eklatanten Verstöße gegen das Bundesnaturschutzgesetz dokumentiert. Damit so etwas in Zukunft nicht mehr passieren würde appellierte der BSH: 

  • Eine Verschmutzung der Gewässer ist bestmöglich zu verhindern, so dass sich stabile, pflegeleichte Ökosysteme einregeln können
  • Sind Grundräumungen erforderlich, muss sofort nach der Trockenlegung das Gros der zurückbleibenden Tiere auf Verbandskosten umgesetzt werden. Örtliche Naturschutz-, Fischerei- und Heimatvereine sind darüber zu informieren, die Arbeiten mit ihnen abzustimmen
  • Der naturnahe Gewässercharakter ist mit vielfältigen ökologischen Nischen zu erhalten bzw. wiederherzustellen (als Ansiedlungsreiz)
  • Die gesetzlichen Vorschriften sind einzuhalten

 (Quelle: BSH Weser-Ems Wardenburg. Text Rolf Wellinghorst 1981)

Bei den jetzigen Arbeiten wird vorsichtiger vorgegangen als es noch vor gut 20 Jahren der Fall war. Es wurde ein Sandfang errichtet, der genug Wasser in die Hasearme laufen lässt, um das wandern der Fische zu ermöglichen. Viele Schulklassen sahen sich das Vorgehen der Bagger an der Hase an, um eventuell an Land geschaufelte Tiere wieder ins Wasser zu werfen, jedoch wurden lediglich ein Paar Muscheln und Wasserpflanzen von der Baggerschaufel erfasst und ans Ufer getragen. Diese Tiere wurden natürlich sofort wieder ins Wasser gesetzt.

Hier ist eine Orientierungsstufenklasse abgebildet, die sich an der Rettungsaktion beteiligte

Auch die Naturkunde AG und der Biologie Leistungskurs schauten sich die Arbeiten an.
Resümierend lasst sich also sagen, dass sich der Aufstand gegen die Arbeiten von vor 20 Jahren auf jeden Fall gelohnt hat, da die Arbeiten vorsichtiger und umweltfreundlicher geworden sind!